Coming In (2014)

Coming In Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Coming In: Komödie um einen schwulen Starfriseur, der sich in eine Kiezfriseuse verliebt.

Tom Herzner ist Berlins In-Coiffeur, der in Mitte einen noblen Haartempel betreibt. Soeben hat er ein erfolgreiches Männer-Shampoo auf den Markt gebracht, nun soll eine Linie für die weibliche Klientel folgen. Da der Liebling der Schwulenszene jedoch absolut keinen Zugang zur Frauenwelt besitzt, verdingt er sich undercover im Neuköllner Kiezsalon der ebenso gutherzigen wie selbstbewussten Heidi. Beeindruckt von ihr, stellt er bald fest, dass er dem “schwachen” Geschlecht vielleicht doch gar nicht so abgeneigt ist.

Ein schwuler Starfriseur verliebt sich ausgerechnet in eine Berliner Kiezfriseuse. Moderne, lichtdurchflutete Berlin-Komödie, die sich mit einem Augenzwinkern über sexuelle Stereotypen lustig macht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die romantische Komödie "Coming In" schwimmt, wie schon ihr Titel verrät, keck gegen den Strom. Sie folgt nämlich der Idee, dass ein schwules Coming Out nicht das letzte Wort sein muss. Beziehungsweise, dass sich auch ein homosexueller Mann in eine Frau verlieben kann. Der ebenfalls schwule Regisseur Marco Kreuzpaintner ("Krabat", "Sommersturm") sieht in dem Thema einen Versuch, das traditionelle Schubladendenken aufzubrechen. Die Komödie, ein Remake eines gleichnamigen Fernsehfilms aus dem Jahr 1997, wirft noch zwei weitere Gegensätze in den Topf: Tom Herzner repräsentiert das durchgestylte, elitäre Berlin, Heidi hingegen das Proletenmilieu, in dem man das Wort Nuance zwar kennt, aber ohne Ü ausspricht. In dem Moment, als Tom das zum ersten Mal auch macht, weiß er, dass er sich mitten in einer radikalen Persönlichkeitsveränderung befindet.

    Ohne diesen albernen Einfall mit dem schwulen Mann, der sich in eine Frau verliebt, wäre die Komödie durchaus solider Mainstream. Denn aus dem Kontrast zwischen der eingebildeten Glamourwelt, in der sich der Promifriseur bewegt, und dem geerdeten, leicht kitschigen Working-Class-Ambiente bei Heidi kann der Film etliche witzige Funken schlagen. Was Tom an dieser jungen Frau so fasziniert, ist vor allem ihre Herzlichkeit – eine Eigenschaft, die er in seinem Salon und selbst in seiner schnöseligen Schwulenclique vermisst. Aber der Film scheint bei alldem seinen Charakteren nicht wirklich nahe kommen zu wollen, um sich nicht zu verkomplizieren.

    Lieber beschränkt sich die Inszenierung darauf, eine Reihe klischeehafter Nebenfiguren antanzen zu lassen, die für Stimmung sorgen sollen. Da gibt es den schrill gekleideten Schwulen (August Zirner), den unterbelichteten Fußballfan Didi (Frederick Lau) als Heidis Freund, und Heidis liebe Großeltern, die Tom mit einer neuen Frisur beglücken darf. Dazu erklingt eine oft ziemlich dick aufgetragene Musik, die amerikanische Popsongs imitiert. Insgesamt hinterlässt der Film trotz hübscher Momente einen oberflächlichen, und wegen dem umgekehrten Coming Out auch kuriosen Eindruck.

    Fazit: Die romantische Komödie "Coming In" baut auf dem unwahrscheinlichen Fall auf, dass sich ein schwuler Starfriseur in eine Kollegin aus der Unterschicht verliebt. Die gefällige Inszenierung beschränkt sich auf oberflächlich milde Unterhaltung.
  • Coming-out anders rum – ein Nobelcoiffeur verliebt sich in Marco Kreuzpaintners schwungvoller, lustvoll mit Klischees spielender RomCom in eine Kiezfriseuse.

    Ein Coming-out gab’s schon 2004 bei Marco Kreuzpaintners reflektierter Coming-of-Age-Komödie “Sommersturm”, nun variiert er bei “Coming in” das Thema. Erwachsener sind diesmal seine Protagonisten, etabliert und im Leben angekommen. Wesentlich schriller und leichter ist nun der Ton, wobei der Film jedoch nie zum puren Klamauk verkommt und die Figuren durchaus der Realität verpflichtet sind. Als klassische RomCom mit anderen Vorzeichen muss man diesen Gute-Laune-Spaß lesen, der um Liebe, Freiheit und Selbstfindung kreist und im (Szene-)Berlin trefflich verortet ist.

    Tom Herzner (Kostja Ullmann) ist der angesagte Coiffeur der Hauptstadt. Seinen Haartempel in Mitte – elektrisch Schneiden ist hier verpönt – frequentiert die Prominenz, dass keine Frauen Platz nehmen, dafür sorgt resolut Geschäftsführerin Berta (frostig gut: Katja Riemann) – notfalls mit dem Hinweis darauf, dass sie nur in diesem Männerhort arbeiten darf, weil ihre “Titten nicht echt sind”. Nach einem erfolgreich eingeführten Herrenshampoo soll eine Linie für die Damen folgen, ein Problem für Tom, dem Liebling der Schwulenszene, der mit dem schwachen Geschlecht so gar keine Erfahrung besitzt. So landet er zu Feldforschungszwecken im “Bel Hair”, dem Neuköllner Kiezsalon von Heidi (Aylin Tezel), die ihn gleich mal eine dicken Kuss auf die Lippen drückt, was ihn mehr als nur verdattert.

    Romeo und Julia, Heten und Homos, High Society und hemdsärmelige Prölls – vom heftigen Aufeinanderprall verschiedener (Werte-)Welten erzählt Kreuzpaintner mit gutem Auge für Charaktere und Lokalkolorit. Coming-out mal anders. Vorurteile und Rollenmuster werden hinterfragt, lustvoll wird mit Klischees und Stereotypen gespielt, dabei jedoch niemand der Lächerlichkeit preisgegeben. Tom muss sich seiner neuen Umgebung anpassen, mit Hape-Kerkeling-Perücke, T-Shirt, das ihn als Union-Berlin-Fan ausweist, und neuem Namen: Horst, “ausgerechnet Horst”. Die Freunde – darunter Lover Robert (Ken Duken), Chauffeur Bassam (Denis Moschitto) und Salvatore (extra-tuckig: August Zirner), Herausgeber eines schwulen Stadtmagazins, sind ob Toms “Verwirrung” entsetzt – “Frauen sind rechthaberisch, beherrschend und halten dir die Nase zu, wenn du schnarchst!” -, Heidis Umfeld kann mit den geschniegelten Tunten nichts anfangen.

    Doch Tom hat sein Herz längst verloren, was Berta sofort erkennt: “Was ist los mit dir? Du gehst so breitbeinig.” “I Kissed a Girl” singt Katy Perry auf dem sorgsam zusammengestellten Ohrwurm-Soundtrack, verführerisch glitzern Daniel Gottschalks Großstadtbilder, während Tom mit der gestylten Heidi auf dem Sozius durch die nächtlichen Straßen braust. Herz reimt sich ganz ungeniert auf Schmerz, Tränen fließen und vor dem Platzregen flüchtet sich das Paar in einen Fotoautomaten. Aus dem Schlitz fällt final der obligate Bildstreifen – “The End” steht drauf, “Happy” versteht sich. geh.

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