Ulrich Matthes

Schauspieler • Sprecher
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Leben & Werk

Deutscher Schauspieler. Hager, hoch gewachsen und mit tief liegenden Augen unverkennbar, gehört Ulrich Matthes zu den markantesten deutschen Schauspielern, der sich durch makellosen Perfektionismus in seiner glasklaren Diktion auszeichnet. Das demonstriert er auf der Bühne, in Film und Fernsehen, Hörspielen, Hörbüchern und auf Lesungen, wo er auf fehlerloses, konzentriertes Sprechen bedacht ist. „Es ist herrlich, Schauspieler zu sein. Das ist wunderbar. Es ist so privilegiert, mit was für eigentlich sinnlosen Dingen man sich so das ganze Leben beschäftigen kann…“, sagt Matthes. Im Spielfilmbereich macht sich Matthes relativ rar (knapp zwanzig Rollen), sorgte aber 2004 mit seinen Darstellungen als Täter des Nazi-Regimes und Opfer im Holocaust für Furore: Als Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels in Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“ und als katholischer Priester Abbé Kremer in Volker SchlöndorffsDer neunte Tag„. In Franziska Stübels Workaholic-Thriller „Vineta“ (2008) spielt Matthes den Vineta-Projektleiter Dr. Leonhard.

Ulrich Matthes wurde 1959 in Berlin als Sohn des damaligen „Tagesspiegel“- Chefredakteurs Günter Matthes geboren, studierte Anglistik und Germanistik an der FU und nahm ab 1982 privaten Schauspielunterricht bei Else Bongers. Er debütierte 1983 auf den Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach. Der Beginn einer Karriere, die ihn nach Düsseldorf (Schauspielhaus), München (Kammerspiele, Staatsschauspiel), Berlin (Schaubühne am Lehniner Platz) und Wien (Burgtheater) führte. Berühmt wurde sein Solo mit einem zweistündigen Kleist-Abend, mit dem er auf Tournee ging. Seit 2004 ist er festes Mitglied am Deutschen Theater Berlin. Matthes spielte in klassischen und modernen Stücken von Kleist bis Peter Handke und Edward Albee und wurde 1987 und 2005 von Theater heute als Schauspieler des Jahres ausgezeichnet. 2005 erhielt er für den George in Albees Ehedrama „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ den Getrud-Eysoldt-Preis.

Zu Matthes‘ bemerkenswerten Filmrollen zählen der an Gedächtnisverlust leidende René in Tom Tykwers „Winterschläfer“ (1997), der SS-Mann Eckert in Max Färberböcks Liebesdrama „Aimée & Jaguar“ (1999, mit Maria Schrader und Juliane Köhler), der Philosoph Wolfgang Harig in Jan Schüttes „Abschied – Brechts letzter Sommer“ (2000) und der redselige Vertreter für Damenwäsche in „Mitfahrer“ (2003). Im Fernsehen spielte er in den Serien „Derrick“ und „Der Alte“, den Stasi-Hauptmann in Frank Beyers „Nikolaikirche“ (1995, nach Erich Loest), den DDR-Schauspieler Eberhard Esche in Beyers „Abgehauen“ (1998, nach Manfred Krugs Buch) und das RAF-Mitglied Jan-Carl Raspe in Heinrich Breloers Zweiteiler „Todesspiel“ (1997).

Ulrich Matthes ist Synchronsprecher der Schauspieler Kenneth Branagh, Malcolm McDowell, Charlie Sheen und Ralph Fiennes und gefragter Sprecher für Hörbücher. 2003 wurde er mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

Für die Rolle des Baron von Sinclair, der den Dichter Friedrich Hölderlin in Nina Grosses „Feuerspiel“ fördert und verehrt, wurde Matthes 1998 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

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