Die mit Spannung erwartete neue ProSieben-Show „Das Ding des Jahres“ fand bei den Zuschauern der Nation bisher wenig Anklang. Woche für Woche treten jeweils vier Teilnehmer an, um am Ende ins Finale einziehen zu dürfen. Als Gewinn winkt ein großer Werbedeal. Der könnte sich jetzt allerdings als Reinfall entpuppen und dem Sieger mächtig Ärger einbringen.

Eigentlich klingt es durchaus verlockend: Der Sieger von Stefan Raabs neuer Erfinder-Show „Das Ding des Jahres“ darf sich über einen beachtlichen Werbedeal freuen. Die ProSiebenSat.1-Gruppe spendiert dem Gewinner Werbezeit im Wert von 2,5 Millionen Euro auf den eigenen Sendern und damit gleichzeitig eine ordentliche Portion Aufmerksamkeit für das eigene Produkt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat der Gewinn allerdings einen gewaltigen Haken. Ausgerechnet das Finanzamt könnte nicht nur Raabs Produktionsfirma, sondern vor allem dem Gewinner einen Strich durch die Rechnung machen.

 

Bilderstrecke starten(13 Bilder)
Das ist doch irgendwie, näh??? Die 12 lustigsten Videos aus „TV Total“

Dem Sieger drohen hohe Steuerschulden

Dass man sein Einkommen versteuern muss, ist als Gesetz im EStG (Einkommenssteuergesetz) verankert. Worunter aber genau Fernseh-Gewinne fallen, ist unter Steuerexperten immer noch umstritten. Über die Süddeutsche Zeitung wurde jetzt bekannt, dass es im Teilnehmervertrag der Show eine Klausel gibt, die darauf hinweist, „dass  auch das Mediavolumen als Teil der sonstigen Einkünfte nach dem Einkommenssteuergesetz zu versteuern ist“. Dies würde bedeuten, dass dem Gewinner im schlechtesten Fall eine Steuerschuld von über einer Million Euro drohen könnte. Natürlich stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen der Show das Risiko des angepriesenen Gewinns schlichtweg ignoriert haben und alleine durch den „Mitwirkendenvertrag“ auf der sicheren Seite stehen. Schließlich sind die Show-Teilnehmer damit über das Risiko in Kenntnis gesetzt worden.

Bilderstrecke starten(20 Bilder)
Augen zu und durch: Die 20 trashigsten TV-Serien-Fehler

Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung betonte ein Sprecher, dass man zusammen mit dem Gewinner alle nötigen Maßnahmen ergreifen würde, „um diese theoretische Risiko auszuschließen.“ Außerdem werde der Kandidat nicht gezwungen, den Gewinn anzunehmen. Ob die reine Show-Publicity dem Sieger allerdings tatsächlich genügt, sei dahingestellt. Außerdem würde ein Verzicht auf den Gewinn gleichzeitig ein Verlust für die verantwortliche Produktionsfirma Raav TV bedeuten. Diese würden im Zuge eines zustande kommenden Werbedeals nämlich an den Erlösen aus der Vermarktung und dem Vertrieb des Produkts beteiligt werden.

Bleibt abzuwarten, ob sich der Sieger des Finales wirklich als Gewinner herausstellt. Mit der Aussicht auf eine Million Euro Steuerschulden ist fraglich, ob sich derjenige am 10. März 2018 wirklich mit dem Siegertitel brüsten möchte.

Zu den Kommentaren

News und Stories

Kommentare