Wolfgang Becker

Schauspieler • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter • Kameramann
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Leben & Werk

Mit über sechs Millionen Besuchern und neun Auszeichnungen beim Deutschen Filmpreis - u.a. als bester Film und für die beste Regie - gelang Wolfgang Becker mit „Good Bye, Lenin!“ der deutsche Kinoerfolg des Jahres 2003. Seine Komödie reüssierte nicht nur auf der Leinwand, sondern löste auch eine „Ostalgie“-Welle aus, die vor allem vom Fernsehen dankbar aufgenommen wurde.

Becker wurde 1954 in Hemer, Westfalen, geboren, studierte bis 1980 an der FU Berlin Germanistik, Geschichte und Amerikanistik und ab 1981 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, wo er sich frühzeitig als Kameramann spezialisierte, Michael Ballhaus und Istvan Szabó assistierte und neben dem Studium bei TV- und Kinoproduktionen an der Kamera arbeitete.

Sein Abschlussfilm „Schmetterlinge“, 1987 nach der Erzählung von Ian McEwan entstanden, gewann den Student Film Award in Hollywood, den Goldenen Leoparden in Locarno und den Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten beim Max-Ophüls-Preis-Festival 1988. „Schmetterlinge“ rekonstruiert den Tod eines kleinen ertrunkenen Mädchens in einem Industriekanal. Aus der Sicht des einzigen Zeugen, des 19-jährigen Andi, tauchen die Ereignisse in der Erinnerung auf. In „Kinderspiele“ (1993) erfährt ein elfjähriger Junge in den 60er-Jahren, was es heißt, ungeliebt zu sein, und erschlägt seinen Vater im Kohlenkeller. Wie alle seine Filme ist diese Tragödie vom Ende der Kindheit, von Verzweiflung und dem Verlust der Liebe meisterhaft inszeniert und gespielt. „Kinderspiele“ erhielt den Preis der Deutschen Filmkritik 1993.

Auf der Berlinale 1997 wurde „Das Leben ist eine Baustelle“ von der Jury mit einer lobenden Erwähnung bedacht und erhielt den Spielfilmpreis der AG der Filmjournalisten: Beckers Berlin-Panorama um den Schlachthofarbeiter Jan Nebel (Jürgen Vogel), der sich in die geheimnisvolle Vera (Christiane Paul) verliebt, seinen Job verliert, aber durch Gerüstbauer Buddy (Ricky Tomlinson, bekannt aus Filmen von Ken Loach) und die elfjährige Tochter seiner Schwester (Martina Gedeck) Farbe ins Leben bekommt, ist eine bittersüße Komödie über Alltagswirklichkeiten und das langsame Verschwinden sozialer Verhaltensmuster: Alle basteln am Leben, sind auf der Suche nach sich selbst, nach anderen, nach ein wenig Glück.

„Baustelle“ war der erste Film der Firma „X Filme“, die Becker mit Tom Tykwer, Dani Levy und Stefan Arndt als alternatives Produktions- und Verleihmodell gegründet hatte, um Kreativität und Finanzen zu bündeln. Die Arbeit kostete Becker entsprechend Zeit, sodass es fünf Jahre dauerte, bis er mit „Goodbye, Lenin!“ (Uraufführung Berlinale 2003, dort mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet) eine deutsch-deutsche Komödie in Form eines Kammerspiels vorlegte. Vor dem Fall der Mauer ins Koma gefallen und nach acht Monaten wieder erwacht, wird Christiane Kerner (Katrin Saß) die Wiedervereinigung von ihrer Familie verschwiegen. Um sie vor Aufregung zu schonen, gaukelt ihr aufgeweckter Sohn Alex (Daniel Brühl) ihr auf 79 qm Plattenbau vor, alles sei noch so wie früher.

Mit nur vier Spielfilmen in 15 Jahren ist das Werk des Regisseurs und Autors Wolfgang Becker schmal, zwischen seinen Spielfilmen inszenierte er für das Fernsehen u.a. eine Dokumentation über Sergiu Celibidache und den Tatort „Blutwurstwalzer“ (mit Günter Lamprecht als Kommissar). Becker, der in „Baustelle“ als der energische Chef des Schlachthofs auch vor der Kamera zu sehen war, legt besonderen Wert auf seine Darsteller und castet diese selbst: „Meine Spezialeffekte sind meine Schauspieler. Mehr Geld macht Filme nicht unbedingt besser. Film ist Mannschaftssport, und ich glaube an die Kraft des Ensembles.“

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