Banklady (2013)

Banklady Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Banklady: Wahre Geschichte der ersten Bankräuberin Deutschlands, die in den Sechzigern 400.000 Mark erbeutete. Mit TV-Star Nadeshda Brennicke.

In den frühen 1960er Jahren sorgte die erste Bankräuberin Deutschlands für Aufregung. Die 30-jährige Arbeiterin Gisela Werler erbeutete höflich, aber bewaffnet und in immer neuen Maskeraden 400.000 Mark, ein Rekord. Sie verliebt sich in ihren Komplizen, der als liebender Familienvater ein Doppelleben führt, und dennoch ihrem Charme verfällt. Die Polizei tappt lange im Dunkeln, schnappt die beiden aber nach langer Verfolgung. Im Knast heiratet sie ihren Bernd, das Paar bleibt bis zum Tode der “Banklady” 2003 zusammen.

Anfang der Sechzigerjahre erbeutet Gisela Werler mehr als 400.000 Mark mit ihrem Kompagnon, in den sie sich verliebt. Lebensgeschichte der ersten Bankräuberin Deutschlands, die auf drastische Weise aus ihrem Leben ausbrach.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Schon länger gehört die Verkörperung der Bankräuberin Gisela Werler zum Wunschprojekt der Schauspielerin Nadeshda Brennicke, die schließlich ihren Stammregisseur Christian Alvart ("Antikörper", "Fall 39") überreden konnte, das Konzept als deutschen Actionfilm "Banklady" aufzuziehen. Schon seit Alvarts noch reichlich holprigem Debüt "Curiosity & the Cat" (1999) arbeiteten die Beiden zusammen, wobei sie ihre Vorliebe für so starke wie ambivalente Charaktere eint. In dem Stoff sah Alvart die Möglichkeit, eine deutsche "Bonnie & Clyde"-Variante zu kreieren, weshalb er dem US-Klassiker gegen Ende in Mode und Stil seine Referenz erweist.

    In den letzten Jahren wurde die zuvor fast vergessene wahre Geschichte eines kriminellen Ausbruchsversuchs aus der bürgerlichen Enge mehrfach umgesetzt. Nach einem experimentellen Animationsfilm, einem Beitrag des "Süddeutsche TV Magazins" inklusive des einzigen Interviews mit der inzwischen verstorbenen Gisela Werler sowie der NDR-Dokumentation "Geld her - Die Banklady", auf die Brennicke stieß, handelt es sich bei Alvarts Kinofilm um eine stärker fiktionale Bearbeitung. Ganz in Gangsterfilm-Tradition setzt er auf flotte Actionelemente und eine indirekte Verbindung des Verfolgers Fischer zum Objekt seiner Ermittlungen, da sich beide häufiger begegnen, ohne es mitunter zu wissen.

    Der einstige Herausgeber des Frankfurter Filmmagazins "X-Tro" gehört zu jenen hiesigen Regisseuren, die sich in den Fußspuren des internationalen Genrekino bewegen. Mit Split-Screen-Einsatz, Texteinblendungen und Tricksequenzen greift er die in den Sechzigern modernen, dynamischen Erzählformen als Hommage auf. Sogar die Autofahrten wurden wieder vor einer "Green Screen" aufgenommen, was dem Geschehen einen bewusst künstlichen, stilisierten Anstrich verleiht. Alvarts Ausflüge in die Karikatur, etwa mit dem von seinem Stammschauspieler Niels Bruno Schmidt verkörperten Kriminalassistenten Kruse, kann man durchaus in der Tradition von Edgar Wallace und Co. sehen. Dazu gibt es Gastauftritte lokaler Größen wie Heinz Strunk als aufdringlichen Barbesucher oder Albert Wiederspiel, Leiter des Hamburger Filmfests, als Informant.

    "Banklady" funktioniert sowohl als in Sepiafarben gehaltene Sozialstudie über einen illegalen Ausbruchsversuch ins Abenteuer, als kriminelle Romanze sowie teilweise als Gangsterreißer. Zunächst gelingt es Alvart und seinen beiden Autoren, den Ausbruch der einsamen Arbeiterin aus dem bürgerlichen Sechziger-Mief und ihre Faszination für den Bankräuber Wittorff als Doppelspiel zu verdeutlichen. Wittorffs saloppe Sprüche, sein weltmännisches Auftreten und seine Verbindungen zum halbseidenen Gewerbe schlagen die nicht mehr ganz junge Frau in den Bann, obwohl sie bald dessen Lügengebäude entlarvt. Doch die verbotene Welt wirkt weiterhin anziehender als die stete Bevormundung durch eine besorgte Mutter und einen verbitterten, vom Krieg gezeichneten Vater.

    Bei den Polizeirecherchen stellt Alvart die veralteten Methoden des "alten Hasen" Kaminski den zeitgemäßen Wegen des jungen Kommissars Fischers gegenüber, was sich mit der Sechziger-Aufbruchstimmung deckt. Dazu kann er auf seinen steten Kameramann Ngo The Chau ("Stereo", "66/67 – Fairplay war gestern") und dessen Gespür für effektvolle, überhöhte Kinobilder bauen.

    Leider gerät die Balance gegen Ende zunehmend aus dem Lot. Schon zu Beginn wirken die Straßen streckenweise wie leer geräumt. Eine irreführende Parallelmontage, die spätestens seit "Das Schweigen der Lämmer" zum Kinostandard gehört, lässt sich zu schnell durchschauen. Im Verlauf gerät Ken Dukens manisch-obsessiver Kommissar immer überzogener, was auch für die finalen Actioneinlagen gilt. Zwar stießen Gisela Werler und ihr Komplize bei ihrem letzten Bankraub tatsächlich auf Widerstand, weshalb Hermann Wittorff zur Waffe griff, doch Alvart inszeniert diesen Zwischenfall sowie die anschließende Verfolgungsjagd wie in einem knalligen Bruce Willis Streifen.

    Trotzdem erscheint "Banklady" als weiterer Schritt in die richtige Richtung. Mit einer "Captain Future"-Kinofassung und der Überlegung, den Til Schweiger-"Tatort" ins Kino zu hieven, wollen Alvart und sein Team dem Genrekino mit deutschen Wurzeln künftig weiterhin verbunden bleiben.

    Fazit: Der auf Fakten basierende "Banklady" bietet ein solides, teils flott geschnittenes Gangsterdrama mit einem zu überzogenen Finale, was der Glaubwürdigkeit schadet.
  • Die “wahre” Geschichte der ersten Bankräuberin Deutschlands im rasanten Stil von Bonnie und Clyde.

    “Danke, und schönen Tag noch”. Mit diesen netten Worten verabschiedet sich die “Banklady” bei den Angestellten, deren Geldinstitut sie gerade ausgeraubt hat. So höflich kann nur eine Frau sein, und bald ranken sich die wildesten Gerüchte um die Dame, die die Presse als “Banklady mit den hübschen Beinen” und “Räuberbraut” stilisiert.

    Christian Alvart (“Antikörper”) wendet sich nach seinem Hollywood-Ausflug und einigen Tatort-Inszenierungen wieder der großen Leinwand zu und erzählt in diesem Gangstermovie von den frühen 1960er Jahren. Da ackert Gisela Werler in einer Tapetenfabrik, wird zu Hause von ihrem kriegsversehrten Vater drangsaliert und unterstützt die Mutter bei der Hausarbeit. Die sporadischen Treffen mit ihrem Kollegen Uwe übersteht die immerhin schon 30Jährige keusch. Gemeinsam ist ihnen nur der Traum von Capri in der Abendsonne. Als er einen Koffer voller Kohle bei ihr versteckt und am nächsten Tag mit seinem Kumpel Bernd durchs Fenster klettert, ändert sich Giselas Leben. Sie will mitmachen bei den nächsten Banküberfällen und übersteht die erste Feuerprobe problemlos, ist bald die treibende Kraft. Der Haken: sie verliebt sich in ihren neuen Komplizen, der ein Doppelleben als liebender Familienvater führt.

    Mit großem Stilwillen überspitzt Alvart kinogerecht Personen und Situationen, so raubte die wahre Gisela Werler von 1965 bis 1967 mit bis zu drei Mittätern 19 Banken in Norddeutschland aus und nicht nur mit dem Film-Bernd, im wahren Leben Hermann Wittorff. Wahr ist allerdings, dass sie rund 400.000 Mark erbeutete, für die damalige Zeit ein Rekord, den Geliebten noch im Knast heiratete und bis zum Tod 2003 mit ihm zusammenblieb. “Banklady” spiegelt die Spießigkeit vor der Hippie-Zeit wieder, die Lust auf Abenteuer, die Sehnsucht nach Auf- und Ausbruch. Etwas schnell verwandelt sich das verklemmte Mäuschen zum verführerischen Vamp, der die Polizei im Dunkeln tappen lässt und mit immer neuen Verkleidungen und Perücken die Verfolger täuscht, in ihren Maskeraden das geträumte Leben lebt. Szenenbild und Kostüme vermitteln die Atmosphäre der Epoche, stimmen bis ins letzte Detail. Und das Duo Nadeshda Brennicke und Charly Hübner bietet eine glaubwürdige und brillante Performance zwischen Action, Love-Story und Banditen-Thrill. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • "Banklady": Erster Trailer mit Nadeshda Brennicke als Bankräuberin

    Nadeshda Brennicke und Charly Hübner auf den Spuren von Bonny & Clyde: Im Kinofilm "Banklady" terrorisieren sie - nach einer wahren Geschichte - als Bankräuber in den 60er Jahren die Hamburger Bevölkerung. Jetzt ist der erste Trailer eingetroffen.

  • Christian Alvart dreht "Banklady" mit Nadeshda Brennicke

    Regisseur Christian Alvart (“Fall 39″, “Pandorum”) inszeniert als nächsten “Banklady” über die erste Bankräuberin Deutschlands. Das Drehbuch von Kai Hafemeister und Christoph Silber spielt in den 60er Jahren und handelt von Gisela W., die mit ihrem ihrem Kompagnon Peter W. zwischen 1965 und 1967 insgesamt neunzehn Banken überfallen hat. Für die Hauptrollen sind Nadeshda Brennicke als Gisela, Ken Duken, Mavie Hörbiger...

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