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Filmkritiker-Legende Roger Ebert verstorben

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Roger Ebert war der wohl einflussreichste Filmkritiker der ganzen Welt. Seine Meinung wurde von Fans begeistert aufgenommen und von Filmschaffenden häufig gefürchtet. Gestern ist der 70jährige gestorben.

In Zeiten, in denen jeder sein eigenes Blog betreiben und dort Filmkritiken publik machen kann, wirkt die Berufsbezeichnung „Filmkritiker“ in vielen Fällen geradezu anmaßend und hat an Bedeutung verloren. Früher war dies jedoch noch anders: Es gab ein paar wichtige Kritiker, deren Artikel in Zeitungen veröffentlicht wurden und die im Fernsehen über Filme diskutierten. Deren Meinung hatte Gewicht, ihr Urteil konnte über Wohl und Wehe einer Produktion entscheiden. Der wohl bedeutendste Vertreter der Kritikerzunft ist gestern leider aus dem Leben geschieden: Mit 70 Jahren hat Roger Ebert den Kampf gegen den Krebs verloren.

Bereits seit den 1960ern verfasste Ebert Filmkritiken, vor allem für die Chicago Sun-Times. Vor allem seine besondere Art der Filmbesprechung verschaffte ihm rasch einen herausragenden Ruf in der Branche: In verständlichem Stil geschrieben, gerne mit persönlichen Anekdoten versehen, mit einem untrüglichen Blick für Gutes. Zudem schätzte Roger Ebert den Dialog mit seinen Lesern – eine Tatsache, die ihn von weltfremden und abgehobenen Kritikern unterschied. Das Aufkommen des Internets war für Roger Ebert im Gegensatz zu anderen alteingesessenen Kollegen auch kein Übel, sondern eine Bereicherung, die er gerne und häufig in Anspruch nahm, um seine Kritiken und Gedanken zu Filmen zu veröffentlichen.

Roger Ebert war jedoch niemand, der nur theoretisch Ahnung vom Film hatte. Er verfasste selber Drehbücher, von denen drei von Russ Meyer verfilmt wurden: Blumen ohne Duft, Russ Meyer: Up! und Russ Meyer: Im Tiefen Tal der Superhexen. Dass Roger Ebert sich letztlich dazu entschied, sein Hauptaugenmerk auf die Filmkritik zu legen, war bestimmt die richtige Entscheidung - seine Leser und die Fans der Fernsehsendung „Ebert & Siskel“, in der er mit Gene Siskel von 1982 bis zum Tod seines Diskussionspartners gerne auch kontrovers über Filme debattierte, sind ganz sicher dieser Meinung.

Obwohl Eberts Kritiken bei den Filmschaffenden durchaus gefürchtet waren, zollten sie ihm Respekt für seine Arbeit, was damit zusammenhing, dass er zwar deutlich in seinen Aussagen war, jedoch nie arrogant. Gelegentliche Streitigkeiten mit Leuten aus der Branche blieben allerdings nicht aus, beispielsweise mit Regisseur Vincent Gallo, dessen Film The Brown Bunny Ebert verriss, woraufhin der Filmemacher scharf gegen den Kritikerpapst schoss.

Dass Roger Ebert nicht nur Qualität erkennen konnte, sondern auch selbst Qualität ablieferte, beweisen die Ehrungen, die ihm zuteilwurden: Als erster Filmkritiker bekam er einen Pulitzer-Preis und einen Stern auf dem legendären Hollywood Walk of Fame.

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Bereits 2002 erkrankte Roger Ebert an Schilddrüsenkrebs. Im Laufe der Jahre kostete ihn die Krankheit Teile seines Unterkiefers und die Fähigkeit zu sprechen. Dennoch arbeitete er leidenschaftlich weiter. Erst vor wenigen Tagen gab Roger Ebert bekannt, dass der Krebs zurückgekehrt sei und er kürzer treten müsse. Traurigerweise gelang es ihm nicht, die Krankheit ein weiteres Mal zurückzudrängen.

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