Almanya - Willkommen in Deutschland (2010)

Almanya - Willkommen in Deutschland Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Almanya - Willkommen in Deutschland: Fröhlich-herzliche Multikultikomödie um einen türkisch- deutschen Familienverband, der auf die Probe gestellt wird, als der Patriarch in die Türkei zurück will.

Mitte der Sechzigerjahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland. Inzwischen ist das fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung.

Mitte der Sechzigerjahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland: Zur ersten Welle der Gastarbeiter zählend, wird es ihnen nicht immer leicht gemacht. 40 Jahre später ist das einstmals fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Gastarbeiter-Komödie „Almanya – Willkommen in Deutschland“ erzählt augenzwinkernd die Geschichte einer deutsch-türkischen Familie über drei Generationen hinweg. Die Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli schrieben gemeinsam das Drehbuch für ihren ersten Kinofilm, der auch auf persönlichen Erlebnissen beruht. Regie führte Yasemin Samdereli für diesen Film, der außer Konkurrenz im Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2011 lief. Der versöhnliche, Brücken schlagende Beitrag zur Integrationsdebatte führt durch ein spaßiges Sammelsurium kultureller Gegensätze und Missverständnisse. In der verschachtelten Erzählung über verschiedene Zeiten hinweg wird das Dilemma der Gastarbeiter und vor allem das ihrer Kinder und Enkel veranschaulicht, ihr Selbstverständnis mühsam aus Elementen beider Kulturen zusammenbasteln zu müssen.

    Der humorvolle und dabei auch selbstironische Tonfall dieses Films wird schon deutlich, wenn es um den problematischen Begriff der Leitkultur geht. Der Beamte, der dem Rentnerpaar Yilmaz die deutschen Pässe abstempelt, fragt streng, ob sie denn bereit seien, die hiesige als ihre Leitkultur zu übernehmen. Großmutter Fatma bejaht ohne Bedenken, denn sie sehnt die deutsche Staatsbürgerschaft im Gegensatz zu ihrem Mann herbei. Der Beamte erklärt also, was sie tun müssen: Mitglied in einem Schützenverein werden, zweimal die Woche Schweinefleisch essen, jede Woche „Tatort“ schauen und jeden zweiten Sommer auf Mallorca verbringen. Hüseyin Yilmaz sieht daraufhin seine Frau schon im dekolletierten Dirndl, aber das entpuppt sich dann alles doch nur als ein böser Traum.

    Der Witz dieses Films legt also die dummen Zumutungen offen, die hinter mancher Integrationserwartung von deutscher Seite stehen, und ebenso den Stoff, aus dem die Albträume der hoffnungsfrohen Einwanderer sind. Da sind zum Beispiel irgendwann die Wünsche der Kinder, zuhause solle Weihnachten gefeiert werden, mit Baum und Geschenken, wie bei den Schulfreunden. Großvater Hüseyin, der sich und die Seinen stets als Türken sieht, fragt seine Enkelin, die ein Kind von ihrem englischen Freund erwartet, ob es nicht wenigstens ein Deutscher hätte sein können.

    Zu den Ängsten der ersten Gastarbeiter-Generation gehört auch die fremde Sprache, die die Schwestern Samdereli mit einem von Charlie Chaplin übernommenen Stilmittel parodieren, dem frei erfundenen Gebrabbel „Jibberisch“, das so ähnlich auch in „Der große Diktator“ erklang. Fatma Yilmaz hört den Verkäufer so sprechen, als sie sich am Tag nach ihrer Ankunft in Deutschland in den Laden wagt, und ihr Mann hört seine eigenen Kinder so sprechen, als sie ihn darauf hinweisen, dass deutsche Männer keinen Schnurrbart tragen. Für Komik sorgen auch die eingestreuten Fantasieszenen und die erzählerischen Sprünge von einer Generation zur anderen, bei denen dann der Enkel zum Beispiel die Großeltern mit einer peinlichen Frage konfrontiert.

    Zum Cast zählen, neben vielen deutsch-türkischen Darstellern wie Aylin Tezel als Canan oder Fahri Yardim und Vedat Erincin als Hüseyin, auch bekanntere Namen wie Denis Moschitto als Ali Yilmaz und Petra Schmidt-Schaller als dessen Frau Gabi. Für einen einzigen Film ist der Ideenreichtum, der sich oft wie in Comedy-Sketchen aufreiht, allerdings ein wenig zu groß. Vielleicht kommt er daher, dass es über die vergangenen 45 Jahre einer türkischen Familie wie dieser in Deutschland so viel zu sagen gäbe, so viel was Menschen ohne Migrationshintergrund nicht wissen. Eine Geschichte im üblichen Sinn mit Figurenentwicklung ist daraus nicht geworden, aber der humorvolle Umgang mit den vielen Stolpersteinen zwischen den Kulturen bietet informativen Spaß.

    Fazit: Augenzwinkernde Komödie über die Erfahrungen einer türkischen Gastarbeiterfamilie mit Integration und Leitkultur.
  • Heitere kultur- und generationenübergreifende Familiengeschichte, die lustvoll mit Klischees spielt und Türken und Deutschen den Spiegel vorhält.

    Wenn’s um Multi-Kulti geht, verstehen die Deutschen selten Spaß, fuchteln lieber mit dem pädagogischen Zeigefinger herum und bei Filmen um Türken mit Migrationshintergrund darf sich zwar Fatih Akin Humor erlauben, aber seine Dramen wie “Kurz und schmerzlos” und “Gegen die Wand” wie auch Feo Aladags “Die Fremde” sind dem Feuilleton in ihrer Drastik lieber. Weit weg von gewalttätigen Männern und geknechteten Frauen bewegt sich Yasemin Samderelis manchmal erfrischend politisch unkorrekte Komödie, die sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Nesrin schrieb. Beide sind in Dortmund geboren und aufgewachsen und erzählen subjektiv und ohne Larmoyanz vom Migrantendasein und sagen: Wir sind hier und das ist auch gut so! Dabei spielen sie mit Klischees, Sitten und Gebräuchen, wobei Türken wie Deutsche ihr Fett abkriegen, vor allem die Alemannen, die mit hängenden Mundwinkeln durchs Leben schleichen, in der U-Bahn über Migranten mosern und mit großem Genuss Stempel auf Formulare knallen, während der Südländer meistens variantenreich speist, sich augenzwinkernd selbst auf die Schippe nimmt und fröhlich tanzt. Nicht immer, aber sehr oft sind die Überspitzungen einfach witzig, wenn die Kids Weihnachten feiern wollen und die Mama von Tannenbaum und Bescherung Null Ahnung hat oder die fruchtbare Beziehung der Enkelin mit einem Engländer den trockenen Kommentar hervorruft, “hätte es nicht wenigstens ein Deutscher sein können?”. Verdienter Lohn der Mühen für Regisseurin Yasemin Samderelis und ihr Team: Der Deutsche Filmpreis 2011 in Silber.

    Am Anfang der Geschichte von Hüseyin Yilmaz, der Ende der 1960er Jahre als 1.000.001 Gastarbeiter nach Deutschland kam, die Familie nachholte und nach über vierzig Jahren mit seiner Frau einen deutschen Pass erhält, steht die Frage des sechsjährigen Enkels, “Wer oder was bin ich eigentlich – Deutscher oder Türke?”, weil den Sohn eines Türken und einer Deutschen weder die türkischen noch die deutschen Mitschüler in ihre Fußballmannschaft wählen. Eine Identitätsfrage, um die sich die Kinder des Patriarchen aufgrund ihrer gelungenen Integration keine großen Gedanken machen. Als der beim üppigen Mahl den Seinen eröffnet, er habe ein Haus in Anatolien gekauft und die widerstrebende Sippe auffordert, gemeinsam dorthin zu fahren, beginnt eine Reise voller Streitereien und Versöhnung, die mit einer tragischen Wendung endet. Während die erste Hälfte vor Frohsinn strotzt, gibt es in der Mitte einen etwas plötzlichen Bruch zu ungewohnter Ernsthaftigkeit, die sich nach einem kurzen Holpern in das Ganze einfügt. Und wenn der Enkel in einer bewegenden Rede den toten Großvater bei einem politischen Festakt vertritt, darf ein Tränchen kullern. mk.

Darsteller und Crew

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