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Leben & Werk

Österreichischer Regisseur, der wie seine Kollegen Xaver Schwarzenberger und Reinhard Schwabenitzky zu den vielseitigsten und produktivsten Autoren und Regisseuren des Alpenlandes gehört, vor allem für den ORF arbeitet und mit Kriminalsatiren nach Wolf Haas‘ Romanen „Komm, süßer Tod“ und „Silentium“ Kultfilme und Kinoerfolge schuf. Wolfgang Murnberger beherrscht vom Serienformat über die Sozialstudie und den Familienfilm („Lapislazuli“) bis zum Kriminalfilm alle Genres und sieht eine Herausforderung darin, Literatur (oft mit Kunstsprache) für die Leinwand zu adaptieren und Handlungen umzustellen. Er wagt filmsprachlich, „Dinge zu machen, die man normalerweise nicht macht, zum Beispiel, dass die Kamera zu spät reagiert… Das ist bewusst schlampig inszeniert… aber eben auch nur dort, wo ohnehin jeder weiß, was gemeint ist.“

Wolfgang Murnberger wurde 1960 in Wiener Neustadt geboren, studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Regie und Schnitt in der Regieklasse von Axel Corti („Radetzkymarsch„) und debütierte 1990 mit seinem Abschlussfilm „Himmel oder Hölle“ (Beobachtungen eines Landjungen), der auch in den Kinos lief und mehrere Preise erhielt, darunter einen beim Max-Ophüls-Preis 1991. Seitdem arbeitet er als freier Drehbuchautor und Regisseur. Nach einer weiteren Sozialstudie (ein Soldat des Bundesheeres in „Ich gelobe„, 1994) begann Murnberger 1995, für den ORF zu arbeiten, wo er 1995 für „Auf Teufel komm raus“ mit der Romy für den besten österreichischen Fernsehfilm ausgezeichnet wurde. Murnbergers Tragikomödie „Brüder“ (um drei gestandene Männer, die unerwartet neue Verantwortungen übernehmen) war 2002 so erfolgreich, dass sich 2003 „Brüder II“ und 2006″ „Brüder III“ anschloss. Für die Reihenhaus- und Beziehungsreigen-Satire „Quintett komplett“ (mit Julia Stemberger) war Murnberger 1998 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Als Eigenproduktion entstand 1996 in Zusammenarbeit mit Florian Flicker („Der Überfall“) die Dokumentation „Attwengerfilm“ um das gleichnamige Mundart-Duo.

Murnbergers größte Erfolge wurden die beiden gesellschaftskritischen und mit bissigem schwarzen Humor und beißendem Wiener Schmäh getünchten Krimi-Satiren „Komm, süßer Tod“ (2001) und „Silentium“ (2004), beide nach Vorlagen von Autor Wolf Haas, mit Josef Hader als Ex-Polizist und Detektiv Hans Brenner, der im ersten Film in den Krieg der Wiener Rettungswagen gerät und im zweiten Fall in Salzburg einem Selbstmord nachgeht, der in Kirchenkreise und die High Society der Mozart-Stadt führt. „Komm, süßer Tod“ war 2001 mit 225.000 Besuchern der bis dahin erfolgreichste Film der heimischen Kinogeschichte.

Murnberger adaptiert häufig Kriminalstoffe, so 2002 „Taxi für eine Leiche“ (nach Edith Kneifl), zwei „Tatort“-Folgen (1997 „Morde ohne Leichen“ und 2005 „Das Geld des Volkes“, mit Harald Krassnitzer als Kommissar Moritz Eisner) und 2004 vier Folgen der Serie „Vier Frauen und ein Todesfall“ (alte Damen als Miss-Marple-Quartett). Um seinen Kindern zu zeigen, wie der Vater arbeitet, inszenierte er 2005/06 den Fantasyfilm „Lapislazuli - Im Auge des Bären„: Der in einem Gletscher der Tiroler Alpen eingefrorene Neandertaler Bataa wird durch Meteoriteneinfall aufgetaut, stößt auf eine ausgerissene Dreizehnjährige. Sie fliehen vor Archäologen, Bataa erkrankt, und es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Nach einer weiteren Tatort-Inszenierung mit Harald Krassnitzer („Tödliche Habgier“) erzählte er 2008 in dem auf wahren Begebenheiten basierenden Fernsehfilm „Der Schwarze Löwe“ von drei schwarzafrikanischen Asylbewerbern, die einem unbedeutenden niederösterreichischen Fußballklub zu Ligaehren verhelfen. Im selben Jahr adaptierte er mit „Der Knochenmann“ seinen dritten Wolf Haas-Krimi. Die Premiere fand auf der Berlinale 2009 statt. Das bekannte Ensemble mit Josef Hader und Simon Schwarz als Brenner und Berti wurde dieses Mal von Josef Bierbichler unterstützt.

Wolfgang Murnberger ist verheiratet und hat vier Kinder.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

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