Die fantastische Welt von Oz (2013)

Originaltitel: Oz: The Great and Powerful
Die fantastische Welt von Oz Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die fantastische Welt von Oz: Bildgewaltige, vor Einfällen übersprudelnde Vorgeschichte zu "Der Zauberer von Oz", die erzählt, wie der Zauberer einst in die Fabelwelt kam. Vom Macher von "Spider-Man"!

Oscar Diggs genießt als mittelmäßiger Magier eines kleinen fahrenden Zirkus einen eher zweifelhaften Ruf. Während eines Zwischenstopps in Kansas gerät er in einen verheerenden Wirbelsturm und findet sich schließlich in dem Zauberland Oz wieder, in dem alle glauben, er sei ein wirklich großer Zauberer, der ihre Welt retten wird. Er begegnet drei Hexen mit unterschiedlicher Agenda und findet in einem Affenwesen und einem Porzellanpüppchen treue Weggefährten.

Der mittelmäßige Magier Oscar gerät in die Fantasiewelt Oz, wo man ihn für einen großen Zauberer hält. Bildgewaltiges Prequel zum Klassiker “Der Zauberer von Oz” von Sam Raimi (“Spider-Man”) mit einer Top-Starbesetzung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • L. Frank Baums "Der Zauberer von Oz" aus dem Jahr 1900 gehört zu den beliebtesten amerikanischen Kinderbuchklassikern. Darin herrscht ein Zauberer über vier von Hexen regierte Provinzen. Seine Macht besteht allerdings nur in dem Glauben des Volkes an ihn, denn in Wirklichkeit ist der Mann ein einfacher Zirkusgaukler. Sam Raimis ("Spider-Man"-Trilogie) visuell herausragende Regiearbeit "Die fantastische Welt von Oz" erzählt nun die Vorgeschichte dazu, nämlich was vor der Thronbesteigung des Zauberers geschah. Dabei werden zahlreiche Motive auch aus den Nachfolgebüchern von L. Frank Baum aufgegriffen, aber recht frei zu einer neuen Geschichte zusammengesetzt. Baums Hauptfigur, das Mädchen Dorothy, kommt gar nicht erst vor.

    Aus dem kleinen, alten Mann, der Oz im Original ist, macht der Film einen jungen Charmeur. James Francos Oz ist ein egoistischer Luftikus, der Tricks mit Tauben und Tüchern kennt und das Schwindeln zum Prinzip erhebt. Der Film verknüpft die Läuterung des im Grunde liebenswerten Charakters mit dem Beweis, wie wirkungsvoll Illusionen - auch filmische - sein können.

    Das Oz-Universum ist schon bei Baum skurril zwischen Märchen und gewitztem Menschenverstand angesiedelt. Der Film behält diese schillernde Doppelnatur nicht nur in der Figur des Tricksers Oz bei. Zu ihm und den Hexen in Menschengestalt gesellen sich computeranimierte Monsterwesen und wundersame freundliche Gestalten wie ein stofftierähnlicher Affe und ein Porzellanmädchen. Der Charme solcher Figuren wird verstärkt durch humorvolle, wenig märchenhafte Dialoge.

    Der visuelle Ideenreichtum wirkt unwiderstehlich. Die schönen Naturkulissen sehen real aus, aber die Blumen sind bunter, die dünnen Felsbrücken verwegener als in Wirklichkeit. Und wenn Oz mit seinem Gefolge in Seifenblasen über das Land fliegt, ist das nicht nur wegen der 3D-Optik eine Schau. Diese Fülle erzeugt den Eindruck des nie Dagewesenen. Das passt zwar zu Oz' Ausspruch, dass alles möglich ist, wenn man glaubt. Aber mit gar so vielen Möglichkeiten hinter jeder Wegbiegung kann der Glaube, nämlich der inhaltliche Sinn, nicht ganz mithalten.

    Fazit: "Die fantastische Welt von Oz" entwickelt vor allem wegen ihrer visuellen Pracht eine starke Faszination, aber der Ideenreichtum wirkt auch verwirrend.
  • Sam Raimi hat einen Platz über dem Regenbogen verdient: Sein liebevoll realisiertes Prequel zu “Der Zauberer von Oz” wird Herzen schmelzen lassen wie Hexen in Wasser.

    Es ist sicherlich einfacher, sich die Finger zu verbrennen als einen durchschlagenden Erfolg zu landen, wenn man sich in das filmische Universum des Klassikers “Der Zauberer von Oz” vorwagt – Sidney Lumets Musical “The Wiz” von 1978 und Walter Murchs Spätfortsetzung “Oz – Eine fantastische Welt” von 1985 können aus bitterer Erfahrung sprechen. Immerhin gilt es, sich mit einem Meilenstein der amerikanischen Populärkultur zu messen, der vom American Film Institute zum besten Fantasyfilm und sechstbesten Film aller Zeiten gewählt wurde. Sam Raimi hat es mit seiner ersten Großproduktion seit Abschluss seiner “Spider-Man”-Trilogie im Jahr 2007 trotzdem gewagt. Von Disney gemäß der Tentpole-Strategie des Studios passgenau für das Wochenende terminiert, an dem das Studio mit “Alice im Wunderland” vor drei Jahren den viertgrößten Live-Action-Erfolg in seiner Geschichte vom Stapel laufen ließ, wurden keine Kosten und Mühen gescheut, die 25 Jahre vor den Ereignissen des unerreichbaren Originals von Victor Fleming angesiedelte Geschichte mit dem nötigen Wow!-Faktor für das heutige Kinopublikum auszustatten.

    Dass es dennoch keine seelenlose Übung in sich gegenseitig übertreffender Setdesigns, 3D-Perspektiven und visuellen Effekten wurde, ist dem Regisseur zu verdanken, den die offenkundige Liebe zu der von Autor Frank L. Baum 1900 geschaffenen Wunderwelt sichtlich erdet: Er hat Respekt vor dem Original, das im Grunde während der kompletten 100 Minuten Laufzeit wie ein Echo in “Die wunderbare Welt von Oz” nachhallt. Penibel folgt Raimis Interpretation der Struktur des Vorbilds: Es gibt einen – großartigen! – Prolog in Schwarzweiß in Kansas, einen Wirbelsturm, der den Protagonisten aus seiner Welt reißt und in ein nunmehr in allen Farben des Malkastens erstrahlendes Zauberuniversum entführt, in dem er drei Hexen mit unterschiedlichen Agendas begegnet und Weggefährten, die wie die Hexen Figuren aus der realen Welt des Helden ähneln. Im Mittelpunkt steht anstelle von Dorothy diesmal eben Zauberer Oz selbst, ein charmanter Hochstapler, der in eine Situation gerät, die wegen der eigenen Überheblichkeit außer Kontrolle gerät: Weil man natürlich weiß, was sein Schicksal ist, bezieht die Geschichte ihren eigentlichen Reiz daraus, wie Oz schließlich zum Mann hinter dem Vorhang wird, der über sein Reich per Knopfdruck mit Schall und Rauch regiert.

    Obwohl der Film sich ein bisschen zu ängstlich an die aktuell gängige Formel für große Eventfilme hält und man sich bisweilen nicht des Eindrucks erwehren kann, dieses Oz könne mit Ausnahme der realen Schauspieler genauso gut auch die komplett computergenerierte Kulisse für einen Pixarfilm sein, nutzt Raimi die Artifizialität der von ihm erschaffenen Welt für sich: Was war “Der Zauberer von Oz”, wenn nicht der Triumph des Künstlichen über die Realität? Der Film ist mit modernsten Mitteln geschaffen, aber im Grunde entwaffnend altmodisch: Er nimmt sich die Zeit, sein Oz mit großen Augen zu bestaunen und damit eine Kulisse zu schaffen, in der überzeugend zunächst um die Seele der naiven Hexe Theodora und schließlich von Oz selbst gerungen wird. Raimi ist sich der Ironie wohl bewusst, dass die Zauberwelt ausgerechnet auf einen Zauberer hofft, der nicht zaubern kann. Und dass eine Welt, in der Wunder an der Tagesordnung sind, nur mit Hilfe billiger Taschenspielertricks gerettet werden kann.

    Um den festen Glauben an eine Lüge geht es – und damit eine zauberhafte Hommage an das Kino selbst, der ultimative Zauberer von Oz, dessen Illusionen Millionen verzaubern. James Franco, der als Harry Osborne in Raimis “Spider-Man”-Filmen seinen Durchbruch hatte, ist ein solider Protagonist – auch wenn man sich leicht vorstellen kann, dass der ursprünglich für die Rolle vorgesehene Robert Downey Jr. die Idealbesetzung gewesen wäre. Dafür sind die drei Hexen mit Mila Kunis, Rachel Weisz und Michelle Williams absolut überzeugend. Und wenn der sprechende Flugaffe Finley und das Porzellanpüppchen es als Weggefährten nicht mit dem Löwen, der Vogelscheuche und dem Zinnmann aufnehmen können, sind sie doch mit so viel Liebe zu Leben erweckt, dass man mit ihnen und Oz fiebert: Es ist zwar nirgends schöner als Zuhause, aber knapp zwei Stunden hält man sich in der “wunderbaren Welt von Oz” überaus gern auf. ts.
  • Farbexplosion, Ausstattungsorgie und Klischeemaschine – Raimis Oz verwöhnt die Augen und beleidigt das Hirn.
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