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Yojiro Takita

Yojiro Takita

Leben & Werk

Japanischer Regisseur. Einer der vielseitigsten japanischen Regisseure, dessen Drama “Okuribito – Departures” 2009 mit dem Oscar als Bester Ausländischer Film ausgezeichnet wurde. Yojiro Takita hatte dreizehn Monate darum gekämpft, die Geschichte eines Cellospielers, der neu beginnt und als Angestellter in einem Bestattungsunternehmen ein zufriedenes Leben führt, angemessen zu vermarkten. Takita begann seine Karriere mit einer Reihe von Sexfilmen und machte sich mit Komödien wie “Comic Magazine”, Fantasy-Filmen wie “Himishu – Secret”, “Ashura” und “The Yin-Yang Master” und Samurai-Epen wie “The Last Sword” einen Namen. Er war einer der ersten, der das Thema Globalisierung behandelte (“Made in Japan”, “The Tropical People”).

Im Westen wurden vor allem Takitas Fantasy-Filme bekannt, die teils als Komödien, teils als Mystery-Dramen angelegt sind. In der Körpertauschkomödie “Himitsu – Secret” (1999) wird eine Frau nach dem Unfalltod im Körper der Tochter wiedergeboren, was angesichts ihrer sexuellen Neugier zu zahlreichen Problemen führt. In “Ashura – Im Auge von Ashuras Schloss” (auch als “Blood Gets in Your Eyes” bekannt; 2005) geht es mittelalterlichen Dämonenjägern darum, an der Grenze zum Schattenreich in der Stadt Eido die Wiedergeburt der titelgebenden Dämonenkönigin zu verhindern. Der japanischen Mythologie um Dämonen, Zauberer und Sternendeuter zollen die beiden “Onmyoji – The Yin-Yang Master” (2001/2003), die zu den erfolgreichsten Filmen des Landes gehören, in atemberaubenden Bildern Tribut. Im ersten Teil der mit “Der Herr der Ringe” verglichenen, aber spezifisch japanischen Fantasy-Saga, wird ein Fürstengeschlecht im 12. Jahrhundert mit dem Treiben der Dämonen konfrontiert, im zweiten Teil wird die Vorgeschichte um zwei Kinder, die als Dämonen wiedergeboren werden wollen, erzählt.

Der US-Film “Last Samurai” von Edward Zwick lenkte die Aufmerksamkeit auf Takitas “The Last Sword – Der letzte Feldzug der Samurai” (2003), von der Japanischen Filmakademie 2004 als Bester Film ausgezeichnet. Im Gegensatz zur fiktionalen Geschichte um Tom Cruise als Samurai, wird in Takitas Epos die wahre Geschichte des “Die Wölfe von Mibu” genannten Samurai-Clans erzählt, der 1863 in den Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Shogun aufgerieben wird.

Yojiro Takita wurde 1955 in Toyama im Bezirk Takaoka geboren und wurde als Regisseur von Sexfilmen der “Chikan…”-Reihe bekannt, die das Phänomen der sexuellen Belästigung durch Frotteure in komischer Form aufgreifen. Zwischen 1981 und 1986 inszenierte er knapp 20 der 60-Minutenfilme. 1986 gelang ihm der Sprung zum kommerziellen Film mit der Komödie “Komikku zanlu nanka iraneu! – Comic Magazine”, in der Takeshi Kitano einen Polizisten spielt. Bis zu seinem Erfolg mit “Himitsu” arbeitete er oft mit jahrelangen Unterbrechungen, inszenierte Komödien um eine geldgierige Familie (“The Yen Family”, 1988), den Detektivfilm “The City That Never Sleeps” (1993), und Globalisierungskomödien um japanische Businessmen (“Made in Japan”, 1993) und eine japanische Fremdenführerin in Thailand (“The Tropical People”, 1994). Zu Takitas weiteren Filmen gehören der Baseballfilm “The Battery” (2007) und 2009 der Jugendfilm “Sanpei the Fisher Boy”, um einen Jungen, dessen Talent ihn zu Angelwettbewerben führt.

Yojiro Takitas Filme wurden mit 28 Preisen ausgezeichnet. Allein “Departures” erhielt außer dem Oscar, den Grand Prix des Amériques in Toronto und zehn (von 13) Preisen der Japanischen Filmakademie, darunter den für den Besten Regisseur.

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