Uli Edel

Uli Edel

Leben & Werk

Deutscher Regisseur und Drehbuchautor. Er wird wegen seiner außerordentlichen Fähigkeit geschätzt, mit Schauspielern umzugehen und sie zu Höchstleistungen zu führen. Regisseur Uli Edel bildete seit dem Studium mit Bernd Eichinger ein Team, das für Erfolge des deutschen Films wie „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und die Verfilmung des Kultromans von Hubert Selby, „Letzte Ausfahrt Brooklyn„, steht. In den folgenden Jahren machte sich Edel in den USA mit als TV-Arbeiten entstandenen Western, Historiendramen, Biopics und Fantasy-Epen einen Namen als versierter Genre-Regisseur und arbeitete parallel in Europa und den USA. 2008 inszenierte er, mit Eichinger als Produzent und Drehbuchautor, das Standardwerk „Der Baader Meinhof Komplex“ von Stefan Aust und legte die Geschichte der RAF als innovativen Polit-Action-Thriller mit historischer Basis an. Bis in kleinste Rollen starbesetzt (Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Martina Gedeck, Nadja Uhl, Bruno Ganz), wurde der Film ein weiterer Millionerfolg.

Uli Edel wurde 1947 in Neustadt am Rhein geboren und besuchte sieben Jahre ein Jesuitenkolleg. Die Begegnung mit dem Kino eröffnete ihm neue Welten, er liebte amerikanische Filme, Western, Independents, Kurosawas Samurai-Epen, Nouvelle Vague, Neorealismus und Sandalenfilme. Edel studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und wechselte an die Hochschule für Fernsehen und Film in München, wo er sich mit Bernd Eichinger und Hermann Weigel anfreundete. Eichinger produzierte Edels Kurzfilme und seinen Abschlussfilm „Tommy kommt zurück“, die Geschichte zweier Brüder. Parallel zum Studium nahm Edel Schauspielunterricht und profitierte vom einjährigen Kurs für seine künftige Arbeit. Ersten Regieaufträgen für die Bavaria folgte mit „Christiane F.“ (1981), den Eichinger produzierte und Weigel schrieb, die realistische Verfilmung der authentischen Geschichte der Titelheldin im Berliner Drogensumpf.

Mit der an Originalschauplätzen gedrehten Verfilmung des umstrittenen Romans „Letzte Ausfahrt Brooklyn“, ein Meisterwerk der modernen Literatur, erfüllte sich das Trio einen Jugendwunsch. Die 30-Mio.-Produktion um Tod, Überleben und Verstörung im New York der 50er-Jahre führte zu Edels amerikanischer Phase, zu der eine Episode der Mystery-Serie „Twin Peaks„, das Drama um den russischen Wundermönch „Rasputin“ (Alan Rickman) und die als Vorläufer von „Deadwood“ angesehenen Western „Purgatory – Showdown auf dem Weg zur Hölle“ und „King of Texas“ (eine „König Lear“-Version mit Patrick Stewart) gehören. Aufsehen erregte Edels freizügiger Erotik-Thriller „Body of Evidence“ (1993) mit Madonna in der Hauptrolle der Femme Fatale und Mörderin.

Zu Edels TV-Arbeiten gehören das kluge Historiendrama „Julius Caesar“ (2002, mit Jeremy Sisto) und das Fantasy-Epos „Die Nebel von Avalon“ (2001), das die Artus-Saga aus weiblicher Sicht erzählt. In seiner Verfilmung von „Der Ring der Nibelungen“ (2004) standen Benno Fürmann (Siegfried), Alicia Witt (Kriemhild), Kristina Loken (Brunhilde) und Robert Pattinson („New Moon“) als Giselher vor der Kamera. 2009 begann Edel mit den Dreharbeiten zur Verfilmung der Autobiografie „Zeiten ändern sich“ des deutschen Rappers Bushido.

Edel wurde für „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ mit Bayerischem und Deutschem Filmpreis für Regie ausgezeichnet und war für „Der Baader Meinhof Komplex“ in der Kategorie Regie nominiert. Edels Familienfilm „Der kleine Vampir“ wurde 2001 als Bester Kinderfilm mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

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