Bloch: Bauchgefühl (2008)

Bloch: Bauchgefühl Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Bloch: Bauchgefühl: Dieter Pfaff als Therapeut Bloch in einem Fall um Essstörungen, der ihn durchaus auch persönlich betrifft...

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Kritikerrezensionen

  • Die Idee ist so absurd, dass sie überfällig war: Ausgerechnet der dicke Bloch soll ein magersüchtiges Mädchen therapieren.

    Man stelle sich das vor: Eltern suchen einen Psychotherapeuten auf, weil ihre Tochter immer dünner wird, und treffen auf einen Mann von der Korpulenz eines Walrosses. Da muss sich sogar Bloch vorsichtig erkundigen, ob sie ihn wirklich für den Richtigen halten. Selbstredend steht das völlig außer Frage: Wer könnte einem Menschen ähnlich gut etwas über die Freuden der Nahrungsaufnahme erzählen, wenn nicht ein Mann, in dessen Leben Essen offenkundig eine höchst lustvolle Rolle spielt?! Der Titel dieser “Bloch”-Folge, “Bauchgefühle”, ist also von beinahe sardonischer Doppelbödigkeit.

    Wie stets in der vorzüglichen Reihe sind die Dinge natürlich viel komplizierter. Es geht nicht nur um eine junge Frau von Anfang zwanzig, die aufgehört hat zu essen und mit der Raffinesse eines Alkoholikers jede Nahrungsaufnahme verweigert. Das Ende ist absehbar: Irgendwann wird Jana (von Maria Kwiatkowsky als erschütternd knochiges Nervenbündel verkörpert) sterben. Blochs Suche nach der Ursache für ihre Magersucht ist also ein Wettlauf mit dem Tod. Janas selbstgewählte Reduktion ist vor allem deshalb verstörend, weil ihre beste Freundin auf genau diese Weise gestorben ist.

    Es ist Autor Marco Wiersch ganz vorzüglich gelungen, die Modekrankheit von allen Klischees zu befreien. Mit Hinweisen auf vermittelte Schönheitsideale (“Germany’s Next Topmodel”) hält er sich gar nicht erst auf. Regisseurin Franziska Meletzky wiederum erzählt die Geschichte als fesselnden Zweikampf zwischen zwei starken Persönlichkeiten; die Leistung von Maria Kwiatkowsky (zuletzt in der “Kommissarin Lucas”-Folge “Vergessen und Vergeben”), die vor einigen Jahren durch ihre Hauptrolle in dem Film “En Garde” imponierte, ist schon allein deshalb hervorzuheben, weil sie ihrem Spielpartner körperlich so drastisch unterlegen ist.

    Weniger gelungen sind Entwurf und Führung der Nebenfiguren. Janas Vater (Lutz Blochberger) ist ein karrierefixierter Ignorant, ihre Mutter (Margarita Broich) nervt schon allein deshalb, weil sie in Stresssituationen reflexartig Locken dreht. Um so besser sind die Szenen von Therapeut und Patientin, zumal die Bildgestaltung (Hubert Schick) immer wieder die verquere Perspektive Janas übernimmt. Überaus stimmig ist auch der leitmotivisch variierte Einsatz des Gloria-Gaynor-Songs “I will Survive”, dessen optimistische Botschaft im völligen Gegensatz zu Jana subjektiver Sichtweise steht und somit die ganze Fatalität dieser Krankheit verdeutlicht: Abgemagert bis auf die Knochen, bezeichnet sie sich immer noch als fette Kuh. tpg.

Darsteller und Crew

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