Bringing Out the Dead - Nächte der Erinnerung (1999)

Originaltitel: Bringing Out the Dead
Bringing Out the Dead - Nächte der Erinnerung Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Bringing Out the Dead - Nächte der Erinnerung: Mit Speed, Action und Galgenhumor erzählte Odyssee eines Ambulanzfahrers durch die Mean Streets von New York.

Von der Erinnerung an den Tod der jungen Asthmatikerin Rose wird Ambulanzfahrer Frank, der allnächtlich die traurigen Straßen New Yorks kreuzt, in die Krise gestürzt. Seine Kollegen kompensieren die Konfrontation mit dem allnächtlichen Wahnsinn auf ihre Art: Larry lenkt sich mit Essen ab, Marcus schwört auf Religion, und Rassist Walls reagiert mit Gewalt.

Wie eine Armee der Toten belagern sie nachts die Straßen von New York: Junkies, Verrückte, Heimatlose, Selbstmordkandidaten oder schwangere Prostituierte, die selbst noch Kinder sind. Mittendrin: der von Selbstzweifeln geplagte Unfallsanitäter Frank. Manchmal rettet er ihnen das Leben und fühlt sich wie Gott. Manchmal aber kommt er zu spät oder trifft eine falsche Entscheidung. Dann zeigt die Hölle ihre Fratze, wachsen Hilfe suchende Körper aus dem Asphalt, spuken Geister in Franks Kopf herum und lassen ihn nicht zur Ruhe kommen…

Ambulanzfahrer Frank, der allnächtlich durch die traurigen Strassen New Yorks kreuzt, wird von Selbstzweifeln geplagt: Manchmal rettet er Leben und fühlt sich wie Gott. Manchmal aber kommt er zu spät oder trifft eine falsche Entscheidung. Dann zeigt die Hölle ihre Fratze, wachsen Hilfe suchende Körper aus dem Asphalt, spuken Geister in Franks Kopf herum und lassen ihn nicht zur Ruhe kommen… Hypnotisch beklemmendes Drama, das auf einen brillanten Nicolas Cage vertrauen kann.

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Kritikerrezensionen

  • Martin Scorsese wieder auf heimischem Turf. Wiedervereint mit Drehbuchautor Paul Schrader stellt er nach dem meditativen Dalai-Lama-Epos “Kundun” sein inszenatorisches Talent in den Dienst der Verfilmung von Joe Connellys atemlosen Roman über einen Ambulanzfahrer, der von den Geistern der Menschen verfolgt wird, die er nicht retten konnte. Mit Speed, Action und Galgenhumor durchmißt Scorsese erneut jene Mean Streets, die Travis Bickle in “Taxi Driver” vor einem Vierteljahrhundert zum Amokläufer werden ließen: eine 72 Stunden währende Odyssee ans Ende der Nacht über den altvertrauten Themenkatalog Schuld und Sühne, Verzweiflung und Erlösung. Unterstützt von Vollprofis wie John Goodman, Tom Sizemore und Ving Rhames fügt Nicolas Cage seiner Galerie getriebener Charaktere in einer manischen Over-the-Top-Darstellung ein weiteres Juwel hinzu.

    Die – reizvollen – Parallelen zu “Taxi Driver” sind unmöglich zu übersehen. In beiden Filmen stehen desperate Einzelgänger im Mittelpunkt, die in ihrem Beruf in der Zeit nach Mitternacht mit den Schattenseiten des Big Apple – Gewalt, Tod, Drogen, menschliches Treibgut – konfrontiert werden und die eigene ausgebrannte Existenz in dem Gesehenen und Erlebten wiedererkennen und spiegeln. In beiden Filmen ist es die manische Fixierung auf die Rettung eines gefallenen Engels, die die Erlösung der Helden herbeiführen soll. Doch was “Bringing Out the Dead” wirklich spannend macht, sind die Unterschiede, die Variationen der alten Motive: Während “Taxi Driver” mit kühler Präzision auf die unausweichliche Apokalypse zusteuert, mit einer Hauptfigur wie eine tickende Zeitbombe, trägt dieses “Dantes Inferno” in Hell’s Kitchen die Züge eines fiebrigen Amphetamin-Rausches, in dem der zur Passivität verdammte Antiheld Frank Pierce kurz vor der Implosion steht. Und so ist der Mord, der in dieser Geisterstunde am Ende steht, kein Befreiungsschlag der letzten Konsequenz, sondern ein fast zärtlicher Akt der Gnade, der Pierces Lämmer – zumindest kurzfristig – zum Schweigen bringt.

    Bis es so weit ist, legt “Bringing Out the Dead” einen weiten, unkonventionellen Weg zurück, der den Gesetzen eines wahren Alptraumes folgt. In den frühen 90er Jahren kreuzt er als Ambulanzfahrer durch die schmutzigen Straßen des Prä-Giuliani-New-York. Von der Erinnerung an den von ihm nicht verhinderten Tod der jungen Asthmatikerin Rose in eine spirituelle Krise gestürzt, hat sich das kurze High des Lebenrettens angesichts all des Elends und der gebrochenen Körper in ein nimmer enden wollendes Tal der Tränen verkehrt. Resigniert stellt Frank im Voice-Over fest, daß er weniger Retter als Chronist ausgelöschten Lebens ist. Seine Kollegen kompensieren die Konfrontation mit dem allnächtlichen Wahnsinn auf ihre Art: Larry (John Goodman) lenkt sich mit Essen ab, Marcus (Ving Rhames) schwört auf Religion, und der sadistisches Rassist Walls (Tom Sizemore als Zorn Gottes) reagiert auf die Trostlosigkeit mit Gewalt. Nur Frank hat keinen Rettungspuffer – bis er die ehemalige Heroinabhängige Mary (Cages Ehefrau Patricia Arquette) kennenlernt, die Tochter eines zwischen Leben und Tod schwebenden Mannes, den Frank nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert hat. Ihre nicht immer völlig überzeugenden Szenen im Auge des Hurrikans bilden das Gegengewicht zu den zunehmend irrwitziger werdenden Nachttrips – von Kameramann Robert Richardson mit grellen, immer wieder grotesk beschleunigten Bildern festgehalten und von Thelma Schoonmaker fantastisch im Rhythmus von “Janie Jones” von den Clash geschnitten (fabelhaft: die halluzinatorische Sequenz, in der Pierce den auf einem Fahnenmast aufgespießten Drogendealer Cy rettet). Die Beziehung zwischen Frank und Pierce ist auch der Katalysator für die Resolution von Franks Dilemma: Kann man in dieser absurden Welt, in der Gott Unschuldige wie Rose sterben und Drogendealer leben läßt, Zeichen setzen? So steht dieser Horrortrip in die Zeit nach Mitternacht trotz seiner radikalen Energie und seines nackten Wahnsinns als Meditation über die Kraft und die Grenzen des Glaubens “Kundun” in seinen letzten Bildern doch wieder näher als “Taxi Driver”. ts.

Darsteller und Crew

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