Warner & Disney streamen selbst! Was bedeutet das für die Fans?

Author: Kristina KielblockKristina Kielblock |

Netflix Poster

Netflix war der Streaming-Vorreiter und hat Fans in vielen Ländern eine neue Film- und Serienwelt eröffnet. Jetzt kommen neue Player mit Macht auf den Markt. Was bedeuten Disney Plus und WarnerMedia für die Streaming-Inhalte auf Netflix und Co.?

Schon im letzten Jahr wurde bekannt, dass Disney und Warner die Eröffnung eigener Streaming-Dienste planen. Bislang haben beide Unternehmen gerne ihre Lizenzen an Dienste wie Netflix und Amazon verkauft und diese haben erfolgreich ihr Programm damit aufgepeppt. Das könnte sich bald ändern. Warner und Disney wollen die guten Sachen selbst behalten.

Warner und Disney räumen bei Netflix & Amazon auf

Dass Inhalte die Plattformen auch wieder verlassen, ist sicherlich schon dem einen oder anderen Nutzer schmerzlich aufgefallen. Lizenzen können wandern und dann heißt es schnell angeschaut oder verpasst. Demnächst scheint aber ein regelrechter Kahlschlag für Serienfans bevorzustehen.

Wie verschiedene US-Medien, darunter auch Deadline und Variety, berichten, hat sich Warner inzwischen recht deutlich positioniert und kundgetan, dass sie ihre besten Inhalte nicht teilen möchten, sondern exklusiv auf ihrer neuen eigenen Streaming-Plattform verbreiten wollen. Dazu könnten sehr beliebte Formate gehören. „Friends“, „Riverdale“ und „Rick and Morty“ sind derzeit noch bei Netflix zu finden, macht Warner ernst, könnten sie aber schon im nächsten Jahr oder früher verschwunden sein. „The Big Bang Theory“ und Serien von The CW wie „The Flash“ oder „Arrow“ wären auch davon betroffen.

Der Warner-Streaming-Dienst soll im letzten Quartal 2019 in den USA an den Start gehen. Wann er in Europa seinen möglichen Siegeszug antritt, ist noch unbekannt.

Neben Netflix sind natürlich auch andere Portale betroffen. Amazon beispielsweise konnte sich erst kürzlich brüsten, alle Harry-Potter-Filme in der Flatrate anzubieten. Der Spaß währte aber nur wenige Monate und jetzt sind die Filme , auch nicht zum Kaufen oder Leihen. Der genannte Grund sind Lizenzvereinbarungen. Hat Warner hier bereits zugeschlagen und sich die beliebten Fantasy-Inhalte für die eigene Plattform gesichert?

Auch Disney hat angekündigt, dass sie ihre Marken auf den eigenen Streaming-Dienst beschränken wollen und anderen Anbietern keine Lizenzen mehr überlassen. Kleine und große Disney-Fans kommen also kaum an einer Abo-Gebühr vorbei.

Wann fliegen die Formate aus dem Programm?

Fans dürfte vor allem interessieren, wie lange sie noch auf die gefährdeten Inhalte zugreifen können. Sicher ist, dass „Friends“ schon Ende 2018 die Plattform verlassen sollte, aber 100 Millionen US-Dollar, so ein Insider, konnten den Abschied noch um ein weiteres Jahr verzögern. Für die Fans in den USA, denn dieser Deal gilt nicht für das deutsche Netflix, hier könnte die Serie schneller verschwinden. Der Vertrag zwischen Netflix und The CW soll bereits im Frühling enden, das könnte im schlimmsten Fall bedeuten, dass die vierte Staffel „Riverdale“ und viele weitere Serien des Senders wie „The Flash“ oder „Supergirl“ dann nicht mehr bei Netflix zu finden sind.

Auch Disney hat angekündigt, ihre Produkte demnächst nur noch exklusiv beim eigenen Service zu zeigen, „Captain Marvel“ soll der erste Film werden, dessen Zweitverwertung nur auf Disney Plus laufen soll.

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Diese 37 Filme und Serien fliegen diese Woche bei Netflix raus

Wann eröffnen die neuen Streaming-Dienste in Deutschland? Und was gibt es dort?

Beide Dienste planen 2019 zu eröffnen, wobei sich dieser Termin auf die USA bezieht. In Europa könnte es noch etwas länger dauern. Das bedeutet vielleicht, dass die Unternehmen die Lizenzen bis dahin noch gezielt in europäischen Ländern vertreiben. Warner möchte dann übrigens auch wie Netflix und Co. ordentlich Geld in Original-Produktionen pumpen, die exklusiv im Stream zu sehen sein werden. Außerdem soll es einen Deal mit HBO geben, die starke Zugpferde wie „Game of Thrones“ oder „Westworld“ zu Warner bringen.

Disney-Chef Bob Iger spricht der Eröffnung des Streaming-Dienstes 2019 höchste Priorität zu. Natürlich, denn das Jahr bietet für Disney einige vielversprechende Kinostarts, die sicherlich auch in der Zweitverwertung Abonnenten für den neuen Dienst gewinnen können. „Frozen 2 “, „Avengers 4“ und „Toy Story 4“ sind sicherlich gute Zugpferde. Außerdem plant auch Disney exklusive Inhalte für die Plattform. Marvel’s Loki soll eine eigene Serie bekommen und auch neue Star-Wars-Serien sollen produziert werden.

Das Multi-Abo – Kunden, die alles sehen wollen, müssen flexibel sein

Die Zukunft für Fans des selbstbestimmten Streamings könnten düstere Zeiten anbrechen, wenn sie zugleich auch das Sparen lieben. Wer bislang schon genervt war, dass sein auserwählter Anbieter nicht die gewünschten Inhalte hatte, findet wohl auch zukünftig keine Entspannung. Wer Disney sehen möchte, muss den Disney-Dienst abonnieren, wer Serie für Erwachsene mag, wird wohl an Netflix und Amazon nicht vorbeikommen und Warner bietet so viel, dass sicher etwas dabei ist, was ihr nicht verpassen wollt. Dazu kommt in Deutschland noch Sky, die immer regelmäßiger eigene Serien produzieren, ebenso wie TVNOW und MagentaTV. Die Kunden müssen also tiefer in die Tasche greifen, zumindest, wenn sie am gesamten Angebot partizipieren möchten.

Glücklicherweise geht der Trend immerhin zum monatlich kündbaren Abo, sodass auch kurzfristige Buchungen möglich sind. Derzeit haben die neuen Anbieter sich noch nicht zu ihren Preisvorstellungen geäußert, über die weitere Entwicklung 2019 halten wir euch auf dem Laufenden.

 

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