Der Aufsteiger (2011)

Originaltitel: L' exercice de l'État
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Aufsteiger: Bissiges Porträt der französischen politischen Kaste als Ansammlung von arroganten und selbstsüchtigen Karrieristen.

Der französische Verkehrsminister muss mitten in der Nacht zu einem Unfallort mit mehreren toten Jugendlichen fahren, um seine Betroffenheit kund zu tun. So viel gespielte Anteilnahme könnte ein Karriereschub sein, wenn nicht ausgerechnet seine Partei ihn dazu verdonnert, die schwierige Privatisierung der Bahnhöfe durchzusetzen. Seine Versuche zur “Bügernähe” scheitern. Bald weiß er nicht mehr, was ihn vorantreibt, der pure Machterhalt oder das anfängliche politisch-ethische Engagement.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Bissiges Porträt der französischen Politiker-Kaste als Ansammlung von arroganten und selbstsüchtigen Karrieristen.

    Eine nackte und sehr verführerische Frau kriecht in das offene Maul eines Krokodils. Ein erotischer und viel sagender Traum. Es ist der Verkehrsminister Bertrand Saint-Jean, der hier träumt und dessen Bettdecke sich verdächtig wölbt. Ein brillanter Einstieg für einen Film, der seinen Schwung und seine Spannung bis zum Ende nicht verliert. Nach diesem Prolog kehrt Wirklichkeit ein.

    Der Minister muss nächtens mit der Pressechefin zu einem Unfallort. Ein Reisebus ist in eine Schlucht gestürzt, mehrere Jugendliche sind tot. Betroffenheit, tröstende Worte und schon braust er wieder davon. So beginnt die Karriere eines Staatsdieners. Dass ihn seine Partei dazu verdonnert, die schwierige Privatisierung der Bahnhöfe durchzusetzen, ist ein Makel, hat er dieses Unterfangen doch zuvor vehement abgelehnt. Nach und nach dreht der Neuling sein Fähnchen nach dem Wind und versucht dennoch, sein Gesicht zu wahren. Bald lernt er, dass im Geschäft um Macht und Einfluss wie beim Schachspiel die langfristige Strategie zählt, Kuhhandel und Intrigen zum Handwerkszeug gehören. Seine hilflosen Versuche zur Bürgernähe scheitern. Bald weiß er nicht mehr, was ihn vorantreibt, der pure Machterhalt oder das anfängliche politisch-ethische Engagement.

    Pierre Schoeller (“Versailles”) schaut hinter die Kulissen politischer Macht und ihre Mechanismen. Im Mittelpunkt stehen der dem Leben zugewandte Minister (Olivier Gourmet) und sein Gegenpart, der intellektuelle Büroleiter und Berater (Michel Blanc), ein Zusammentreffen von Sinnlichkeit und Nihilismus. Während der eine in der medialen Öffentlichkeit steht, zieht der andere im Hintergrund heimlich die Strippen. Was sie verbindet ist die Liebe zum Staat. Nach Schoeller ein Staat im Zusammenbruch und in Auflösung, er zeigt die Abkehr der Volksvertreter vom Volk und eine Demokratie in permanenter Krise.

    Das bestens besetzte und wie ein Thriller aufgebaute Drama dreht sich um den Zwiespalt von Individuum und Politiker, entlarvt das Zentrum der Macht als Intrigenpfuhl, in dem eigene Interessen und nicht die des Gemeinwohls dominieren und entwickelt sich zur bissigen Studie über die französische Politikerkaste, die in ihrem Zynismus und ihrer Menschenverachtung unter sich bleiben möchte, sich gegenseitig die Pöstchen zuschiebt und nur ungern jemand aus anderen Kreisen in ihren inneren Zirkel lässt. Ein böses Meisterwerk. mk.

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