Vilmos Zsigmond

Schauspieler • Kameramann
Vilmos Zsigmond Poster
Alle Bilder und Videos zu Vilmos Zsigmond

Leben & Werk

Als er 1999 nach über 50 Filmen den Lifetime Achievement Award der American Society of Cinematographers für die beeindruckende Vielfalt seiner visuellen Stile erhielt, hatte Vilmos Zsigmond 40 Jahre Kameraarbeit hinter sich, seit 1963 als alleinverantwortlicher Kameramann. Der gebürtige Ungar, der 1956 mit seinem Studienkollegen Lajos Koltai (der bevorzugte Kameramann von Peter Bogdanovich und Bob Rafelson) nach dem Einmarsch der Russen aus Ungarn floh, arbeitete zunächst als Fotograf und begann nach Lehr- und TV-Filmen mit einem Thriller („Todesangst“) seine Laufbahn im Spielfilm. Zsigmond gehört zu den Kameramännern, mit denen das New Hollywood der 60er- und 70er-Jahre reüssierte. Zsigmond fotografierte u.a. für Martin Scorsese, Robert Altman, Steven Spielberg, Peter Fonda, Michael Cimino, George Miller, Brian De Palma und Roland Joffé. Er ist bekannt für seine außergewöhnlich schönen, atmosphärisch bis in den letzten Winkel genutzten Breitwandaufnahmen, ob für Western (Altmans „McCabe & Mrs. Miller“), Krimis (Altmans „Der Tod kennt keine Wiederkehr„), Road Movies (Spielbergs „Sugarland Express„), Großstadtdramen (Willard Carrolls „Leben und Lieben in L.A.“) , Horrorfilme (De Palmas „Schwarzer Engel„), Abenteuerfilme (John Boormans „Deliverance – Beim Sterben ist jeder der Erste“) oder Science-Fiction-Filme. So brachte ihm Spielbergs „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ 1978 den Oscar ein. Für den Oscar nominiert war er für Ciminos Vietnamveteranendrama „The Deer Hunter – Die durch die Hölle gehen“ und für Mark Rydells „The River – Menschen am Fluss“. Legte Zsigmond anfangs Wert auf spektakulär schöne Aufnahmen, so entwickelte sich seine Fotografie hin zu Filmen, die mit schmutzigen Farben arbeiteten, um die Valeurs der Landschaften realistischer einzufangen, so der Schnee in „McCabe & Mrs. Miller“ oder der Staub in dem Action-Krimi „Assassins“ und dem Western „Maverick“ von Richard Donner, wo er auch in einer Nebenrolle als Darsteller auftrat. Zsigmond kann ebenso Farben zum Leuchten bringen (die afrikanische Savanne in „Der Geist und die Dunkelheit„, L.A. in „Leben und Lieben in L.A.“), wie er mit Filtern psychologische Zwischentöne setzt (Mark Rydells „Begegnungen“) oder mit grellen Farben im Musical Entwicklungsstadien der Personen andeutet (Scorseses „New York, New York„). Sein Jahrhundertfilm wurde der 1980 in den USA der Reagan-Ära boykottierte, in Europa als Meisterwerk der Filmkunst gefeierte Western „Heaven’s Gate“ von Michael Cimino, eine Symphonie in Braun-, Ocker- und Erdtönen, in dem er vor Michael Ballhaus die Kunst der funktionalen Kreisbewegungen demonstrierte. 1992 inszenierte Zsigmond seinen einzigen Spielfilm „The Long Shadow“, eine ungarisch-isländisch-amerikanische Koproduktion. Zsigmond ist der einzige amerikanische Kameramann, der sowohl den Oscar als auch den Emmy Award (für die HBO-Produktion „Stalin“) erhielt. 1997 war er nach Sven Nykvist, Vittorio Storaro, Conrad Hall und Haskell Wexler der vierte Kameramann, der auf dem 8. Internationalen Filmfestival für Kamerakunst CAMERIMAGE im polnischen Lodz den Lifetime Achievement Award erhielt.

Filme und Serien

Bilder

News und Stories

Kommentare