Blueprint (2003)

Blueprint Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Blueprint: Franka Potente als geklonte Tochter einer Starpianistin, die das Werk ihrer Mutter weiterführen soll (nach dem Roman von Charlotte Kerner).

Die weltweit gefeierte Pianistin Iris Sellin (Franka Potente) erfährt im Alter von 30 Jahren, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat. Da beschließt sie, sich klonen zu lassen, auf dass ihre Kunst und irgendwie auch sie selbst über den Tod weiter lebe. Ergebnis dieser Anstrengungen ist Siri, ein exaktes Gegenbild ihrer Mutter mit derselben musischen Hochbegabung. Als Siri erfährt, wer sie wirklich ist, gerät die Welt der beiden Frauen aus den Fugen…

Bemerkenswerte Doppelrolle für Franka Potente in diesem feinsinnigen Drama, das Rolf Schübel (“Gloomy Sunday”) für 4,5 Mio. Euro vor kanadischen Kulissen in Szene setzte. Die Kinofassung des gleichnamigen Jugendromans von Charlotte Kerner schafft das Kunststück, bei einem kontroversen Thema zu berühren, statt zu belehren.

Mit 30 Jahren erfährt die weltberühmte Pianistin Iris Sellin, dass sie an einer unheilbaren Krankheit leidet. Um ihre Kunst zu bewahren, beschließt sie, sich klonen zu lassen. Ein ehrgeiziger Wissenschaftler lässt sich dazu überreden. Tochter Siri entwickelt sich hervorragend und erbt auch das musikalische Talent. Als Siri als Teenager erfährt, wer sie ist, bricht sie zusammen und entfernt sich immer mehr von der Mutter.

Als die Starpianistin Iris Sellin erfährt, dass sie an Multipler Sklerose leidet, will sie ihr Talent an die Nachwelt weitergeben. Deshalb lässt sie einen Klon von sich anfertigen. Der Plan gelingt. Nach neun Monaten bringt Iris eine gesunde Tochter zur Welt. Siri gleicht der Mama wie ein Ei dem anderen und sie erbt auch deren Begabung. Doch als diese als Teen erfährt, dass sie eine künstlich geschaffene Kreatur ist, wendet sie sich von der Mutter ab und wandert nach Kanada aus. Später kehrt Siri noch einmal nach Deutschland zurück – an Iris’ Sterbebett.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In einer Doppelrolle lässt sich Franka Potente in diesem melancholischen Drama nach dem bekannten Jugendroman von Charlotte Kerner klonen. Mit 4,5 Mio. Euro budgetiert, zum größten Teil in Kanada realisiert und neben Potente mit Ulrich Thomsen (“Bella Martha”) und Hilmir Snaer Gudnason (“101 Reykjavik”) international besetzt, weckt “Blueprint” nicht nur mit seiner brisanten Thematik hohe Erwartungen, nachdem Regisseur Rolf Schübel zuvor mit “Gloomy Sunday” bereits eine anspruchsvolle Romanadaption einfühlsam in Szene gesetzt hatte.

    “Das Drama einer Seele in zwei Körpern”, ist das Thema von “Blueprint”: Die Geschichte des ersten geklonten Menschen – erzählt aus dessen Sicht. Mit 30 Jahren erhält die weltberühmte Pianistin Iris Sellin eine erschütternde Diagnose – sie leidet an Multiple Sklerose. Um ihre Kunst und außergewöhnliche Begabung über ihren nahenden Tod hinaus am Leben zu erhalten, beschließt sie, sich klonen zu lassen. Sie findet einen Gentechniker, der das Unmögliche möglich macht und damit zum “technischen” Vater von ihrer Tochter Siri wird, die neun Monate später, aus einer Zelle ihrer Mutter gewachsen, zur Welt kommt. Früh zeigt sich, dass Siri nicht nur mit Iris’ Aussehen, sondern wie erwartet mit deren Talent gesegnet ist. Noch im Kindesalter erfährt die Tochter, wer sie tatsächlich ist – und zerbricht mit dem Erwachsenwerden an der Realität. Siri verweigert sich ihrer Rolle, gibt das Klavierspielen auf, wandert nach Kanada aus. Hier zieht sie sich ganz in die Natur zurück, wo sie in stiller Einsamkeit vor sich hin lebt – und auf ihre Kindheit zurück blickt. Erst in deren letzten Stunden findet sie den Weg zu ihrer Mutter zurück und wird mit der Frage des Vergebenkönnens konfrontiert.

    Eines schwierigen Stoffes haben sich Rolf Schübel und sein Drehbuchautor Claus Cornelius Fischer (“Boran”) angenommen. Anders als der deutsche Leinwanderfolg “Das Experiment”, der sich bereits auf seine Weise mit der Manipulation von Menschen beschäftigte, entstand jedoch kein Thriller aus dem diskussionswürdigen Thema, sondern ein stilles Drama über menschliche Schicksale. Auf den moralischen Zeigefinger wollte Schübel verzichten, und so konzentriert er die viel diskutierten Konsequenzen des Klonens von Menschen auf die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer Tochter, die dadurch zerreißt, dass Letztere das Gefangensein in den Erwartungen ihres Vorbilds nicht mehr erträgt. Die Tragödie des Menschen, der kein Original, sondern die Blaupause ist, mimt Franka Potente in beiden Rollen – und meistert die Schwierigkeit (unterstützt von Maske und Special Effects), beiden dennoch ein eigenes Gesicht zu geben.

    Schübel verstärkt das Schicksal mit dem Einsatz von Spiegelungen, lässt viele Szenen von der elegischen Pianomusik dominieren und stellt Konzertaufnahmen weite, offene Bilder der kanadischen Natur gegenüber, in denen der künstliche geschaffene Mensch seine Befreiung sucht. So gelingt ihm in stimmungsvollen Szenen ein nachdenklicher Blick auf ein Thema, das man eher in einem Suspense-Thriller erwarten würde, und bei dessen Umsetzung auf eine kritische Hinterfragung der geschilderten Situation weitgehend verzichtet wird. Womit “Blueprint” zugleich mehr Fragen aufwirft, als beantwortet werden – doch ist auch dies angesichts der Relevanz der Problematik eine mögliche Herangehensweise, die beim Publikum anspruchsvoller deutscher Filme wie “Gloomy Sunday” oder auch “Bella Martha” Gehör finden sollte. cm.

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