Ursula Andress

Schauspieler
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Leben & Werk

Mutter aller Bond-Girls, war die schöne blonde Ursula Andress in den 1960er und 1970er Jahren das Sexsymbol zweier Dekaden. Die Schweizer Gärtnerstochter avancierte mit ihrem legendären Auftritt im ersten 007-Thriller „James Bond jagt Dr. No“ 1962 in wenigen Sekunden zum Weltstar. Da steigt sie im weißen Bikini als verführerische Venus des modernen Zeitalters, das mit der Bond-Reihe begann, aus den Wellen und schuf als Muscheltaucherin Honey Rider die Frau, die Idol und Schlagwort wurde: das Bond-Girl, die Blondine, ohne die kein 007-Film mehr auskam. In der Parodie „Casino Royale“, 1966 außerhalb der offiziellen Reihe entstanden, erwies sie dem Mythos als Vesper Lynd, reichste Spionin der Welt, ironisch Reverenz. Oscar- Preisträgerin Halle Berry und Daniel Craig haben jeweils in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) und „Casino Royale“ (2006) die Ur-Szene eines Bond-Films zitiert und gewürdigt.

In den 1960er Jahren war Ursula Andress Weltstar und unumstrittene Leinwandgöttin. Sie spielte als Spielhallenbesitzerin mit Frank Sinatra, Dean Martin und Anita Ekberg im Western „Vier für Texas“ (1963), trat mit Elvis Presley in „Acapulco“ (1963) auf, hatte im Kriegsfilm „Der Blaue Max“ (1965) eine Affäre mit Flieger-As George Peppard, war ägyptische Göttin in „She - Herrscherin der Wüste“ (1964), brachte im SF-Thriller „Das zehnte Opfer“ (1965) als Kopfgeldjägerin wie Diana, Göttin der Jagd, ihre Opfer mit aus dem BH abgefeuerten Kugeln um und nahm in „Was gibt’s Neues, Pussy?“ (1965) mit dem Starensemble Peter Sellers, Peter 0′ Toole, Woody Allen, Capucine und Romy Schneider die Swinging Sixties in einer flotten Farce auf den Arm. Mit Jean-Paul Belmondo floh sie in „Die tollen Abentuer des Monsieur L.“ (1965) vor Killern um die halbe Welt und konnte sich leisten, die einzigartige Szene ihrer Bond-Venus zu persiflieren, wenn sie, wieder im weißen Bikini, zurück ins Meer läuft.

Ursula Andress wurde 1936 in Bern in eine gutbürgerliche Familie geboren. Anders als ihre vier bodenständigen Geschwister sagte sie mit 16 der Berner Mädchenschule Adieu und versuchte sich in Paris, wo sie Kurse in Tanzen, Zeichnen und Bildhauerei absolvierte, mit den Schönen Künsten. Weil das Geld knapp war, versuchte sie es in Rom als Maler- und Fotomodell und wurde vom Fleck weg engagiert. Paramount holte die Schöne mit den sensationellen Maßen zu Probeaufnahmen nach Hollywood, wo ihr James Dean einen Heiratsantrag machte und Marlon Brando ihr zum Schauspielerberuf riet. Da Ursula ihren Akzent nicht los wurde, haperte es mit der Karriere, bis ihr an der Seite von Sir Sean Connery, den sie stets bewunderte, der große Bond-Coup gelang, den sie als „Ich sah aus wie ein Soldat“ kokettierend relativiert.

In den 1970er Jahren spielte Ursula Andress nach dem Euro-Western „Rivalen unter roter Sonne“ (von Bond-Regisseur Terence Young, mit Alain Delon, Charles Bronson und Toshiro Mifune) in italienischen Komödien („Operation misslungen - Patient lebt“) und Abenteuerfilmen („Africa Express“), war als Aphrodite im Fantasy-Abenteuer „Kampf der Titanen“ zu sehen. In den 1980er Jahren beendete sie ihre Leinwandkarriere, widmete sich Sohn Dimitri und pflegte eigenhändig den riesigen Garten ihres Schweizer Domizils. 2005 gab sie ein Gastspiel als Madonna in einer Pietà-Darstellung in „Die Vogelpredigt„.

Ursula Andress war von 1957 bis 1962 mit John Derek verheiratet und hat aus der Beziehung mit dem Schauspieler Harry Hamlin einen Sohn. Sie war sechs Jahre mit Jean-Paul Belmondo liiert.

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