Alice im Wunderland (2010)

Originaltitel: Alice in Wonderland
Alice im Wunderland Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Alice im Wunderland: Fantasievolle, fantastisch dreidimensional bebilderte Adaption von Lewis Carrolls Kinderbüchern, die Tim Burton ein siebtes Mal mit Johnny Depp zusammenführt.

Die 19-jährige Alice, ein rebellischer Geist in der viktorianischen Gesellschaft, soll heiraten. Viel neugieriger als auf einen aristokratischen Langeweiler ist sie aber auf ein Kaninchen, dass sie nach Unterland lockt. Ein unterirdisches Wunderland mit seltsamen Geschöpfen, die ein Ende der Schreckensherrschaft der Roten Königin herbeisehnen. Nur Alice kann es einer Prophezeiung zur Folge herbeiführen, unterstützt von ihren neuen Freunden, wie dem verrückten Hutmacher, die wissen, was sie vergessen hat: Alices Ankunft ist eine Rückkehr.

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Kritikerrezensionen

  • Trotz des identischen Titels ist Tim Burtons "Alice im Wunderland" kein Remake, sondern ein Sequel. Alice ist erwachsen geworden, und auch das Wunderland ist kein Ort für Kinder mehr. Stattdessen begleiten wir Alice in eine düster-romantische Welt, wie sie nur Tim Burton inszenieren würde, voller fantastischer Figuren und Orte, aber auch gezeichnet von einem schrecklichen Krieg. Ganze Landstriche sind verbrannt, die launische Rote Königin regiert mit der Willkür und Gnadenlosigkeit einer Bilderbuchtyrannin und der Wahnsinn des ohnehin verrückten Hutmachers hat inzwischen einen besorgniserregenden Zustand erreicht. Noch regt sich leiser Widerstand gegen das Regime, und die Gegner der Tyrannin, allen voran ihre Schwester, die Weiße Königin, sehen in Alice ihre letzte Chance.

    Schon einmal gab es eine ähnlich düstere Aufbereitung des Stoffes von Lewis Carroll – allerdings als Videospiel. In "American McGee´s Alice" spiegelt das beschädigte Wunderland die geistige Verfassung einer traumatisierten Alice wieder. Bei Tim Burton wird dagegen die Frage aufgeworfen, ob das Land tatsächlich nur in Alices Fantasie existiert. Oder ob da ein unterjochtes Land auf Rettung wartet und nur deshalb eine letzte Chance bekommt, weil eine junge Frau entgegen alle Konventionen handelt und "verrückt" genug ist, einem bekleideten Kaninchen mit einer Taschenuhr zu folgen. Tim Burtons Film ist so gesehen eine Aufforderung, seinen Träumen Gehör zu schenken und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen - ein Plädoyer fürs Verrücktsein.

    Dass Tim Burton eine äußerst ausgeprägte Fantasie und mit dem Film ein Medium gefunden hat, dieser freien Lauf zu lassen, ist hinlänglich bekannt. Auch in "Alice im Wunderland" beweist er das wieder eindrucksvoll. Im Wortsinn traumhafte Kulissen, Kostüme, Requisiten und die absurden Figuren, die man schon aus der Vorlage kennt, die aber bei Burton einen eigene Note bekommen: „Alice im Wunderland“ strotz nur so vor wunderbar verrückten Ideen. Da gibt es Fledermäuse, die Kronleuchter tragen, da dienen Affen als Tischbeine und da muss schon mal ein Schwein als wärmende Fußstütze für die Rote Königin herhalten.

    Die Ästhetik des Films und die vielen herrlichen Details trösten dann auch darüber hinweg, dass der Plot nicht gerade berauschend ist. Der Film ist äußerst kurzweilig und macht Spaß, aber nicht, weil er eine hervorragende Geschichte erzählt, sondern wegen der Schauplätze und vor allem der Figuren in dieser Geschichte. Tim Burton hat seinen Lieblingsschauspieler Johnny Depp verpflichtet, der den verrückten Hutmacher tatsächlich sehr glaubwürdig darstellt – allerdings legt er in der deutschen Synchronisation ein seltsames Lispeln an den Tag, das manchmal stört. Er hat mit „Little Britain“-Darsteller Matt Lucas eine tolle Besetzung für die Zwillinge Tweedledee und Tweedledum gefunden. Namhafte Schauspieler wie Alan Rickman leihen den animierten Figuren ihre Stimmen. Vor allem aber tritt wieder einmal Tim Burtons Ehefrau auf – und macht ihre Sache ganz großartig. Helena Bonham Carter spielt die cholerische Rote Königin so gut, dass man manchmal fast geneigt ist, mit der Tyrannin zu sympathisieren. Vom grandiosen ersten Auftritt der Regentin mit dem überdimensionierten Kopf bis zum Finale ist es immer wieder ein großes Vergnügen, ihr beim Spielen zuzusehen.

    So wichtig Helena Bonham Carter für den Film ist, so unnötig ist es, ihn in 3D zu sehen. Man könnte sogar argumentieren, dass der Film darunter leidet, denn die durchaus poetischen Bilder, die Tim Burton schafft, verlieren durch die High-Tech-Effekte an Kraft. Der Film ist zumindest kein Deut schlechter, wenn man ihn im guten, alten 2D anschaut. Er verliert dadurch nichts von seiner düsteren Schönheit und seinem Ideenreichtum, er lebt weiterhin von den teils großartigen Schauspielern – und wenn die Rote Königin bei der Produktion von "Alice im Wunderland" ein Wörtchen mitzureden gehabt hätte, hätte sie denjenigen, der einen Dreh in 3D angeordnet hat, sicherlich zurechtgestutzt. Um etwa eine Köpflänge vielleicht?

    Fazit: Ein Ausflug in Tim Burtons düsteres Wunderland ist dringend anzuraten – allein schon wegen der großartigen Helena Bonham Carter. Die 3D-Brille kann man aber getrost zu Hause lassen.
  • Köpfe werden rollen, Kinder dazu tollen: Willkommen in Tim Burtons wundersamer und wunderbarer filmischer Expedition in Lewis Carrolls berühmtes unterirdisches Universum.

    Natürlich ist es eine Traumpaarung: Hollywoods engagiertester, magisch-morbidester Märchenerzähler und die beiden Bücher von Lewis Carroll, die nicht nur den Zauber der Kindheit zeitlos beschwören. Wie schwierig es jedoch war, Carrolls episodischer, exzentrischer, exotischer Welt voller Wortspiele und Absurditäten einen dramatischen Überbau zu geben, ist dem Film zwar nicht anzusehen, aber anzufühlen. Doch ungeachtet einer gewissen emotionalen Distanz zum Geschehen ist man als Zuschauer kontinuierlich fasziniert und dank vieler origineller Einfälle auch amüsiert. “Alice im Wunderland” ist eine sehr freie Adaption, die Ideen und Figuren auch aus der Fortsetzung “Alice hinter den Spiegeln” aufgreift, ausbaut und sie in einen neuen Kontext stellt. Die radikalste Änderung ist tatsächlich die plausibelste, denn sie schließt das Motiv der Rückkehr ein und akzentuiert neben dem unverändert erkennbaren Kindlichen auch den Übergang zum Erwachsenen.

    Alice (Mia Wasikowska) ist 19, ein rebellisches Herz in einer verstaubten viktorianischen Gesellschaft, die von ihr vor allem eines erwartet: Anpassung. Dazu gehört auch die Heirat mit einem aristokratischen Langeweiler, den Alice samt Partygästen stehen lässt, um einem Kaninchen in dessen Bau zu folgen. Nach endlosem Sturz in die Tiefe schrumpft Alice, findet so Zugang zum hier als Unterland benannten Wunderland. Sie erinnert sich nicht, dass sie als Kind schon einmal hier war und sehnsüchtig zurück erwartet wird, denn nur sie, so eine Prophezeiung, kann die Schreckensherrschaft der Roten Königin (Helena Bonham Carter) beenden. Alices Prüfungen, ein von der monströsen Kreatur Bandersnatch bewachtes Schwert zu stehlen und damit im Showdown das drachenähnliche Lieblingstier der Königin, den Jabberwocky, zu töten, werden absolviert.

    Doch viel wichtiger als eine dramatische Linie sind dem Film seine exzentrischen, charmanten und witzigen Figuren. Der verrückte Hutmacher etwa, dessen Augen und Outfits sich stimmungsabhängig verändern – ein auf Johnny Depp maßgeschneiderter Neuzugang im Kuriositätenkabinett von Burton. Die cholerische Königin, deren riesiger Kopf Eitelkeit spiegelt, gehört auch dazu, wie der liebenswert durchgeknallte Märzhase, die Disney-idealtypische Kampfmaus und die schwebende Grinsekatze, die sich in Luft auflösen und mit sanfter Sinnlichkeit sprechen kann. Bei all diesen Figuren, besonders auch bei einem sehr realistischen Bluthund spielt Burtons Film seine visuellen Stärken überwältigend aus. Wie in “Avatar” sieht man weitgehend virtuelle Welten und eine Dreidimensionalität von höchster Qualität. Getreu Lewis Carrolls Motto “Believe the impossible”, das eine Crew von Spitzenkräften hier eindrucksvoll umgesetzt hat. kob.

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