Wes Craven ist tot

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Der Filmemacher Wes Craven, einer der Großmeister des amerikanischen Horrorkinos, ist im Alter von 76 Jahren in Los Angeles an den Folgen eines Hirntumors gestorben. Zu seinen größten Erfolgen zählten „Nightmare on Elm Street“ und „Scream“.

Er führte in den 80ern Freddy Krueger, den Schlitzer mit der Krallenhand, und in den 90ern den Killer mit der „Scream„-Maske in die Alltagsmythologie und populäre Kultur ein und war mit John Carpenter, Tobe Hooper und George A. Romero einer der Begründer des modernen Horrorfilms.

Wes Craven, als Wesley Earl Craven 1939 in Cleveland geboren, studierte Literatur, Philosophie und Psychologie und wechselte nach kurzer Dozententätigkeit zum Film, wo er als Cutter bei B-Filmen arbeitete. 1972 debütierte er in der Regie mit „Das letzte Haus links“, der Ingmar Bergmans im Mittelalter angesiedeltes Vergewaltigungsdrama „Die Jungfrauenquelle“ als aktuellen Horrorstoff adaptierte. Der Film, ungewöhnlich erfolgreich in Autokinos, war nach Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ und vor Hoopers „Blutgericht in Texas“ (1974) und Carpenters „Halloween“ (1978) der entscheidende Schritt auf dem Weg zum mit schwarzem Humor gespickten Splatter- und Slasher-Subgenre des modernen Teenager-Horrorfilms. Der Schrecken wird darin teils blutig, teils verfremdet, teils mit unzähligen Anspielungen und Selbstreferenzen gespickt, teils subversiv das Mainstream-Kino unterlaufend und teils mit sexuellen Überdeutlichkeiten gefeiert.

Eins, zwei - Freddy kommt vorbei

Ausdruck dieser Tendenz ist zunächst Cravens den Albträumen der Teenager-Jungfrauen entstiegener Antiheld Freddy Krueger (Robert Englund), der mit seinem zerfetzten Pizza-Gesicht, der ausrollbaren Zunge und der Krallenhand als Psycho-Mutation des Unterbewusstseins von Teens fungiert. Craven erfand ihn in „Nightmare - Mörderische Träume“ 1984 und hatte mit den Folgefilmen nur als Produzent oder Autor oder gar nichts zu tun, bis ihn der kommerzielle Misserfolg von Filmen wie „Die Schlange im Regenbogen“ und „Schocker“ 1994 wieder in die Serie zwang, deren siebten Teil er als Film-im-Film inszenierte. Er wagte damit jenen Schritt, der ihn konsequent in die Trilogie „Scream“ (1996-1999) führte, die ein ironisches Spiel mit Gruselmustern und Terrorszenen treibt, voll mit Querverweisen und mit lustvoll aufgestellten Regeln, die wieder gebrochen werden. Die stilbildende Trilogie wurde ein überragender Welterfolg und machte die kanadische Hauptdarstellerin Neve Campbell zur „Scream Queen“ des Genres, das sofort parodiert wurde („Scary Movie„).

Wes Craven ist auch als Produzent tätig („Wishmaster„) und inszenierte 1999 mit „Music of the Heart“ ein Melodram um eine authentische Lehrerin (Meryl Streep), die schwarzen Kindern in den Slums von New York das Geigespielen vermittelt. Auf vertrauterem Terrain bewegte er sich mit der eigentlich viel versprechenden Werwolf-Horrorkomödie „Verflucht“ (2004), eine erneute Zusammenarbeit mit „Scream“-Autor Kevin Williamson, die jedoch sichtlich unter Besetzungs- und Endschnittproblemen litt. Mit „Red Eye“ präsentierte Craven 2005 einen gelungenen Psychothriller, in dem eine Flugzeugpassagierin von ihrem Sitznachbarn gezwungen wird, ihm bei einem Mord zur Hand zu gehen, und bewies, dass er immer noch in der Lage war, neue Akzente zu setzen.

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Danach wurde es ruhiger um ihn. Craven verwaltete sein Erbe und trat als Produzent einer Reihe von Remakes seiner frühen Klassiker in Erscheinung. „Scream 4“ inszenierte er 2011 wieder selbst - es ist seine letzte vollendete Regiearbeit.

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    Kino.de Redaktion  
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