Nach Kritik: Neue Netflix-Funktion mit sofortiger Wirkung gelöscht

Ronny Zimmermann  

Den US-amerikanischen Streaming-Anbieter Netflix kann man ohne weiteres als Inbegriff des Fernsehens im 21. Jahrhundert bezeichnen, denn die Revoluzzer aus dem kalifornischen Los Gatos haben im letzten Jahrzehnt maßgeblich zum Film- und Serien-Konsumverhalten auf der Welt beigetragen. Vor Kurzem wollte der Konzern mit einer neuen Funktion auch Kinder spielerisch zum Massenkonsum ihrer Inhalte bewegen. Massiver Gegenwind von verärgerten Nutzern führte jetzt allerdings zum Einlenken.

Nachdem sich in der letzten Woche die Beschwerden von Netflix-Nutzern häuften, die das neue Belohnungsprogramm des Streaming-Anbieters „Netflix Patches“ als eine Gefahr für Jugendliche und Kinder sehen, hat der Streaming-Anbieter jetzt den Test der Funktion für beendet erklärt. Das berichtet VanityFair. Die neue Funktion sollte Netflix-Zuschauer spielerisch dazu ermuntern, bestimmte Titel zu schauen. Dabei wurden laut Aussagen des Konzerns besonders kindgerechte Filme und Serien mit einer Art Belohnungsprogramm hervorgehoben.

So funktionierte „Netflix Patches“

Bei „Netflix Patches“ handelte es sich um Auszeichnungen, die die Zuschauer als Belohnungen erhalten, wenn sie einen bestimmten Titel geschaut haben. Auf Netflix zeigten sich diese als rote Wimpel, die ein weißes, offenes Schloss als Symbol trugen. Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, sollte die neue Funktion vor allem Kindern eine neue interaktive Erfahrung auf Netflix ermöglichen. Sie sollten damit zum Austausch über ihre Lieblingsserien und Filme animiert werden.

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Nutzer hielten „Netflix-Patches“ für gefährlich

Auf Twitter häuften sich Tweets mit Beschwerden über die neue Netflix-Funktion. So befand ein Nutzer, dass es schon ohne die „Patches“ schwer genug sei, seinen Sohn vom Netflix-Schauen abzuhalten. Eine andere Nutzerin bestätigte dies ebenso mit ihrem Post. Sie sagte, dass das System funktioniert, da sie aufgrund der Belohnungswut an einem Tag sechs Folgen einer Kinderserie schon dreimal geschaut hat.

Nachdem die Testphase der „Patches“-Funktion nun offiziell beendet ist und laut VanityFair für gescheitert erklärt wurde, wird der Streaming-Dienst das Feature wohl nicht für alle Nutzer bereitstellen. Ganz abgesehen davon, lag die Verantwortung für das Konsumverhalten von Kindern eigentlich schon immer bei den jeweiligen Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten.

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