Am 5. März ist der Kinostart von „Watchmen - Die Wächter“, dem neuen Film von „300“-Regisseur Zack Snyder. In den USA ist die Comicvorlage aus den 80er Jahren längst Kult, hierzulande immer noch ein Geheimtipp. Das will Snyder ändern.

Regisseur Snyder hat sich strikt an die Vorlage gehalten - sogar an die Farbtöne des Comics Bild: Paramount

„Ich wünsche mir, dass die Leute nach dem Kinobesuch sagen: Ich muss unbedingt das Comic lesen“, erklärt „Watchmen“-Fan Zack Snyder seine Motivation für das Projekt. Als ihm nach seinem Erfolg mit der Verfilmung von Frank Millers Comic „300“ die Regie für „Watchmen - Die Wächter“ angeboten wurde, war seine erste Reaktion allerdings Ablehnung.

Zu groß war die Ehrfurcht vor dem Kult um Alan Moores komplexe Geschichte und die dazugehörigen Zeichnungen von Dave Gibbons. Und zu groß war auch die Sorge, die eingeschworene Fangemeinde zu enttäuschen. Doch dann erfuhr der Filmemacher, dass die ungewöhnlichen Superhelden jetzt auf jeden Fall den Sprung auf die Leinwand schaffen würden - unter seiner Regie oder der eines anderen.

Watchman Rorschach hört nicht auf, Verbrecher erbarmungslos zur Verantwortung zu ziehen Bild: Paramount

Die Story

Lange Jahre war die Adaption von „Watchmen“ nicht so recht in die Gänge gekommen. Große Regisseure wie Terry Gilliam, Paul Greengrass oder Darren Aronofsky waren bereits im Gespräch gewesen. Doch 2007 machte Zack dann endlich Nägel mit Köpfen und wagte sich an die als unverfilmbar geltende, vielschichtige Vorlage voller Zeitsprünge:

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Im fiktiven düsteren Amerika des Jahres 1985 ist die Gefahr eines atomaren Krieges mit der Sowjetunion allgegenwärtig. Das Leben real existierender kostümierter Superhelden hat nicht mehr viel mit den aufregenden Abenteuern von Comic-Figuren zu tun. Die Gruppe der selbsternannten Sittenwächter „Watchmen“ hat sich aufgelöst - einige haben ihre zweite Identität aufgegeben, andere arbeiten für die Regierung. Nur der abgehalfterte Rorschach nimmt es weiterhin mit Verbrechern auf. Als einer seiner ehemaligen Mitstreiter getötet wird, macht er sich auf, ein Komplott gegen sämtliche Superhelden aufzudecken und reaktiviert seine alten Kollegen.

IM BILD - WER SIND DIE WATCHMEN?

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Die Darsteller: Sexy Shootingstars und…

Mitstreiter, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Dr. Manhattan, Ozymandias und Nite Owl 2 Bild: Paramount

Eine der großen Herausforderungen von „Watchmen“ ist, dass es jede Menge Hauptfiguren mit einer eigenen Geschichte gibt. Für die vielen tragenden Rollen setzte Snyder auf eine Riege bekannter, aber unverbrauchter Gesichter.

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Sexy Silk Spectre 2 muss sich als einzige Frau in der neuen Superhelden-Generation durchsetzen Bild: Paramount

…bekannte Gesichter

Der Part von Edward Blake alias the Comedian ging an TV-Darsteller Jeffrey Dean Morgan bekannt aus „Grey’s Anatomy„, „Supernatural“ oder „Weeds“ und seit „Zufällig verheiratet“ auch als Herzensbrecher von Uma Thurman.

In das Kostüm von Nite Owl 2 aka Dan Dreiberg schlüpfte Patrick Wilson, der sich in „Little Children“ an der Seite von Kate Winslet einen Namen gemacht hat. Im selben Film erregte Jackie Earle Haley großes Aufsehen. Für seine Rolle als Kinderschänder wurde er für einen Oscar nominiert, in „Watchmen“ ist er jetzt als Walter Kovacs alias Rorschach zu sehen. Zu guter letzt spielt Billy Crudup aus „Stage Beauty“ Jon Osterman und später Dr. Manhattan.

Die Superhelden

Die "Minutemen": Vorbilder aus einer Zeit, in der kostümierte Verbrecherjäger noch nicht verboten waren Bild: Paramount

Doch wer sind diese Superhelden eigentlich? Die Figuren, die Alan Moore und Dave Gibbons geschaffen haben, sind insofern ungewöhnlich, als sie im Vergleich zu Superman & Co. gebrochene Typen mit ganz menschlichen Problemen sind. „Inzwischen gibt es ja bereits einige düstere Comic-Verfilmungen“, kommentiert Zack Snyder. „Der neue Batman gefällt mir, aber er ist eben cool. Die Watchmen hingegen sind ein ziemlich unglamouröser Haufen.“

Die Vorgänger der „Watchmen“ waren die „Minutemen“, die Helden der ersten Generation, die sich Ende der 30er Jahre ohne besondere Fähigkeiten aber in ausgefallenen Kostümen Verbrechern in den Weg stellten. Anfang der 60er traten die „Watchmen“ mit ausgefeilterem Equipment und teilweise tatsächlichen Superkräften in ihre Fußstapfen. Als Instanz, die eigenmächtig die Gerechtigkeit in die Hand nimmt, aber selbst nicht überwacht wird, gerieten die Helden in die Schlagzeilen und wurden in den 70er Jahren verboten.

Die aufregende "Minutemen"-Amazone Silk Spectre hat ein dunkles und folgenschweres Geheimnis Bild: Paramount

Die Kostüme

„Watchmen“ ist meines Erachtens gar kein Superhelden-Film“, findet Kostüm-Designer Michael Wilkinson. „Es ist eher ein psychologisches Drama mit ziemlich komplexen Figuren, die sehr real sind.“ Das Comic, das mit seinen vielen Details den einzelnen Personen eine charakterliche Tiefe gibt, war eine wahre Goldmine für den Kreativkopf:

„Bei jedem der Watchmen stellten sich verschiedene Fragen. Warum kleidet er oder sie sich auf diese Weise und mit welchen Mitteln konnte damals das Outfit gestaltet werden? Gerade bei der ersten Superhelden-Generation haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie die einzelnen Personen ihr zweites Ich schaffen.“ Wie auch Regisseur Zack Snyder wollte Wilkinson der Vorlage den gebührenden Respekt zollen und versuchen, so viel wie möglich zu übertragen: „Die Herausforderung ist, aus zweidimensionalen Zeichnungen, dreidimensionale Kostüme zu gestallten, die an den Schauspielern so realistisch wie möglich aussehen. Viele Kostüme sollten so wirken, als ob sie schon seit über 20 Jahren im Einsatz waren.“ Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

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