Chronicle - Wozu bist du fähig? (2012)

Originaltitel: Chronicle
Chronicle - Wozu bist du fähig? Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Chronicle - Wozu bist du fähig?: Ein etwas anderer Superheldenfilm, in dem drei Freunde, die unverhofft zu Superkräften kommen, aneinandergeraten.

Loser Andrew, sein smarter Cousin Matt und Sunnyboy Steve sind beste Freunde an der Highschool. Andrew hat immer eine Videokamera dabei und filmt auch das Innere einer Höhle, das die drei erkunden. Nach dem Kontakt mit der darin lebenden riesigen Kristallstruktur entwickeln die Drei telekinetische Fähigkeiten. Sie haben ihren Spaß, Bälle, Legosteine und Chips in der Luft schweben zu lassen, und verschrecken Hausfrauen im Supermarkt und auf Parkplätzen. Ihre Fähigkeiten steigern sich, bis es Andrew übertreibt und aus Wut den Truck eines Rednecks mit seinen Kräften von der Straße in einen reißenden Fluss fegt.

Der Verlierer Andrew, sein smarter Cousin Matt und Sunnyboy Steve sind beste Freunde. Andrew filmt mit Videokamera mit, wie sie das Innere einer Höhle erkunden. Nach dem Kontakt mit einer riesigen Kristallstruktur entwickeln die drei telekinetische Fähigkeiten. Sie haben ihren Spaß, Bälle, Legosteine und Chips in der Luft schweben zu lassen. Ihre Fähigkeiten steigern sich, bis Andrew übertreibt und aus Wut den Truck eines Rednecks mit seinen Kräften von der Straße in einen reißenden Fluss fegt.

Drei Freunde gelangen zu Superkräften, beginnen sich aber nach anfänglichem Spaß regelrecht selbst zu zerfleischen. Großartiger Superheldenfilm, der die Möglichkeiten des Found-Footage-Formats für eine ungewöhnliche Perspektive ausreizt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (3)

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Kritikerrezensionen

  • Von „Carrie“ bis „Cloverfield“ – das starke Debüt von Josh Trank ist trotz zahlreicher Anleihen originell, rasant, witzig und düster zugleich.
  • Clever gestrickte, dramatische Coming-Of-Age-Story im Found Footage-Look, in der drei Highschool-Schüler Superkräfte entwickeln, die ihnen außer Kontrolle geraten.

    Welcher Teenager wünscht sich nicht, übermenschliche Kräfte zu haben und so dem oft als unerträglich empfundenen Alltag zu entkommen? Genau diese Prämisse greift Regienovize Josh Trank auf, der das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Max Landis (Sohn von Regisseur John Landis) verfasste.

    Drei junge Protagonisten (allesamt relativ unbekannte Nachwuchsschauspieler) bilden ein Freundes-Kleeblatt, das aus dem gehänselten Verlierertypen Andrew, seinem intellektuellen Cousin Matt und dem allseits beliebten Sonnyboy Steve besteht. Der schüchterne Andrew dokumentiert sein miserables Leben (seine Mutter ist krank, sein Vater ein gewalttätiger Alkoholiker usw.) mit seiner Videokamera und aus dieser Perspektive ist der Film mit wenigen Ausnahmen (Sicherheitskameras, Computerkamera, Helikopterkamera, eine filmende Mitschülerin) gefilmt.

    Die drei Freunde erkunden in einer an “Akte X” erinnernden Sequenz eine Höhle, in der sich eine riesige lebendige Kristallstruktur verbirgt. Anschließend beginnen alle drei telekinetische Fähigkeiten zu entwickeln. Sie haben ihren Spaß, Bälle, Legosteine und Kartoffelchips in der Luft schweben zu lassen und verschrecken nichtsahnende Hausfrauen im Supermarkt und auf Parkplätzen. Erstes Anzeichen von Gefahr ist, als Andrew wütend den Truck eines Rednecks mit seinen Käften von der Straße in einen reißenden Fluss fegt. Die Fähigkeiten der drei Teenager steigern sich fortwährend. Alsbald können sie nicht nur schweben, sondern vogelfrei durch die Lüfte fliegen und Air-Football spielen. Doch die leichtherzig-verspielte Stimmung nimmt ein Ende, als Andrew einen Supermensch-Komplex entwickelt – mit bösen Konsequenzen.

    Die handgehaltenen Kameraaufnahmen sind zum Glück nicht sonderlich verwackelt und daher optisch wesentlich besser als einige andere Filme dieser Machart, z.B. “Cloverfield”, zu verkraften. Ein paar Schnitte sind bewusst amateurhaft ausgefallen, insgesamt ist der Schnitt jedoch fließend. Man gewöhnt sich ohnehin schnell an die Low-Budget-Optik, die im Gegensatz zu den üblichen Superhelden-Abenteuern steht. Auch die Story wandelt nicht auf herkömmlichen Genre-Pfaden, sondern bleibt trotz Superkräfte (abgesehen vom maßlos übersteigerten Finale) bodenständig und in einer gewissen Alltäglichkeit verankert. Dies wird von der relativ tristen Farbpalette untermalt, die teils an “District 9″ – nicht von ungefähr, stammen die nahtlos eingefügten und für einen mit ca. 15 Mio. Dollar realisierten Film exzellenten Spezialeffekte von Simon Hanson , der zur Second Unit von “District 9″ gehörte. Ebenso wie dieses unkonventionelle Alien-Drama hat Tranks Teenthriller der etwas anderen Art das Potenzial zum Überraschungshit. ara.
  • "Chronicle" ist, dies kann ohne Umschweife gesagt werden, ein durchaus größenwahnsinniger Film. Und dies nicht etwa deshalb, weil er ein Welterklärungsmodell in seinen Subtext stopfte und auch nicht, weil er mit übertriebenen Symboliken versuchte, am besten gleich die ganze Kunstgeschichte in sich aufzusaugen. Nein, die Erzählung von Regiedebütant Josh Trank und Autor Max Landis, dem Sohn von Regisseur John ("American Werewolf"), balanciert vielmehr virtuos auf zwei Drahtseilen gleichzeitig: Sie verwurzeln einen Plot und eine Ästhetik, die sich an nichts als der jüngeren Filmgeschichte und der medialen Sozialisation der YouTube-Generation orientieren, in einer lebensnahen, mitfühlenden und stellenweise sehr witzigen "Was wäre, wenn…?"-Phantasie. Und sie lassen eine intim beobachtende Geschichte ausarten in einen Katastrophenfilm, eine Materialschlacht, muten dem Zuschauer einen Genremix zu, der sich aus den unterschiedlichsten Vorbildern von "Carrie" (1976) bis "Cloverfield" (2008) speist.

    Es ist die erzählerische Finesse von Trank und Landis, die der Film "Chronicle" vor der Implosion bewahrt. Nur anfangs scheint es, als habe Trank mit der selbst auferlegten Einschränkung, den Film aus der subjektiven Perspektive von Andrews Kamera zu drehen, nicht allzu viel Sinnhaftes anzufangen gewusst - immerhin hatte der Regisseur ursprünglich nur eine Serie von Kurzfilmen geplant, die die neuen Superhelden bei ihren reichlich depperten, dabei aber höchst amüsanten Streichen zeigen sollte. Doch als Landis an Bord kam, wurden die Clips nurmehr zu einer Episode in einem sorgfältig gearbeiteten erzählerischen Bogen.

    Und dabei lässt sich auch einer sehr gut durchdachten Entwicklung in der ästhetischen Herangehensweise beobachten. Die Handkamera ist mal ein Symbol der Distanz, die Andrew zu seiner Umwelt einnimmt, dann wieder eine Simulation der Unmittelbarkeit, wenn die drei wie in einem Handyvideo ihre Späße dokumentieren, und schließlich der verwirrte Beobachter eines unbezähmbaren, chaotischen Unglücks. Dogmatisch geht Josh Trank freilich nie vor: Wo der subjektive Blick seine Möglichkeiten zu sehr beschränkte, hat er ihn aufgelöst – etwa im Gegenschuss, den Matts "love interest" für ihren Blog aufnimmt. Oder in der erzählerischen Volte, dass Andrew seine neuen Kräfte eben auch auf die Kamera einwirken lassen kann, die sich dann von allen (bisherigen) Gesetzmäßigkeiten der Physik ablöst.

    All dies würde den Zuschauer vermutlich trotzdem nicht als Komplizen gewinnen, der den Filmemachern durch die Volten ihrer Handlung folgte. Aber die größte Stärke des Films ist die Nähe zu seinen Figuren, die nicht vom Fortgang der Ereignisse mitgerissen werden, sondern diese von Anfang bis Ende autonom bestimmen. Und noch im größten Chaos, in dem die subjektive Perspektive sehr angemessen jegliche Orientierung verliert, findet sie doch immer wieder zu den Gesichtern der Protagonisten zurück.

    Den Hauptdarstellern Dane DeHaan, Alex Russell und Michael B. Jordan gehören diese Gesichter, und es sind vor allem DeHaan als Andrew und Jordan als Steve, die ihre Figuren souverän durch das Wechselbad der Emotionen führen, das der Film auch für den Zuschauer bereithält. "Chronicle" ist ein Wagnis - aber ein lohnendes.

    Fazit: Regiedebütant Josh Trank gelingt mit "Chronicle - Wozu bist du fähig?" dank souveräner Inszenierung und großem Einfühlungsvermögen ein Superhelden-Film, der im Alltag verwurzelt bleibt und dennoch nicht mit Schauwerten geizt.
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