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Alle Bilder und Videos zu Walter Sedlmayr

Leben & Werk

Der bayerische Volksschauspieler Walter Sedlmayr (1926, München - 1990, München) galt als der Typ des sympathisch liebenswerten Grantlers, der sich pfiffig und mit Schlitzohrigkeit durchschlägt, dem Volk aufs Maul schaut, zu allem eine Meinung hat und grobschlächtig seine Welt verteidigt. In gewisser Weise sind Sedlmayrs Figuren der Gegenpol zum leichtlebigen Monaco Franze (Helmut Fischer). Mit geballter Faust und „I hab’s ja g’sagt“, vertrat Sedlmayr die Bodenständigkeit der Kleinbürger und Markthändler.

Sedlmayr wurde als Sohn eines Tabakhändlers und einer Hausfrau geboren, machte 1944 das Notabitur und gehörte bei Kriegsende zur Generation der so genannten Flakhelfer (wie sie Ulrich Schamoni in „Alle Jahre wieder“ beschreibt). Er trat in Heimatfilmen der frühen 50er-Jahre auf („Der Jäger von Fall“, „Rosen-Resli“) auf und gehörte, von vielen fast unbemerkt, zu den sehr häufig beschäftigten Darstellern des Neuen Deutschen Films. Allein unter Rainer Werner Fassbinders Regie war er fast zwanzigmal zu sehen, am eindrücklichsten als Kolonialwarenhändler, der sich in „Angst essen Seele auf“ das Maul böse redet über die Witwe (Brigitte Mira), die sich in einen jüngeren Marokkaner verliebt. Seine einzige Hauptrolle spielte er in Hans Jürgen Syberbergs „Theodor Hierneis oder: Wie man ehem. Hofkoch wird“, wo er als König Ludwigs Hofkoch in den Residenzen Lindenhof, Neuschwanstein und Schachen das königliche Ambiente schildert. Als Karl Valentins Vater war er in Franz Seitz‘ „Die Jugendstreiche des Knaben Karl“ zu sehen.

Populär wurde Sedlmayr durch die TV-Serien „Der Millionenbauer“ und „Polizeiinspektion 1“ und seine urigen Reisedokumentationen, die ihn bis in den Wilden Westen führten. Als Werbeträger für die Paulaner-Brauerei und seit 1982 als Bruder Bastian, der auf dem Nockherberg bei den Starkbierproben den Politikern die Leviten liest, gewann er zusätzliche Popularität.

1971 wurde in Sedlmayrs Haus die gestohlene „Blutenburger Madonna“ gefunden, er nach einigen Tagen U-Haft entlassen und vom Gericht frei gesprochen. Am 14. Juli 1990 wurde Sedlmayr, der homosexuell und Masochist war und seine Veranlagung gegenüber der mit ihm lebenden Mutter und der Umwelt verheimlichte, in seiner Wohnung ermordet. Die Mörder wurden zu lebenslänglich verurteilt. Den Fall Sedlmayr verarbeiteten Helmut Dietl (Produktion) und Jo Baier (Regie) zum Fernsehfilm „Wambo“ (2001, mit Jürgen Tarrach).

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