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Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss (2014)

Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss: Absurd-komische Story um einen Killer einer Spezialeinheit, dessen erster Auftrag nach jahrelangem Warten von einer plötzlich ins Leben tretenden Zufallsbekanntschaft kompliziert wird.

Seit acht Jahren wartet Koralnik, bester Absolvent eines geheimen EU-Programms, das für gefährliche, antidemokratische Elemente schnelle und tödliche Lösungen bereitstellen soll, auf seine erste Mission. Als er von seinen militärischen Vorgesetzten endlich aktiviert wird, kommt ihm die quirlige Rosa in die Quere. Nicht ganz zufällig, wie Koralnik noch erfahren wird, als er sich an die sofortige Erfüllung seines Auftrags macht und dabei nicht zuletzt dank Rosas eigenen Plänen eine chaotische Nacht erlebt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die deutsche Komödie "Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss" bürstet das Genre der Agentenfilme kräftig gegen den Strich. Unter der Regie von Florian Mischa Böder ("Nichts geht mehr", "Die Österreichische Methode") wird ein einsamer Auftragskiller ohne jegliche Berufserfahrung plötzlich mit dem wahren Leben konfrontiert. Die Filmemacher bezeichnen ihr Werk als Offbeat-Komödie: Die Erwartung, ein wenig anders zu ticken, erfüllt der Film voll und ganz, wenngleich der Humor zwischendurch vor lauter Trockenheit schier versandet.

    „Konzentration, Kontrolle und Präzision", murmelt Koralnik wie ein Mantra vor sich hin. Allerdings fehlt ihm das Objekt, an dem er alle diese Fähigkeiten ausüben kann. Die Kluft zwischen Einbildung und Realität wird zur genüsslichen Persiflage der vielen selbstherrlichen Auftragskiller-Geschichten genutzt. Der steife Koralnik ist eine Paraderolle für Benno Fürmann. Mit selbstbewusstem Ernst stürzt er sich in die slapstickreiche Handlung und führt vor, wie die Einbildung seinem Charakter in der Not Flügel verleiht. Der Dialogwitz besteht vor allem aus Koralnik-Sprüchen wie jenem, den er beim Verhör auf dem Polizeirevier formuliert: „Ich möchte Sie bitten, mich nicht so lang anzugucken, weil ich wie gesagt undercover bin."

    Die Rückkehr des vermeintlichen Helden ins normale Leben samt Frau verläuft über die Erkenntnis, ein armes Würstchen zu sein. Dieses Hineinschrumpfen in die chaotischen Banalitäten des Alltags aber bewahrt Koralnik lustigerweise vor weitaus Schlimmerem. Die Komödie wartet am Schluss noch mit einer überraschenden Pointe auf. Aber bis dahin bleibt das Tempo eher zurückgenommen, gelungene Witze werden von altbackenen Scherzen gesäumt, die aus Opas Pantoffelkino zu stammen scheinen. Die Atmosphäre wirkt schon allein deswegen originell, weil sie so unglaublich trocken ist. Grelles Amüsement jedenfalls muss man bei so viel zur Schau getragenem Understatement nicht befürchten.

    Fazit: Benno Fürmann überzeugt in der trockenen Agentenfilmpersiflage "Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss" als steifer Loser, der aus den Wolken seiner eingebildeten Größe fällt. Mit der Kopflastigkeit ihres Humors wirkt die Komödie sowohl originell, als auch streckenweise blutleer.
  • Mit lakonischem Ton und schrägem Humor zeigen Benno Fürmann und Mavie Hörbiger, dass die deutsche Komödie auch anders kann.

    Das Genre des Auftragskillers ist atmosphärisch und erzählerisch ein dankbares, vom deutschen Film aber ein selten besuchtes. Zehn Jahre nach “Lautlos” und einem romantisch-dramatischen Ansatz nutzt es Regisseur Florian Mischa Böder für eine vergleichsweise dezent präsentierte Komödie mit absurd-komischer Präferenz, die als Rarität im deutschen Filmangebot Aufmerksamkeit verdient.

    Das große Kinoerlebnis kann der nach “Nichts geht mehr” zweite Langfilm Böders trotz breitformatigen Bildern zwar nicht bieten, aber seinen Ton hält er konsequent durch, entwickelt seine geradlinig erzählte Geschichte, meist ohne den Versuchungen überzeichneter Situationskomik zu erliegen. Hauptfigur Koralnik wird im Prolog als Absolvent eines obskuren EU-Programms eingeführt, im Rahmen dessen gefährliche, antidemokratische Elemente ausgeschaltet werden sollen. Doch obwohl ihn sein Chef als besten Mann der Killertruppe bezeichnet, wartet Koralnik acht Jahre lang vergeblich auf seinen ersten Auftrag – immer vorbereitet auf den Ernstfall und nie die Regeln seiner geheimen Tätigkeit verletzend. Allem, was Spaß macht im Leben, hat er sich zwangsläufig verwehrt und damit eine soziale Behinderung entwickelt, die ihn extrem misstrauisch und unkommunikativ gegenüber anderen werden lässt. Das bekommt sein nervender Nachbar zu spüren, den er zu gerne mit einer Kugel stilllegen würde, aber auch Zufallsbekanntschaft Rosa, die ihm ans Nobelauto fährt und sich so in sein Leben drängt. Letzteres kompliziert sich damit erheblich, weil Rosa ausgerechnet dann bei ihm auftaucht, als ihm die erste, sofort zu erledigende Mission per Smartphone übermittelt wird.

    Florian Mischer Böders Film, der vor Kurzem in Locarno zu sehen war, konzentriert sich, nicht zuletzt Budget-bedingt, auf wenige Schauplätze und seine beiden Hauptfiguren, die von Benno Fürmann und Mavie Hörbiger mit Gespür für witzige Nuancen interpretiert werden. Absurd-komisch ausgereizt wirkt die im Grunde einfache Geschichte nicht, aber Zurückhaltung erweist sich hier insgesamt als Stärke und der eingeschlagene Kurs als Hoffnungsträger für die deutsche Komödie, die in der Regel recht grobhumorig Flagge setzt. kob.

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