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and the Oscar goes to...

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Woody Allen Poster

Der alljährlichen Auftrieb der Superstars bei der „Oscar“-Verleihung liegt einige Tage zurück, die Gemüter haben sich abgekühlt, angeblich sind sogar Halle Berrys Tränen getrocknet - Zeit, Fazit zu ziehen.

Objekt der Begierde

Die Berichterstattung im Vorfeld war umfangreich wie nie. Nach einer Woche Dauerbeschuss war auch dem letzten standhaften Fernseh-Verweigerer klar, dass man im brandneuen Kodak-Theater zur Tat schritt - Gott hab das alterwürdige Shrine Auditorium selig -, dass Whoopi Goldberg zum vierten Mal die Gala moderiert - weil Billy Crystal mittlerweile altersmüde ist - und dass Russell Crowe angedroht hat, seine Dichterlesung von den BAFTA-Awards zu wiederholen - ein Grund warum er nicht gewonnen hat?

Intensive Vorbereitung: Moderatorin Whoopi Goldberg

Das Feld war bestellt, das Geduldsspiel begann. Glück hatte dabei, wer sich die Live-Übertragung auf Pro 7 zu Gemüte führte. Anders als beim überprofessionell agierenden US-Sender ABC lässt man es hier nämlich noch so richtig menscheln. Da klang die Übertragung, als moderierten Susann Attwell und Aiman Abdallah wie durchs Mobiltelefon, wiederholten sich Beiträge ungewollt in der Endlosschleife, und auch das lustige „Kommt nun im zwölften Werbeblock erst die „Tattoo„-Kino-Promo oder der hauseigene „Star Wars: Episode 1 - Die dunkle Bedrohung„-TV-Trailer“-Spielchen sorgte stundenlang für Kurzweil. Danke!

Und als ob im Mode-Check auf dem Roten Teppich die atemberaubenden Roben einer Cameron Diaz und Jada Pinkett Smith bzw. der grottige Kleidersack, in den sich Gwyneth Paltrow zwängte, nicht reichen würde, wurde uns mit Steven Gätjen auch noch der Kai Ebel des deutschen Filmjournalismus spendiert. Seine sachkundigen Beiträge und geschliffenen Übersetzungen der Star-Quotes wurden lediglich noch durch „Da kommt Baz Luhrmann mit MEINER Frau“ und „Was ist mit „Titanic 2″, hoho!“ getoppt. Entweder man stellt ihn als Gagschreiber bei „Wetten, dass…“ an oder RTL II gibt ihm mit „Die dümmsten Moderatoren der Welt“ endlich seine eigene Reihe.

Zwei Bier und eine Packung Salzstangen später dann das erste Highlight des Abends: Jennifer Connelly wird die Goldstatuette für ihre „Supporting Role“ in „A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn“ verliehen. Und wir sind einhellig der Meinung, dass es die unrasierten Achseln in der Treppensturzszene von „Iris“ waren, die Kate Winslet den „Oscar“ verwehrten. Zwar authentisch für eine Engländerin der fünfziger Jahre aber einfach zu igitt für die amerikanische Academy!

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Immerhin kann man sich im „Iris“-Lager über den überraschenden, aber völlig verdienten „Oscar“ für Jim Broadbent als besten männlichen Nebendarsteller freuen. Leider muss man sich hierzulande noch bis 16. Mai gedulden, bis dieses Meisterwerk anläuft. Ebenso tragisch ist jedoch zweifellos, dass „Die fabelhafte Welt der Amélie“ trotz insgesamt drei Nominierungen völlig leer ausging, denn überraschend räumte den „Oscar“ für den besten ausländischen Film „No Man’s Land“ aus Bosnien ab. Sicher interessant, wie diese Wahl ohne den 11. September und die darauf folgende thematische Sensibilisierung der Amis auf militärische Konflikte im Rest der Welt ausgefallen wäre.

Der 11. September, ein Thema, das den Abend generell mitbestimmte, ob als von Woody Allen präsentierte Hommage an New York, in der von Tom Cruise angesprochenen trotzigen „Jetzt erst recht“-Haltung oder in witziger Form, in den knallharten One-Linern von Whoopi Goldberg - what you can’t laugh about, you can’t take serious.

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Überhaupt zeigten sich die Gagschreiber der Verleihung und auch die Preisträger auf der Höhe, flachen Humor suchte man ebenso vergebens wie die üblichen Plattitüden. Die großen alten Männer Robert Redford und Sidney Poitier ragten erwartungsgemäß heraus, der Höhepunkt war jedoch Halle Berry mit ihrem rührenden Auftritt nach dem „Oscar“ für ihre glänzende Leistung in „Monster’s Ball“ vorbehalten. Wenn ihre fassungslose Euphorie über den ersten Award für eine farbige Hauptdarstellerin in 74 Jahren „Oscar“-Historie echt war, freuen wir uns mit ihr, wenn nicht, muss sie umgehend für 2002 nominiert werden.

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Diese Auszeichnung dürfte übrigens auch in Deutschland noch zu einiger Hektik führen, hat doch „Monster’s Ball“ hierzulande trotz der umjubelten Aufführung auf der Berlinale bis dato keinen Verleiher gefunden. Marc Forster umwerfendes, mit Billy Bob Thornton, Heath Ledger, Peter Boyle, und Sean „Puffy“ Combs auch in den weiteren Rollen hochkarätig besetztes Drama schien wohl zu wenig erfolgversprechend. Nun wird man wohl nicht mehr drumrum kommen - und einige Milliönchen mehr hinblättern müssen…

Apropos Millionen. Auf eine kräftige Finanzspritze an der Kinokasse dürfen sich auch noch Regisseur Ron Howard und Produzent Brian Grazer freuen. Die vier „Oscars“ inklusive der Königs-Disziplinen „Beste Regie und „Bester Film“ werden „A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn“ noch einmal einen kräftigen Schub verpassen. Da kann man auch den verpassten Goldjungen für Russell Crowe als Hauptdarsteller verschmerzen. Der Australier selbst dürfte es ebenso sehen, hat er ja ohnehin schon einen für „Gladiator“ zu Hause rumstehen. Und wenn „Mr. Clean“ Denzel Washington schon einmal als bad guy in „Training Day“ auftritt hat er auch einen Preis verdient - egal wie belanglos der Thriller ansonsten ist…

Tiefe Trauer dagegen bei „Der Herr der Ringe - Die Gefährten„:

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Vier „Oscars“ bei 13 Nominierungen und dann auch nur in den technischen Disziplinen. Und dabei hatte sich Regisseur Peter Jackson extra noch ausnahmsweise eine lange Hose angezogen und Ian McKellen stundenlang zärtlich das Knie seines Enkels (oder?) getätschelt. Aber mit „Der Herr der Ringe - Die zwei Türme“ und „Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs“ haben Jackson & Co. ja noch in den nächsten Jahren zwei heiße Eisen im Feuer. Und wenn diese „Oscar“-Nächte dann ähnlich glamourös, hochkarätig und unterhaltsam ablaufen wie die diesjährige, halten wir garantiert wieder bis 7.00 Uhr durch.

Tom Wimmer

Photos: UIP, Buena Vista, Warner, Presse

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