Das sprengte jeden Rahmen…

"Alle anderen": Zank im Urlaub, humorvoll inszeniert und bärenwürdig! Bild: Prokino

Der Goldene Bär bei der 59. Berlinale ging überraschend an das experimentelle peruanische Doku-Drama „La Teta Asustada“ über eine Frau mit einer mysteriösen, mit der Muttermilch übertragenen Krankheit. Großer Gewinner war die Komödie „Gigante“ über einen dicklichen Supermarkts-Wachmann, der eine Putzfrau anhimmelt. Der Film aus Argentinien, Uruguay und Deutschland wurde gleich dreifach gewürdigt, unter anderem mit dem Großen Preis der Jury, den er sich mit der zweifach ausgezeichneten Beziehungsdramödie „Alle Anderen“ über Pärchenzank im Urlaub teilte.

Die emotionalsten Momente bei der von Katrin Bauerfeind moderierten Preisverleihung gehörten den Schauspielern. Der Gewinner des Silbernen Bären für seine Performance in Rachid BoucharebsLondon River“ hatte die längste Redezeit: Sotigui Kouyaté erzählte gewitzt drei Geschichten. Birgit Minichmayr, Bären-Gewinnerin für „Alle Anderen“, zeigte sich ebenfalls sehr gerührt und die Hauptdarstellerin von „La Teta Asustada„, Magaly Solier, bedankte sich gar singend und auf Ketschua. Jurypräsidentin Tilda Swinton kündigte die Jurypreis-Gewinner souverän auf deutsch an.

Gute Nachrichten für den Todesboten

Den Silbernen Bären für die Regie erhielt der iranische Filmemacher Asghar Farhadi für sein Drama „Darbareye Elly„, den Silbernen Bären für das beste Drehbuch „The Messengers„, in dem Woody Harrelson Todesnachrichten im Irak gefallener US-Soldaten überbringt. Darsteller Ben Foster nahm den Preis für den abwesenden Regisseur und Drehbuchautor Oren Moverman entgegen. Als Bester Erstlingsfilm wurde „Gigante“ geehrt.

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Insgesamt wurde also - wie von der Jury zuvor angekündigt - insbesondere das politische Kino gewürdigt. Und wie in den letzten Jahren triumphierten Beiträge aus Lateinamerika. Aber auch das deutsche Kino kam nicht zu kurz: Unter den deutschen Preisträgern ist Hans-Christian SchmidsSturm“ über das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, der mit dem Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater, dem Amnesty International Filmpreis und dem Leserpreis der „Berliner Morgenpost“ ausgezeichnet wurde.

Aller Klagen über einen schwachen Wettbewerb zum Trotz verzeichnete das Festival mit 270.000 verkauften Tickets einen Besucherrekord. Der gelang vor allem dank der neuen, großen Location, dem Friedrichstadtpalast.

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