Argo (2012)

Argo Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (3)
  1. Ø 3.3
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 3.8

Filmhandlung und Hintergrund

Argo: Agententhriller von und mit Ben Affleck um CIA-Spione, die 1979 sechs US-Bürger aus den Wirren der Revolution in Teheran retten, indem sie vorgeben, einen Hollywood-Film zu drehen. Wahre Geschichte!

Tony Mendez ist ein absoluter Profi. Was er aber 1979 seinen CIA-Vorgesetzten vorschlägt, um sechs Amerikaner herauszuholen, die sich nach der Stürmung ihrer Botschaft im revolutionären Teheran verstecken, klingt unrealisierbar und fantastisch. Als kanadische Crewmitglieder eines vorgetäuschten Hollywood-Films getarnt, sollen die Amerikaner mit seiner Hilfe herausgeflogen werden. Ein absurdes Unterfangen, aber die einzige Chance für die Flüchtlinge, um den Revolutionsgarden, die sie suchen, zu entkommen.

Ein CIA-Profi heckt einen absolut unglaublichen Plan aus, um sechs Amerikaner aus Teheran herauszuschleusen. Auf Tatsachen basierender Thriller über eine Rettungsaktion in Iran von 1979, die durch eine Hollywood-Lüge erst möglich gemacht wurde.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein hochkonzentrierter, routinierter Politthriller – Historizität allerdings ist Ben Afflecks Sache nicht.
  • Mit einem Film über eine unglaubliche, aber wahre CIA-Rettungsaktion aus der Zeit der islamischen Revolution im Iran gelingt Ben Affleck ein Top-Thriller mit satirischem Touch.

    Obwohl die Story auf Tatsachen basiert, trägt sie so märchenhafte, absurde Züge, dass die Gefahr, sie nicht ernst genug zu nehmen, durchaus bestanden hätte. Doch diese Produktion von Affleck und George Clooney tariert tonale Wechsel sehr gut aus, harmonisiert einen intensiven Thriller mit satirischen Spurenelementen. Im kurzen Prolog surft “Argo” durch viele Jahre iranischer Geschichte bis hin zum Sturz des Schahs und Khomeinis islamischem Gottesstaat. Die Verknüpfung von CIA und Schah-Diktatur spricht der Film direkt an, zeigt die Konsequenzen des gesäten Hasses.

    Mit dokumentarisch wirkenden Bildern wird der Zuschauer dann ins Jahr 1979 hineingeworfen, als eine wütende Menge in Teheran die US-Botschaft stürmt, um die Auslieferung des in die USA geflüchteten Schahs zu erzwingen. Nur sechs Amerikaner können unbemerkt entkommen, sich in Teheran verstecken, stets bedroht, von den Revolutionsgarden als Spione erschossen zu werden. Ihre unglaubliche Befreiung wirkt wie ein Hollywood-Märchen und wurde durch ein solches tatsächlich erst möglich gemacht. Seine Beteiligung daran musste CIA-Agent Tony Mendez (Affleck) der Geheimhaltung wegen lange verschweigen. Mendez’ Idee, die sechs Landsleute, getarnt als kanadische Crewmitglieder einer vorgetäuschten Hollywoodproduktion, die in Teheran Drehorte für den Sci-Fi-Fantasy-Film “Argo” scoutet, zum Flugplatz zu schmuggeln und über einen Schweizer Linienflug herauszubringen, wird trotz erkannter Absurdität aus Mangel an Alternativen durchgeführt. So stampfen Make-up-Guru John Chambers (“Planet der Affen“) und ein Produzent von Trash-Filmen in kürzester Zeit “Argo” samt Drehbuch und Promotionpaket aus dem Boden. Selbst die Fachpresse ahnt nicht, dass das Projekt nur Tarnung für eine Rettungsaktion ist.

    Diese Szenen mit John Goodman und Alan Arkin nutzt der Film, dessen Figuren nicht die Brüchigkeit der anderen Affleck-Inszenierungen haben, für Seitenhiebe auf eine Stadt, die die Lüge zur Kunstform erhoben hat. Trotzdem wird der Ernst der Lage nie aus den Augen verloren, kocht “Argo” im dritten Akt zu einem Intensivthriller hoch, der alle Spannungsknöpfe drückt, hier wohl am stärksten von den Fakten abweicht. Aber viel Unglaubliches, wie die Teppichweber, die geschredderte Botschaftsdokumente zusammensetzten und so die Geflüchteten mitidentifizierten, sind wahr und garantieren in Koalition mit reifer Regie und starken Darstellern, dass “Argo” bis zum Ende fesselt und man nach diesem solidarisch erleichtert durchatmet. kob.
  • Als rein fiktionale Erzählung würde man den Plot von Ben Afflecks ("Gone Baby Gone", "The Town") dritter Regiearbeit "Argo" um die Geiselnahme von Teheran wohl als haarsträubend, konstruiert, märchenhaft verwerfen. Doch das Projekt gab es wirklich - und es ist erstaunlich, dass es nach der Freigabe der Akten durch Bill Clinton so lange dauerte, bis jemand das Potenzial dieser Geschichte über das Kino für das Kino entdeckt hat. Einen eigenen Zugang zu den Geschehnissen der damaligen Zeit findet Affleck allerdings nicht. Er inszenierte vielmehr einen äußerst spannenden, geradlinigen Polit-Thriller, der seine Handlung eher konventionell, dafür aber durchaus geschickt bis zum Ende hin zuspitzt.

    Mit sehr viel Liebe zum Detail rekonstruiert Affleck die Epoche der Hornbrillen, buschigen Schnauzbärte und Tweed-Jacketts. Auch wenn Teheran - aus naheliegenden Gründen - in Istanbul rekonstruiert werden musste, erzeugt der Film doch den beklemmenden Eindruck einer brodelnden, unberechenbaren Metropole im Umbruch. Paranoia und Desorientierung sind hier ständige Begleiter eines unerwünschten Besuchers. Die Perspektive der Einheimischen unterschlägt Affleck bis auf eine winzige Ausnahme dagegen vollständig.

    Spätestens, wenn im Abspann die falschen Ausweise der damaligen Botschaftsmitarbeiter mit ihren filmischen Ebenbildern verglichen werden, kann diese einseitige Detailversessenheit einem auch ein wenig auf die Nerven gehen. Gut gemacht, scheint Affleck sich selbst in vielen vergleichbaren Momenten zu sagen. Das ist vor allem schade, weil sein Film doch recht witzig davon erzählt, was für eine Lügenmaschine das Kino eigentlich ist.

    Aber wie er sich das Setting der Geschichte am Übergang vom analogen ins digitale Zeitalter zunutze macht, ist geradezu meisterhaft: Da werden noch hektisch Telefonhörer von der Gabel gerissen, geschredderte Akten Stück für Stück zusammen gesetzt, und die Fluglotsen im Tower organisieren Starts und Landungen mit einem geradezu putzigen System aus Rastern und Kunststoffplättchen. Da greifen nicht nur alle Rädchen im Dienste der Spannungsdramaturgie perfekt ineinander, sondern es weht ein Hauch der Nostalgie ausgerechnet durch einen Film, der Geschichte als Kampfgebiet präsentiert.

    Fazit: "Argo" mag sich bisweilen ein wenig zu sehr an seiner detailgenauen Rekonstruktion einiger Elemente der Story berauschen. Doch als Genrefilm, als Politthriller, funktioniert Ben Afflecks dritte Regiearbeit hervorragend - wie er gegen Ende die Geschehnisse eskalieren lässt, zeugt von großem handwerklichem Geschick.
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