Ulrich Schamoni

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Eigenwilliger, spontaner, immer direkter, kreativer, unkonventioneller und unternehmerischer deutscher Filmemacher (1939-1998). Mit „Es“ realisierte Ulrich Schamoni 1965 ohne staatliche Fördergelder den ersten wirklichen „neuen deutschen Film“, der in seiner Mischung aus spielerischer Lockerheit, erzählerischer Offenheit und einer Prise Gesellschaftskritik beispielhaft wurde. Die Geschichte eines jungen Paares in Berlin, dessen konfliktreiche Beziehung mit einer Abtreibung und Ratlosigkeit endet, verhalf Sabine Sinjen zu einer zweiten Karriere. Schamoni wiederholte den Coup 1967 mit der bissigen Provinzsatire „Alle Jahre wieder“, die einen arrivierten Werbemann mit seiner Geliebten (Sabine Sinjen) ins weihnachtliche Münster ins tiefste Spießertum führt. Ein Jahr später machte sich Schamoni mit der Farce „Quartett im Bett“ über die Berliner Alternativen-, Studenten- und WG-Szene lustig und koppelte die Blödelbarden um Ingo Insterburg mit den drallen Jakob Sisters.

Damit war Schamonis große Zeit vorbei. Das Paarporträt „Wir - Zwei“ (mit Sinjen), die autobiografische Spielerstudie und Road Movie „Eins“ und die Komödie „Chapeau Claque“ (beide mit Schamoni und Sternchen Andrea Rau in den Hauptrollen) und „Das Traumhaus“, die Schamonis eigenen Hausbau karikiert und die Hausbesetzerbewegung verspottet, fanden wenig Publikum. Schamoni wandte sich dem Fernsehen zu und festigte mit den Serien „Was wären wir ohne uns?“ (1981) und „Preußen: So lebten sie alle Tage“ (1984) seinen Ruf als origineller Inszenator.

Ulrich Schamoni wurde 1939 in Berlin geboren, verbrachte seine Jugend in Münster und schrieb 1960 einen Schlüsselroman über die Stadt. Der Autodidakt begann mit Kurzfilmen, von denen die Satire auf die Dreharbeiten von Karl-May-Filmen „Hollywood in Deblatschka Pescara“ mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wurde. Bundesfilmpreise erhielten die Filme „Es“, „Alle Jahre wieder“ und „Eins“. 1987 gründete Schamoni den ersten privaten Rundfunksender in Berlin, 1991 den ersten privatwirtschaftlichen Fernsehsender „Schamoni TV“, den er schnell wieder verließ. 1998 starb er nach langer schwerer Krankheit an Krebs.

Schamoni war der Sohn des Stummfilmregisseurs Victor Schamoni und Bruder von Regisseur und Produzent Peter, Regisseur und Redakteur Thomas und Kameramann Victor. Die Brüder sind im Film „Der Brief“ von Vlado Kristl 1964 zum ersten und einzigen Mal gemeinsam aufgetreten. Dort tragen sie in Frack und Zylinder einen Sarg.

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