Walter Slezak

Schauspieler
Walter Slezak Poster

Leben & Werk

Österreichischer und amerikanischer Film- und Bühnenschauspieler (1902-1983).

In der Stummfilmzeit romantischer Liebhaber, in den 30er-Jahren populärer Star in Broadway-Musicals, war Walter Slezak ab 1942 in tragenden Nebenrollen von Komödien, Krimis, Piraten- und Kostümfilmen zu sehen. Eine herausragende Rolle spielte er als Nazi-U-Boot-Kommandant Willy in Alfred HitchcocksLifeboat“ (1943), der nach dem Untergang seines U-Boots auf einem Rettungsboot der Amerikaner, deren Schiff er torpediert hatte, das Kommando übernimmt. Slezak verkörperte schillernde Schurken und charmante Schelme und war in der „Batman“-TV-Serie (1966) der Clock King. Er verfolgte die Bühnenkarriere weiter, wurde 1955 mit dem Tony Award für den César im Musical „Fanny“ ausgezeichnet, hatte 1965/66 eine eigene deutsche Fernseh-Revue-Show („Mein lieber Schwan“) und zog sich aus Gesundheitsgründen weitgehend zurück. Weil er die Schmerzen nicht länger ertragen konnte, erschoss sich Walter Slezak 1983 in Flower Hills, New York. Er ist auf dem Friedhof Rottach-Egern begraben.

Walter Leo Slezak wurde als Sohn des Opernsängers Leo Slezak in Wien geboren und studierte anfangs Medizin, bevor er sich für die sichere Stellung als Bankangestellter entschied. 1922 holte ihn sein Freund, der ungarische Regisseur Mihály Kertész (der später als Michael Curtiz in Hollywood mit „Casablanca“ Filmgeschichte schrieb), für den Historienfilm „Sodom und Gomorrha“ als Goldschmied aus Galiläa vor die Kamera. Slezak gab seine Stellung auf und war bis 1929 („Eros in Ketten“) in Stummfilmen romantischer Liebhaber, unter anderem als Titelheld in Carl Theodor Dreyers „Michael“, einer der ersten Homosexualität thematisierenden Filme. 1930 ging er an den Broadway, wo er aufgrund einer Verwechslung die Hauptrolle in „Meet My Sister“ erhielt, und zwölf Jahre blieb. 1936 wurde er amerikanischer Staatsbürger.

Gewichtsprobleme zwangen Slezak ins Charakterfach. In seiner ersten US-Filmrolle in „Es waren einmal Flitterwochen“ (1942) war er Baron von Luber, Kolumnist und fünfter Gatte der sich die soziale Leiter heraufheiratenden Ginger Rogers. Slezak war Freibeuter in Piratenfilmen („Das Korsarenschiff“, „Der Seeteufel von Cartagena“, „Sindbad, der Seefahrer“) und in Vincente Minnellis Musical „Der Pirat“ als Don Pedro Vargas der Partner von Gene Kelly und Judy Garland. In den 50er- und 60er-Jahren arbeitete er mit Cary Grant (Joseph L. Mankiewicz‘ „Dr. med. Praetorius“), Susan Hayward und Robert Mitchum (Henry Hathaways Abenteuerfilm „Weiße Frau am Kongo“), Gina Lollobrigida und Rock Hudson („Happy End im September„) und war Gepetto in „Pinocchio“. In den 60er-Jahren war er der Baron in der US-Version von Erich Kästners „Emil und die Detektive“ (1964), spielte im Thriller „In Beirut sind die Nächte lang“ (1965, mit Lex Barker), in „Heidi kehrt heim“ (1968, mit Maximilian Schell), im Pferdefilm „Black Beauty“ (1971, mit Uschi Glas) und war der verschlagene Squire Trelawney in „Die Schatzinsel“ (1972, mit Orson Welles als einbeiniger Pirat Long John Silver).

Slezak war Gast in der Detektiv-Serie „77 Sunset Strip“ (sechs Episoden), „Batman“, der Western-Serie „Rawhide – Cowboys a.k.a Tausend Meilen Staub“ (1 Folge 1963, mit Clint Eastwood) und in zwei Folgen von „Love Boat“ (1980).

Slezaks Autobiographie „Wann geht der nächste Schwan?“ (1962, dt. 1964) war einer der ersten Bestseller der Zeit. 1977 veröffentlichte er „Mein Magen geht fremd: ein Geschichtenbuch mit Kochrezepten“.

Slezaks Tochter Erika Slezak ist Schauspielerin (Serie „One Life to Live“, ABC). (geh)

Filme und Serien

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