Werner Schroeter

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter • Kameramann
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Leben & Werk

Unter den Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films war Werner Schroeter der avantgardistische Melodramatiker, beeinflusst von der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts und sentimentalen Schlagern der 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts, die stets als Musikteppich seine Filme grundieren. Schroeter schwelgte in Divenkult um Sängerinnen wie Maria Callas, Starkult um Darstellerinnen wie Isabelle Huppert, kreierte mit Carla Aulaulau und Magdalena Montezuma, Stars im eigenen Universum und forscht populären Mythen um doppelte Identitäten und Hamlet-Posen nach.

Schroeter wurde 1945 in Georgenthal in Thüringen geboren, wuchs in Bielefeld und Heidelberg auf, brach mehrere Studien ab und soll Filmkritiken verfasst haben. Mit von der Mutter geliehenem Geld kaufte er eine 16-mm-Kamera und wurde mit avantgardistischen Kurzfilmen zum Thema der Einsamkeit und Rituale in Paarbeziehungen auf Festivals bekannt. Seinen Film „Eika Katappa“ (1969), eine Collage über den Mythos der Nibelungen, konnte er an das Fernsehen verkaufen und er erhielt Aufträge, die ihm freies Schaffen ermöglichten. „Der Bomberpilot“, „Salome“, „Macbeth“, „Willow Springs“ und „Der Tod der Maria Malibran“ waren artifizielle, hermetisch abgezirkelte Arbeiten mit romantischen Motiven (Tod, Doppelgänger) und ironischen Brechungen, die die Vielschichtigkeit der Wahrnehmung von Gefühlen und Realitäten erforschen. Mit „Neapolitanische Geschwister„, Chronik eines Hauses und seiner Familien, auf den Rainer Werner Fassbinder einen Hymnus verfasste, trat Schroeter in die breitere Öffentlichkeit, gewann 1980 mit „Palermo oder Wolfsburg„, einer melodramatischen Gastarbeitergeschichte, den Goldenen Bären der Berlinale.

Einen Skandal provozierte Schroeter mit der Irrenhausstudie „Tag der Idioten“, weil eine Darstellerin (Regisseurin Ula Stöckl) minutenlang nah vor der Kamera urinierte; der Film (mit Carole Bouquet in der Hauptrolle) erhielt 1982 einen Bundesfilmpreis. Zu Schroeters Literaturverfilmungen gehören „Das Liebeskonzil“ (nach Oskar Panizza) und „Malina“ (nach Ingeborg Bachmann) mit Isabelle Huppert, die in einem Feuer-und-Flammen-Fanal die selbstzerstörerische Heldin spielt. Zehn Jahre später wurden Schroeter und Huppert in Cannes auf der Quinzaine des Réalisateurs 2002 nach „Deux“, der Deutschland nicht erreichte, heftigst vom Publikum ausgebuht.

Nach sechs Jahren Drehpause realisierte Werner Schroeter 2008 den Kinofilm „Nuit de chien„. In dem Kriegsmelodram nach einer literarischen Vorgabe von Juan Carlos Onetti sucht ein Arzt und Bürgerkriegskämpfer (Pascal Greggory) verzweifelt nach seiner alten Liebe. Der Film überzeugte die Jury der „Mostra“ unter der Leitung von Wim Wenders zwar nicht für einen Einzelpreis, der bekennende Homosexuelle wurde dafür aber mit dem Spezial-Löwen für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.

Schroeter inszenierte persönliche Dokumentarfilme (über Marianne Hoppe 2000 „Die Königin“, über das Theatertreffen in Nancy 1980 „Generalprobe“, über Argentinien 1984 „De l’Argentine“) und Opern in Bonn und Kassel. 1996 erhielt er den Ehren-„Leoparden“ des Festivals Locarno.

Am 12. April 2010 erlag Werner Schroeter einem Krebsleiden.

Filme und Serien

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