Leben & Werk

Sein Monumentalfilm „Ben Hur“ (1959) hält den Rekord von elf „Oscars“, darunter den für die beste Regie. Damit gewann William Wyler (1902 – 1981) nach dem Weltkriegsdrama „Mrs. Miniver“ und dem Kriegsheimkehrerdrama „Die besten Jahre unseres Lebens“ zum dritten Mal einen Regie-„Oscar“. Mit „Ben Hur“ (1925) fing auch seine Karriere an, denn damals arbeitete William Wyler als Regieassistent. Dabei ist die Mehrzahl der unter seiner Regie entstandenen Filme von völlig anderer Art. Wie sein Kollege George Cukor inszenierte Wyler Gesellschaftsdramen, deren psychologische Glaubwürdigkeit und deren darstellerische Glanzleistungen Wylers Ruf eines eleganten Inszenators begründeten, der nach dem Vorbild seines Kollegen Orson Welles den Raum um die Personen als wesentliches Element der Bildgestaltung einbezog. Wyler stammte aus reichem Elternhaus, studierte in Paris und begann als PR-Mann für Filme. Seinem Regiedebüt 1929 folgten eher bescheidene Filme, bis er 1936 von Universal zu MGM wechselte und in der Zusammenarbeit mit der Autorin Lillian Hellman und dem Kameramann Gregg Toland (Welles‘ „Citizen Kane“) seinen Stil entwickelte: mit dem Melodram „Infame Lügen“ um eine lesbische Beziehung, das er 1961 noch einmal als „Infam“ inszenierte, dem Gangsterfilm „Sackgasse“ (mit Humphrey Bogart) und dem Südstaaten-Melodram „Jezebel – Die boshafte Lady„. Bette Davis, die die Jezebel spielte, fand in Wylers „Der Brief“ als Liebhaberin in einem Kolonial-Drama und als mörderische Ehefrau in „Die kleinen Füchse“ Anfang der 40er Jahre ihre besten Rollen. Wyler machte auch Laurence Olivier mit der Emily-Bronte-Verfilmung „Sturmhöhen“ zum Star. Im Weltkrieg drehte er für die Luftwaffe Dokumentarfilme und erlitt bei einem Einsatz über Italien einen Hörschaden. Wyler engagierte sich gegen die antikommunistischen Senatsanhörungen, konnte aber kontinuierlich filmen, indem er sich von nun an als Produzent seiner Filme betätigte, so mit der Henry-James-Verfilmung „Die Erbin“ (mit Olivia de Havilland und Montgomery Clift), dem Polizeifilm „Polizeirevier 21“ (mit Kirk Douglas) und der Romanze „Ein Herz und eine Krone“, in dem Audrey Hepburn und Gregory Peck als Prinzessin und Journalist das Rom der frühen 50er Jahre genießen. Sein komödiantisches Quäker-Drama um eine Familie im Bürgerkrieg („Lockende Versuchung„, mit Gary Cooper), der Western „Weites Land“ (mit Gregory Peck), der Psycho-Thriller „An einem Tag wie jeder andere“ (mit Bogart) und die „Rififi“-Komödie „Wie klaut man eine Million?“ (mit Hepburn) wurden zu Klassikern. Wyler inszenierte Barbra Streisand als „Funny Girl“ in dem gleichnamigen Musical und zog sich nach dem Misserfolg seines antirassistischen Dramas „Glut der Gewalt“ vom Film zurück. Er wurde insgesamt 15 Mal für den „Oscar“ nominiert. Für sein Lebenswerk erhielt er 1965 den „Irving G. Thalberg Memorial Award“ und 1976 den Ehren-„Oscar“.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

Wird oft zusammen gesucht

Kommentare