Anonymus (2011)

Originaltitel: Anonymous
Anonymus Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Anonymus: Katastrophen-Experte Roland Emmerich auf neuen Pfaden mit einem packenden Historien-Drama über die These, William Shakespeare habe seine Stücke gar nicht selbst geschrieben.

Seit Jahrzehnten regiert Queen Elizabeth I in England. Wie aus dem Nichts reift Schauspieler William Shakespeare zum Theaterautor, der mit seinen Stücken die menschliche Natur wie auch die politische Situation im Land spiegelt und damit das Volk begeistert. Nur wenige wissen, dass der Earl of Oxford, Erzfeind von Elizabeths intrigantem Berater, der eigentliche Verfasser dieser Werke ist. Aufgrund seiner Stellung darf sich Oxford nicht als Autor outen, doch das bleibt nicht die einzige Tragödie im Leben des Aristokraten.

Um politisch für Veränderung zu sorgen, verfasst ein Edelmann unter dem Pseudonym Shakespeare einflussreiche Theaterstücke. Packendes Historiendrama von Roland Emmerich über den Mann, der angeblich wirklich die Stücke Shakespeares schrieb.

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Kritikerrezensionen

  • In den Babelsberger Studios entstand Roland Emmerichs ambitioniertestes Projekt über die vermeintliche wahre Identität des Autors der Shakespeare-Werke, das im elisabethanischen England rund um Thronfolgeintrigen angesiedelt ist. Laut des Skripts handelt es sich beim angeblichen Verfasser um einen unbedarften Säufer; Mörder und Aufschneider, während der wahre Autor Edward de Vere aus Standesgründen und politischem Kalkül seine Begabung verbergen musste. Erstmals seit 22 Jahren, dem zähen Science Fiction-Actionfilm „Moon 44“, drehte der Schwabe wieder in Deutschland. Obwohl der Spezialist für Alien- und Monsterinvasionen zuletzt mit „The Day after Tomorrow“, „2012“ und als Produzent von „Trade – Willkommen in Amerika“ ambitionierte Züge erkennen ließ, überrascht die Stoffwahl zunächst. Doch Emmerich sah in John Orloffs Skript ein publikumswirksames Projekt um Liebe, Hass, Eifersucht, Rebellion und Mord.

    Dem ursprünglichen Konzept fügte er den Machtkampf um die Thronfolge von Queen Elisabeth und ein Inzestmotiv hinzu. Hierbei entpuppt sich die „jungfräuliche Königin“ als keineswegs so enthaltsam wie allseits angenommen. Obwohl er von der Wahrhaftigkeit der umstrittenen Oxford-Theorie überzeugt ist, war es für Emmerich wichtig, mit einem Gegenwartsauftritt von Sir Derek Jacobi als Erzähler, gleichfalls die Klammer um die historische Handlung, zu beginnen, um das Geschehen als bewusste Fiktion, als imaginäres Spiel zu verdeutlichen.

    Roland Emmerich, der sein Werk auf der Buchmesse vorstellte und an einer teils hitzigen Podiumsdebatte zum Thema Shakespeare-Urheberschaft teilnahm, benötigte fünf Jahre, um das Projekt auf die Beine zu stellen. Im Gespräch sagt er, inzwischen sei er über diesem Umstand ganz froh. Vor Jahren hätte sich das Budget schon in die Richtung 45 Millionen bewegt, was zu viel sei für einem Kostümfilm, der es an den US-Kassen erwartungsgemäß und Genre bedingt schwer haben wird. Letztlich gelang es Emmerich, die Herstellungskosten auf 25 Millionen Dollar zu drücken. In einer Sache zeigte er sich allerdings unnachgiebig gegenüber Produzent Larry Franco: Viele Hintergründe aus dem elisabethanischen England wurden per CGI kreiert, doch bei den Bühnen des Rose und Globe Theaters, die aus einem Set bestehen, insistierte Emmerich auf eine Konstruktion in Babelsberg. Dabei gibt er zu, sich erzählerische Freiheiten genommen zu haben, da zur damaligen Zeit etwa keine Bühnenkulissen existierten

    Gerade die Theatermomente, die Shakespeares Stücke mit visuellen Einfallsreichtum manchmal etwas zu verspielt zum Leben erwecken, geben der beweglichen Kamera Platz, durch die Ränge zu gleiten und die mitgerissenen Massen einzufangen. Anna J. Foerster, erstmals Emmerichs „Director of Photography“, orientierte sich an Vermeers Gemälden, um die Szenerie mit geringem Licht und reichlich Schatten einzufangen: „Verschwörung und Betrug werden in der Dunkelheit geboren, und einige Charaktere leben am besten im Schatten“. Emmerich schwört auf die talentierte Bild- und Effektspezialistin, die für Luftaufnahmen oder als Regieassistentin bei vielen seiner Projekte seit „Independence Day“ beteiligt war: „Anna sollte schon bei ‚10000 B.C.’ die Kamera übernehmen, aber damals war ihr das Projekt noch zu groß. In nächster Zeit wird sie aber bei allen meinen Filmen für die Kameraarbeit zuständig sein.“

    Auf die Frage, ob das niedrige Budget dafür verantwortlich sei, dass vorrangig erfahrene, aber weitgehend unbekannte Darsteller eingesetzt wurden, entgegnet Emmerich, dass schon bei „Amadeus“ niemand zuvor die Akteure kannte. Dabei gibt er zu, dass es verschiedene Autorenversionen für die Urheberschaft der Shakespeare-Stücke wie etwa Francis Bacon oder Christopher Marlowe gibt. Gegen die Oxford-Theorie spricht, dass einige Werke erst nach dessen Tod veröffentlicht wurden. Verstärkt ging es ihm aber um einen fesselnden Historienkrimi rund um bestehende Fakten. Zahlreiche Elemente um Intrige und Inzest fügte Emmerich hinzu, weil er als Geschichtenerzähler mehr daran interessiert war, ein düsteres Drama in Shakespearischen Dimensionen zu entwickeln.

    Zunächst muss man sich allerdings erst einmal innerhalb der Rückblende-in-der-Rückblende-in-der-Rückblende-Struktur zurecht finden. Dass die Charaktere meistens doppelt besetzt wurden, erleichtert dem Zuschauer die Orientierung keineswegs. Nur David Thewlis als verschlagener Gegenspieler tritt per Maske in verschiedenen Altersstufen auf. Nach „Wetherby“ verkörpern Vanessa Redgrave und ihre Tochter Joely Richardson erneut gemeinsam eine Person, hier die mehrfach manipulierte Queen Elisabeth. Doch nach einiger Zeit vermag man sich im verschachtelten Aufbaus zu orientieren und von dem düsteren Spektakel dank herausragender Ausstattung, Kameraführung und Akteursleistung mitreißen zu lassen. Nebenbei wirft Emmerich noch Fragen um Geniekult, Unterdrückung von literarischer Kritik und der Imaginationskraft auf – alles Sujets, die weiterhin aktuell sind.

    Fazit: Roland Emmerichs bislang bester Film ist jenseits aller Spekulation ein packendes Kostümdrama um den ewigen Widerstreit zwischen Politik und Literatur
  • Roland Emmerichs vielleicht bester Film klärt das große Geheimnis um William Shakespeares wahre Identität.

    Anonymus” ist ein “Independence Day”, ein kreativer Befreiungsschlag für den Hitgaranten Emmerich, der mit populären Science-Fiction-Spektakeln Hollywood und die Welt eroberte. “Anonymus” ist anders, ein auf die Charaktere konzentrierter Thriller, der attraktiv bebildert von Geheimnissen, Intrigen, Macht, Mord und verbotenen Leidenschaften erzählt. In seiner tragischen Verkettung von Schicksalen ist Emmerichs in Deutschland gedrehtes Lieblingsprojekt ein Katastrophenfilm der anderen, intimen Art. Im Fokus steht das Leben des Earl of Oxford, das von der Liebe zur Literatur und einer unerreichbaren Frau geprägt ist. Weil der Aristokrat aufgrund seiner Stellung nicht als Autor in Erscheinung treten darf, lässt er William Shakespeare den Strohmann für seine brillanten, politisch brisanten Stücke spielen. So wird aus dem unbekannten Schauspieler eine Berühmtheit, während das Genie dahinter ein Phantom bleiben muss, auch in der Beziehung zu seiner großen Liebe Queen Elizabeth. Aus dem Mythos um den Stratford-Barden und der in der Forschung heiß diskutierten Frage, ob ein einfacher Mann wie Shakespeare wirklich Wunderwerke der Weltliteratur schreiben konnte, hat Emmerich einen smarten, spannenden Thriller gemacht, der emotional packt, dabei viele Überraschungen bietet. Nicht nur, weil er Emmerich und auch Hauptdarsteller Rhys Ifans (“Notting Hill”) einmal von ganz anderen Seiten zeigt.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Roland Emmerich verfilmt "Maya Lord"

    Offenbar steht dem Filmemacher der Sinn wieder einmal nach historischem Stoff. Ein gute Vorlage hat er jetzt auf jeden Fall schon mal.

  • Goldene Lola für "Halt auf freier Strecke"

    Die meisten Preise für Roland Emmerich, den wichtigsten für Andreas Dresen: Sein "Halt auf freier Strecke" erhielt die Goldene Lola 2012 für den Besten Film

  • Nominierungen zum Deutschen Filmpreis 2012

    Die Deutsche Filmakademie hat heute die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2012 bekannt geben. Als bester Film werden in diesem Jahr Roland Emmerichs “Anonymous”, Christian Petzolds “Barbara” sowie Andreas Dresens “Halt auf freier Strecke” mit jeweils sieben Nominierungen ins Rennen um eine Lola geschickt. Ebenfalls mit dabei ist Tim Fehlbaums Thriller “Hell” mit sechs Nominierungen, David Wnendts Drama “Kriegerin”...

  • DVD-Neuheiten von Sony Pictures im Mai 2012

    Sony Pictures wird im fünten Monat des Jahres mehrere aktuelle Filme auf DVD und Blu-ray in den Handel bringen. Los geht es wie bereits bekannt war am 16. Mai 2012 mit Roland Emmerichs “Anonymous”. Am gleichen Tag erscheint zudem der Thriller “Faces in the Crowd”. Milla Jovovich spielt darin eine Lehrerin mit normalem Leben, die eines Nachts Zeuge eines Mordes wird und fast selbst zum nächsten Opfer wird. Bei der Flucht...

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