American Gangster (2007)

American Gangster Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
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Filmhandlung und Hintergrund

American Gangster: In Ridley Scotts grandios inszenierter Mafia-Saga spielt Denzel Washington den legendären Gangster Frank Lucas.

Lange Zeit nahm kein Mensch Notiz von Frank Lucas (Denzel Washington), dem Fahrer eines stadtbekannten Gangsterbosses. Nach dem plötzlichen Tod seines Arbeitgebers legt Frank los und erfüllt sich den American Dream auf seine Art. Er steigt im großen Stil in den Drogenhandel ein und erobert die Unterwelt, indem er andere Syndikate mit Dumping-Preisen gnadenlos unterbietet. Das ruft den übel beleumundeten Cop Richie Roberts (Russell Crowe) auf den Plan, der dem schwarzen Emporkömmling auf die Schliche kommt.

Zwei eigenwillige Einzelgänger, deren strenger Verhaltenscodex sie isoliert, opponieren in \”Gladiator\”-Regisseur Ridley Scotts dritter Zusammenarbeit mit Russell Crowe. Eine wahre Gangsterkarriere aus Harlem der 70er ist die Vorlage für den stargespickten Crime-Thriller.

In den 70er Jahre erhebt sich in New York ein neuer Stern am Gangsterhimmel: Der mittlerweile fast schon legendäre Frank Lucas ist der erste Afroamerikaner, der die alteingesessenen Mafia mit seinem erfolgreichen Geschäftsmodell in den Schatten stellt. Ihm auf den Fersen ist der nicht gerade zimperliche Cop Detective Richie Roberts. Immer mehr verliert Lucas schließlich das Vertrauen in seine Untergebenen und Roberts schließt langsam die Schlinge um den \”American Gangster\”.

In den 70er Jahre erhebt sich in New York ein neuer Stern am Gangsterhimmel: Frank Lucas ist der erste Afroamerikaner, der die Mafia in den Schatten stellt: Er bezieht seine Drogen direkt von der Quelle und lässt sie in den Särgen amerikanischer Soldaten in die USA schmuggeln. Ihm auf den Fersen ist der nicht gerade zimperliche und absolut unbestechliche Cop Detective Richie Roberts. Immer mehr verliert Lucas schließlich das Vertrauen in seine Untergebenen, und Roberts schließt langsam die Schlinge um den \”American Gangster\”.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ridley Scott versteht es meisterhaft, kohärente, in sich geschlossene filmische Universen auf die Leinwand zu bringen: die neonkalte, bedrohliche Science Fiction-Welt in „Blade Runner“, ein erstaunlich authentisches Altes Rom in „Gladiator“, und jetzt das New York der 1970er Jahre. Sein neuer Film „American Gangster“ basiert auf einer wahren Begebenheit und ist zuallererst ein beeindruckendes Stück Zeitgeschichte. Die Ära des Vietnamkriegs wird hier lebendig, allerdings nimmt Ridley Scott eine ungewöhnliche Perspektive dazu ein. Die Ereignisse in Südostasien finden gewissermaßen im Hintergrund statt, sie interessieren den Regisseur nur insofern, dass sie erheblichen Einfluss auf den amerikanischen Alltag hatten. Dabei konzentriert er sich auf einen einzigen Punkt, auf die Tatsache nämlich, dass mit dem verlorenen Krieg, mit den tausenden seelisch wie körperlich verwundeten Soldaten, die aus dem Dschungel zurückkehrten, auch eine neue Droge ins Land kam: Heroin. Diesen Umstand derart in den Mittelpunkt zu rücken, mag nicht gerade historisch korrekt sein, aber schließlich haben wir es mit einem Spielfilm zu tun, nicht mit einer Dokumentation.

    Glaubwürdig ist dieser Spielfilm allemal. Das Hollywood-Kino zeichnet sich von jeher durch seine große Suggestionskraft aus, und so suggeriert auch „American Gangster“, ein realistisches Bild der Ostküstenmetropole in den 70ern zu zeichnen. Das betrifft selbstverständlich Kostüme und Requisiten, aber auch politisch und gesellschaftlich relevante Ereignisse der Zeit greift „American Gangster“ auf: Da läuft etwa die bekannte Nixon-Rede auf einem kleinen Schwarz-Weiß-Fernseher, in welcher der wohl unpopulärste Präsident der USA den Waffenstillstand in Vietnam verkünden musste, und eine für den Plot zentrale Sequenz spielt im Madison Square Garden während des legendären Boxkampfes zwischen Muhammed Ali und Joe Frazier. Erstaunlich ist, wie authentisch die Stadtansichten wirken, denn im Gegensatz zu „Gladiator“, für den das historische Rom zu großen Teilen am PC programmiert wurde, hat Ridley Scott seinen neuen Film vor Ort in New York gedreht. Eine gute Entscheidung, denn die Metropole am Hudson River bietet ganz vorzügliche Kulissen, beeindrucken Bilder aus Backstein und Stahl.

    „American Gangster“ ist kein lauter Film, und auch kein schneller. Ridley Scott lässt sich viel Zeit, seine beiden Protagonisten vorzustellen und sie ausführlich zu charakterisieren. Er erzählt ihre Geschichten in der angemessenen Langsamkeit, wobei der Film nie langatmig oder gar langweilig wird – obwohl „American Gangster“ stolze zweieinhalb Stunden dauert. Der Film lebt von seiner sorgfältigen Erzählweise, vom Gegenüber, Gegeneinander und Miteinander der beiden Hauptfiguren. Diese haben viel gemeinsam, obwohl sie auf entgegengesetzten Seiten des Gesetzes stehen. Beide folgen einem strikten persönlichen Ehrenkodex, für den der eine sich mit seinen Kollegen verwirft und private Probleme in Kauf nimmt, der andere über Leichen geht. Ehrlichkeit, Anstand und Fleiß, erklärt Frank Lucas einmal seinen Brüdern, seien die wichtigsten Tugenden in seinem Geschäft – ehe er auf offener Straße einen Konkurrenten erschießt, der diese Moralvorstellungen nicht teilt.

    Ein Film über Gangster in New York, das ist eigentlich klassischer Scorsese-Stoff. Ridley Scott verlagert das organisierte Verbrechen vom italoamerikanischen Milieu nach Harlem. Das ist neu, interessant und in Anbetracht der gediegenen Erzählung, der bildgewaltigen Inszenierung sowie von Darstellern wie Denzel Washington und Russell Crowe hochgradig oskarverdächtig.

    Fazit: Virtuos erzähltes, episches Gangsterdrama nach einer wahren Begebenheit – hier wird eine außergewöhnliche Facette der amerikanischen Geschichte lebendig.
  • Jetzt kann auch Ridely Scott seinen ganz persönlichen “Der Pate” vorweisen: Seine Verfilmung der Lebensgeschichte des New Yorker Gangster Frank Lucas und dessen unbestechlichen Gegenspieler Richie Roberts ist ein mit höchster Professionalität lässig aus dem Ärmel geschütteltes Drei-Stunden-Epos – und ein beeindruckendes Sittengemälde des Amerika der frühen 70er-Jahre.

    Frank Lucas ist eine berüchtigte Figur im Pantheon des amerikanischen Verbrechen: In den späten 60er-Jahren stieg der ehemalige Chauffeur des legendären Gangsters Bumpy Johnson nach dessen Ermordung zum mächtigsten Don in Harlem auf, der sich das Heroin direkt von den Herstellern in Thailand besorgte und in hoher Qualität und zu niedrigen Preisen in der Bronx verkaufte. Berühmt war seine “Cadaver Connection”: Die Drogen schmuggelte er auf spektakuläre Weise in Särgen amerikanischer Soldaten, die in Vietnam gefallen waren, ins Land.

    Angesichts der filmreifen Geschichte mit ihren zahllosen Sagen und Legenden, die sich um Lucas ranken, überrascht es, dass selbst die Blockbuster-Schmiede Imagine Entertainment jahrelang Schwierigkeiten hatte, das Projekt vom Boden zu bekommen. Nach dem Ausscheiden des designierten Regisseurs Antoine Fuqua galt es sogar als mausetot, bis es von Ridley Scott wieder belebt wurde, der die aufwändige Saga mit Denzel Washington und Russell Crowe binnen weniger Monate drehklar machte. So gelingt es diesem Film in einer Ahnenreihe mit “Der Pate”, “Scarface” und “Die Unbestechlichen”, einerseits die nötige epische Wucht zu entfalten, wie sie ein Film benötigt, der zwei parallele Lebenswege – Räuber auf der einen, Gendarm auf der anderen Seite – über Jahre hinweg spannend zu verfolgen sucht, andererseits zeichnet sich “American Gangster” durch eine lässige Dringlichkeit und Spontaneität aus, wie man sie bei Filmen dieser Art selten findet. Es sei denn, der Regisseur heißt Ridley Scott: Wie gewohnt lässt er komplexeste Einstellungen einfach und entspannt aussehen, fast wie in einem Blaxploitation-Film der beschriebenen Ära, ohne es an Professionalität missen zu lassen. Er hat sich mit den nötigen Vollbluttalenten vor und hinter der Kamera umgeben. Allen voran natürlich Denzel Washington als charismatischer und unerbittlicher Black Caesar und Russell Crowe in seiner dritten Arbeit mit Scott als Westentaschen-Serpico, der sich mit seiner Unbestechlichkeit à la Elliott Ness Feinde in der Unterwelt wie auch bei seinen Kollegen macht.

    Unaufdringlich und mit ebenso groben wie präzisen Strichen werden die beiden Kontrahenten skizziert, deren Wege sich erst fast zu Ende des Films erstmals kreuzen. Davor gestaltet Scott ihr Tun als raffiniertes, aber unausweichliches Katz-und-Maus-Spiel, in dem Look und Sound immer präzise die Zeit nachzeichnen und ein regelrechtes Spalier von großartigen Nebendarstellern (besonders klasse: Chiwetel Ejiofor als Lucas Bruder) immer dann für Leben sorgen, wenn Scott zugunsten der Atmosphäre die Spannung schleifen lässt. Ganz großes Old-School-Kino für Erwachsene. ts.

Darsteller und Crew

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