Hinter den Kulissen: "Kissing Jessica"

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Heute Lesbe, morgen Henna-Tattoos? Sexuelle Umorientierung als Modeerscheinung oder Verzweiflungstat? Woody Allen und Ally McBeal lassen grüßen: Das junge Drehbuch- und Darsteller-Duo Heather Juergensen und Jennifer Westfeldt wagt sich mit „Kissing Jessica“ an ein Low Budget Movie à la „Sex & the City“.

Die Allrounder Heather Juergensen und Jennifer Westfeld privat

Die Zusammenarbeit von Heather Juergensen und Jennifer Westfeldt begann in einem Theaterworkshop in New York. Dort stellten sie fest, dass sich ihre Sketche um ein und dasselbe Thema drehten: Absurde Dates und verkorkste Beziehungen. Aus den entstandenen Szenen entwickelten sie das Theaterstück „Lipschtick“, das 1997 als Off-Off Broadway-Produktion lief. In den Hauptrollen natürlich die beiden Autorinnen selbst.

Eine bestimmte Szene ist Dreh- und Angelpunkt der Story und wurde auch zur Grundlage für die Verfilmung: Zwei Girlies im Laura-Ashley-Look treffen sich auf einer Beautyfarm und fragen sich, wie man wohl lesbisch werden könnte. Dies sei wohl die beste Lösung, die vermaledeite „Mars-Venus-Geschichte“ hinter sich zu lassen.

Egal welches Geschlecht: es gibt immer Probleme

Dialoge über Sex - keine nackte Haut

Neugierig interviewten Juergensen und Westfeldt (beide übrigens hetero) ihre Freunde und Bekannten über homosexuelle Fantasien und Erlebnissen - eine grandiose Stoffsammlung. „Wir wollten unseren Protagonisten möglichst viele unterschiedliche Ansichten zum Thema sexuelle Orientierung in den Mund legen. Dabei sollte jede Figur ihre eigene einzigartige Reise durchleben.“

Auf nackte Haut verzichten die beiden bei der Liebesgeschichte zwischen Helen und Jessica. Zur Sache geht es trotzdem: Bezeichnenderweise bekam der Film in Amerika ein „R“ für den erotischen Gehalt der Dialoge. Dabei geht es dem Autorenteam nicht in erster Linie um den Tabu-Bruch: Vielmehr wollen sie Mut machen, auch gegen gesellschaftliche Ressentiments mit Fantasien zu experimentieren und dadurch neue Perspektiven fürs eigene Leben zu gewinnen.

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Selbst ist die Frau

Von Anfang an war klar, dass sie selbst die Hauptrollen übernehmen würden. Inspiriert waren sie dabei u.a. von Matt Damon & Ben Affleck, die sich ebenfalls mit eigenen ungewöhnlichen Projekten (z.B „Good Will Hunting„) ins Rampenlicht stellten. „Wir sehen darin auch einen Trend, dass in Zukunft immer mehr Schauspieler ihr eigenes Material entwickeln werden.“

Um ihre Geschichte zu verwirklichen, arbeiteten die Newcomerinnen zunächst mit einem Studio zusammen. Zwei lange Jahre später erkannten sie ihre komplexen Charaktere jedoch kaum wieder, kauften die Rechte kurzerhand zurück und entschieden sich für den dornigen Weg: Juergensen und Westfeldt begannen „Kissing Jessica“ auf eigene Faust zu produzieren. Neben den Jobs als Hauptdarsteller jede Menge Stress: „Gelder aquirieren, Casting, Locationsuche - die Verantwortung war schon eine riesige Herausforderung, viel größer als die Schauspielerei.“

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Ein vielschichtiges Ergebnis

Zu ihnen stießen die mehrfach ausgezeichnete Bühnenschauspielerin Tovah Feldshuh (für sie wurde extra die Rolle der Mutter geschrieben), die Produzenten Eden Wurmfeld und Brad Zions, sowie Regisseur Charles Herman-Wurmfeld.

Zwar auch ein Neuling im Filmbiz gelang es ihm, die Vorstellungen der beiden zu verwirklichen, ohne die Grundidee zu verändern: Die theaterähnlichen Dialoge bleiben in den langen Einstellungen erhalten (Handkamera: Larry Sher), die Story ist so vielschichtig wie geplant. Kein straighter Dating-Film, sondern ein spritziges Movie über die Liebeswirren zweier New Yorkerinnen und ihre ganz persönlichen Wege daraus.

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