Das Leben ist nichts für Feiglinge (2012)

Das Leben ist nichts für Feiglinge Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Leben ist nichts für Feiglinge: Rundum gelungene Tragikomödie um eine Familie, die mit dem Tod der Mutter zurechtkommen muss.

Der Tod von Babette wirft die komplette Familie aus der Bahn: Witwer Markus wird mit dem plötzlichen Tod seiner Frau nicht fertig und sieht hilflos mit an, wie ihm seine 15-jährige Tochter entgleitet: Kim zeigt dem Vater die kalte Schulter und zieht sich in ihre eigene Welt zurück. Einziger Halt ist die Großmutter. Die verschweigt ihre Krebskrankheit und nimmt sich eine unkonventionelle Pflegerin, die ihr Lebensmut macht. Ausgerechnet in dieser Situation brennt die Enkelin mit einem Jungen durch.

Eine Familie wird vom Tod der Mutter aus der Bahn geworfen, rauft sich aber gemeinsam wieder zusammen. Rundum gelungene Tragikomödie mit Wotan Wilke Möhring sowie Helen Woigk in ihrem ersten Kinofilm.

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Kritiken und Bewertungen

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    Wenn der Tod eine Lücke in das Familienleben reißt, ist die Wunde schwer heilbar. Markus und Kim ergeht es so, als Babette, die als Ehefrau und Mutter Kern der Kleinfamilie war, plötzlich stirbt. Während Markus sich verkriecht, verliert Kim den Halt und sehnt sich nach einer starken Schulter. Großmutter Gerlinde, die Sohn und Enkelin beistehen will, erhält derweil die Diagnose Krebs. Das Leben ist echt nichts für Feiglinge. Die tragische Grundkonstellation erhält durch das geschickt konstruierte und flüssig geschriebene Drehbuch von Gernot Gricksch, der auch die Romanvorlage lieferte, wohltuend leichte und komische Züge. Drei Einzelschicksale werden miteinander zu einer wahrhaftigen und zu Herzen gehenden Familiengeschichte verwoben. Die exzellenten Bilder dazu liefert Kameramann Ngo The Chau, der Soundtrack ist ungewöhnlich und gerade deswegen so stimmig. Regisseur André Erkau nimmt seine Charaktere ernst und lässt sie ihr Schicksal mit einem Augenzwinkern annehmen. Wotan Wilke Möhring spielt Markus als tragischen Helden, der lernt, für seine Tochter da zu sein und sich seiner Trauer zu stellen. Helene Woigk als empfindsames Mädchen mit düsterer Gruftie-Schale ist eine wirkliche Entdeckung und Christine Schorn als Gerlinde stiehlt jede Szene mit Witz und Charme. Auch Nebendarsteller wie Rosalie Thomass und Frederick Lau schaffen Figuren, denen der Zuschauer gerne folgt. Lakonisch trocken und doch zutiefst berührend beweist der Film, dass das Leben mit all seinen Dramen nicht auch noch zu ernst genommen werden muss und wahrer Mut darin besteht, Trauer zuzulassen. Wenn Lachen und Weinen eng beisammen liegen - eine brillante tragische Komödie, wie sie im Buche steht!

    Jurybegründung:

    Man wird schon berührt aus dem Kino gehen nach diesem Film über die Schwierigkeiten, mit dem Leben fertig zu werden, wenn der Tod eine große Rolle spielt. Ein Drama, das auch lustig sein soll, muss auf der Hut sein, nicht aus der Rolle zu fallen. Diese Grenze lotet DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE aus. Es ist laut und leise zugleich, dazu aufgepeppt und bunt, traurig und witzig in einem Atemzug. Glück und Unglück liegen nun einmal dicht beieinander. Der Film begnügt sich nicht mit einem Grundthema, sondern gleich mit mehreren. Mindestens drei: Das Verkraften des plötzlichen Verlusts einer Ehefrau und Mutter, daraus abgeleitet eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung; die Protesthaltung der Tochter und ihre Entwicklung, ihre erste Liebe und die Folgen; der Umgang mit der Krebserkrankung der Oma mit den Phasen der Verarbeitung ihrer Krankheit: Am Schluss dann auch noch ein klein wenig Road-Movie. Manchmal anrührend und manchmal durcheinander wirbelnd. Beim Betrachten wird man das Gefühl nicht los, dass viele Fördergeldgeber bedient werden sollten, ein Quoten- und Gremienfilm. Schnell und modern. Ein sehr guter Film. Trotz allem. Warum?
    Die Darsteller bringen sich allesamt großartig mit ihrer spielerischen Präsenz ein. Lebendig durch ständige schnelle Szenenwechsel, erfrischend witzige Dialoge, selbst wenn es um die Frage geht: Wie bewältige ich meine Krebserkrankung oder auch den Tod? Viele Beispiele sieht man für das Bitter-Süße des Lebens. Eine Gratwanderung zwischen Drama und Komödie über Gegensatzpaare wie Liebe und Hass, Trauer und Freude, Leben und Tod. Mehr als ein Film braucht. So gesehen ist er ein perfekter Unterhaltungsfilm, der funktioniert, ohne Klamauk zu sein
    Worum geht es: Die Mutter ist plötzlich verstorben und alles gerät aus dem Lot. Der Vater Markus (Wotan Wilke Möhring) tut so, als ginge alles so weiter wie bisher. Seine Tochter Kim (Helene Woigk) ist auf einem Gothic-Trip mit Todesbildern als Tapete und revoltiert gegen Schule und Vater, der nur oberflächlich auf sie zu reagieren in der Lage zu sein scheint. Beide gehen unterschiedlich mit ihrem Schmerz um, eine gemeinsame Sprache gibt es nicht. Helfen will Oma Gerlinde (Christine Schorn), die tote Schwiegertochter wenigstens im Haushalt und mental ein wenig zu ersetzen, doch sie wird selbst krank. Diagnose Krebs. Sie muss lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen und auch die letzte Konsequenz zu akzeptieren. Zur Unterstützung für diesen Prozess kommt noch Paula hinzu, Krankenpflegerin für Oma, die eigentlich Schauspielerin werden will und ihre Fähigkeiten häufiger erheiternd demonstriert. Kim lernt Alex kennen, der in der Disco jobbt und die Schule abgebrochen hat, und sie brennt mit ihm durch. Sie trampen nach Dänemark, dem Ort der Erinnerung, wo Kim als Kind mit ihren Eltern glücklich war. Oma, Vater und Paula suchen und finden sie dort.
    Jede Figur löst dabei ihre Aufgabe, eine wichtige Entwicklung in ihrem Leben zu machen, je nach Alter und dazugehörenden Schwierigkeiten und Fähigkeiten. Groovige Musik, harte Riffs, Heavy Metal und elektronische Beats begleiten vor allem Kim und unterlegen die Geschehnisse. Die Kamera liefert dazu scharf gezeichnete Bilder, direkt und mit großer Klarheit. Viele, viele Episoden werden erzählt, die den Film Esprit geben. Mit hohem Tempo sind die Szenen schnell und präzise gesetzt. Drehbuchautor und Regisseur André Erkau hat auf der Grundlage des gleichnamigen Roman von Gernot Gricksch eine gelungene Tragikomödie vorgelegt. Eine typisch deutsche Produktion, auf hohem Niveau als Unterhaltungsfilm, und auch bei aller Tragik der Ereignisse mit humorvollem Blick.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Markus Färber und seine Tochter Kim konnten sich nicht von der Ehefrau und Mutter verabschieden: Die beliebte Kindergärtnerin starb bei einem kuriosen Unfall. Der Vater kann seiner pubertären Tochter in dieser Krise nicht beistehen. Und dann erkrankt auch noch die Oma an Krebs. Es sind nicht gerade wenige Probleme, die sich "Das Leben ist nichts für Feiglinge" auflädt, aber Vater und Tochter brauchen das wachsende Chaos, um aus ihrer anfänglichen Erstarrung und Einsamkeit herauszufinden. Regisseur André Erkau inszeniert die Geschichte mit einem Understatement, das kühl und beiläufig wirkt, aber auch eine angenehme Leichtigkeit ausstrahlt.

    Dies ist nach "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" und "Freilaufende Männer" der dritte Roman von Gernot Gricksch, der verfilmt wird. Der Autor hat das Drehbuch selbst verfasst. Wotan Wilke Möhring ist der ideale Darsteller für den in seinem Schmerz gefangenen Witwer Markus. Wortkarg und wie hinter einer emotionslosen Maske versucht der Unternehmer, seinen Cateringbetrieb weiterzuführen, als wäre nichts gewesen. Auf sein blutleeres, unbeholfenes Verhalten aber reagiert die rebellische Tochter Kim, gespielt von Helen Woigk in ihrer ersten Kinohauptrolle, allergisch. Das ganz in Schwarz gekleidete Mädchen mit dem toupierten Haar und den löcherigen Netzstrümpfen sammelt Statistiken über merkwürdige Unfälle und Gefahren und tippt in ihr Handy Nachrichten an die Mutter.

    Im Wechsel kurzer Szenen springt der Film "Das Leben ist nichts für Feiglinge" von Markus zu Kim, die in der Schule Außenseiterin ist, und zu Oma Gerlinde, die erfährt, dass sie eine Chemotherapie beginnen muss. Die von Christine Schorn gespielte Großmutter, die ihre Krankheit aus Sorge um Markus und Kim verheimlichen will, wird zum emotionalen Mittelpunkt der Restfamilie. Die Spannung der Geschichte ist vor allem diesen unterschiedlichen Charakteren zu verdanken, die so glaubwürdig dargestellt werden. In der jungen Paula, die von einer Schauspielkarriere träumt und zur Übung zwischendurch in selbst ausgedachte Rollen schlüpft, findet Gerlinde eine herzliche Pflegerin. Rosalie Thomass zieht wie schon in "Eine ganz heiße Nummer" mit ihrer natürlichen Lebhaftigkeit und ihrem Charme die Blicke auf sich.

    Kim freundet sich mit dem Schulabbrecher Alex an, der seinen Vater hasst. Der misstrauische junge Mann lässt keinen an sich heran, verbirgt aber hinter seinem coolen Gehabe eine große innere Not. Frederick Lau spielt diesen Alex, der mit Kim an die dänische Küste durchbrennt, wo die Färbers früher Urlaub machten, mit unsicher hochgezogenen Augenbrauen und oft etwas schmerzvoller Miene. Die Geburtstagsfeier seines reichen Vaters in der stylishen Villa muss er auf peinliche und klischeehafte Weise stören. Damit soll in möglichst geraffter Form verdeutlicht werden, dass seine Verachtung ein vergeblicher Appell um die Aufmerksamkeit seines kaltherzigen Vaters ist.

    Vor allem in der Figur des Alex zeigt sich die Oberflächlichkeit des Films in Bezug auf die Charaktere. Es geht mehr um die Momentsituation, als um die tiefere Auslotung der Personen. So wird trotz der interessanten Schauspieler atmosphärisch und emotional einiges verschenkt. Es fällt der Geschichte schwer, einen eigenen Charakter zu entwickeln. Immer wieder erklingt laute Musik, die eine Stimmung erzeugen soll, als könnte diese sonst womöglich nicht aufkommen.

    Fazit: In dem leicht unterkühlten Drama "Das Leben ist nichts für Feiglinge" nach dem gleichnamigen Roman von Gernot Gricksch fallen vor allem die guten Schauspieler auf.
  • Warmherzige Tragikomödie mit Wotan Wilke Möhring, die trotz Tod und Abschied das Leben feiert.

    ” Die einen gehen nach einem Todesfall zur Tagesordnung über, die anderen tragen ihre Trauer nach außen. Oder scheitern dabei, mit zusammen gebissenen Zähnen wieder Normalität in den Alltag zu bringen. Zu den letzteren gehört Markus Färber, der mit dem Verlust seiner Frau nicht klar kommt, er verliert die Orientierung und den Zugang zur Umwelt, zu Kunden und Angestellten seiner kleinen Cateringfirma wie auch zur Tochter. Die 15jährige Außenseiterin im wilden Gothic-Look ist von Schuldgefühlen geplagt, zieht sich in ihre eigene Welt zurück, nur die Großmutter hat manchmal Zugang zu ihrem dunklen Universum. Als bei der alten Dame Krebs diagnostiziert wird, verschweigt sie die Krankheit und verkündet, in Urlaub zu fahren. Stattdessen unterzieht sie sich der Chemotherapie und lässt sich von einer hippen Aushilfspflegerin betreuen, die ihr wieder Lust aufs Leben macht. Ausgerechnet in dieser prekären Situation brennt die Enkelin mit einem Schulabbrecher nach Dänemark durch.

    ” Am Anfang und Ende dieser warmherzigen Tragödie steht jeweils eine Beerdigung. Dazwischen suchen die Familienmitglieder ihren Weg, trennen und finden sich wieder. André Erkau (“Arschkalt”) verzichtet in der Verfilmung von Gernot Grickschs gleichnamigen Roman auf tränenreiche Sentimentalität oder zu große Gefühlsausbrüche, zeichnet die Figuren in ihrer Verletzlichkeit, ihrer Angst und ihrem Schmerz. Trotz schwerer persönlicher Krisen (etwas weniger knüppeldickes Elend hätte auch gereicht) lockern schwarzer Humor und Slapstick-Szenen das Ganze auf, so entfalten Haschkekse ihre fröhliche Wirkung bei der Oma, darf der Witwer auch mal im Reisebüro ausrasten, wenn man den gebuchten Urlaub trotz Todesfall nicht stornieren will oder muss sich auf der Suche nach dem Töchterlein beim Spähen in fremde Fenster als fieser Voyeur jagen lassen. Die ironisch-melancholisch-komische Mixtur, das Nebeneinander von Leichtigkeit und der lakonische Ton spiegeln das Auf und Ab des Lebens wider. Ein stimmiger Score, eine Kamera, die Optik und Geschichte optimal verbindet, dazu ein hervorragendes Ensemble, allen voran Wotan Wilke Möhring als Vater, der erst sehr spät heilende Trauerarbeit zulässt und seine Filmtochter HelenWoigk in ihrem ersten Kinofilm, machen diesen Familienfilm rumdum gelungen. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Deutscher Filmpreis 2013: Drama "Oh Boy" gewinnt sechs Lolas

    Die Preisträger für den Deutschen Filmpreis 2013 wurden bekannt gegeben. Jan Ole Gersters "Oh Boy" konnte sich gegen Tom Tykwers "Cloud Atlas" durchsetzen und wurde als Bester Film mit insgesamt sechs Lolas ausgezeichnet. Weitere Preise gingen an die Schauspieler Tom Schilling und Michael Gwisdek für "Oh Boy", Barbara Sukowa für "Hannah Arend" und Christine Schorn für "Das Leben ist nichts für Feiglinge".

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