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Tony Richardson

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Obwohl er der eigentliche Mitbegründer des britischen „Free Cinema“ der späten 50er und frühen 60er Jahre war, ist der englische Regisseur Tony Richardson (1928 - 1991) vor allem durch Literaturverfilmungen bekannt geblieben: „Tom Jones“ (1963), der damals teuerste englische Film und Richardsons größter kommerzieller Erfolg, adaptierte den berühmten Schelmenroman von Henry Fielding und wurde, mit Albert Finney in der Titelrolle, eine turbulente Satire auf Abenteuerfilme und das 18. Jahrhundert. Legendär wurde die inzwischen vielzitierte Ess-Szene zwischen Finney und Diane Cilento, in der sie als Vorspiel mit Früchten ihre sexuelle Lust steigern. „Tom Jones“ erhielt drei „Oscars“ (bester Film, Regie und Drehbuch). Richardson kam vom Theater und prägte 1956 mit der Inszenierung des Stückes „Blick zurück im Zorn“ eine ganze Generation von „angry young men“, die mit Enthusiasmus das Theater und das Kino aus eingefahrenen Bahnen hoben. Das Stück wurde der Beginn einer Zusammenarbeit mit dem Dramatiker John Osborne, die auch auf den Film ausstrahlte. Zwischen 1956 und 1959 zeigte das National Film Theatre in London ein mehrteiliges Programm unter dem Titel „Free Cinema“, das gegen die Konventionen aufbegehrte und unter dem Schlagwort „Spülsteinrealismus“ Unmittelbarkeit der Darstellung und Alltagsrealität forderte. Die sozialkritische Thematik mit wirklichkeitsnahen Einsichten in die Realität der Arbeiterklasse schlug tatsächlich durch (und war filmhistorisch Vorläufer und Wegbereiter des neuen britischen Films der 80er und 90er Jahre). In diesem Sinne inszenierte Richardson mit der 1958 gegründeten Produktionsgesellschaft „Woodfalls“ 1959 „Blick zurück im Zorn“ (mit Richard Burton als Jimmi Porter, der sich in Uni und Beruf dem etablierten Bürgertum verweigert), 1960 Osbornes „The Entertainer“ (mit Laurence Olivier), 1961 „Bitterer Honig“ (mit Richard Attenborough und Rita Tushingham) und 1962 „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ (mit Tom Courtenay) und produzierte Karel Reisz‘ „Samstagnacht bis Sonntagmorgen“ (1960, mit Albert Finney). Mit dem Welterfolg „Tom Jones“ war Richardsons große Zeit vorüber. Er blieb seiner Vorliebe für Literaturverfilmungen treu und inszenierte, zwischen Europa und Hollywood pendelnd, 1966 Jean Genets „Mademoiselle“ (mit Jeanne Moreau), Marguerite Duras‘ „Nur eine Frau an Bord“ (wieder mit Moreau), Shakespeares „Hamlet“ (1969, mit dem damaligen Theaterstar Nicol Williamson) und Edward Albees „Empfindliches Gleichgewicht“ (1973), die alle ohne große Resonanz blieben. Achtungserfolge erzielte er mit der Satire „Tod in Hollywood“ (1965, nach Evelyn Waugh) und der John-Irving-Verfilmung „Das Hotel New Hamsphire“ (1984, mit Jodie Foster und Nastassja Kinski). In den Jahren dazwischen arbeitete er für das Theater und inszenierte für das Kino Kriminalfilme („Eine todsichere Sache“, „Grenzpatrouille„, mit Jack Nicholson). Richardsons letzter Film „Blue Sky“, ein Ehedrama in einem Armeestützpunkt, entstand 1991, kam aber erst 1994 in die Kinos und brachte Hauptdarstellerin Jessica Lange den „Oscar“ als beste Hauptdarstellerin. Richardson war 1962 - 1967 mit der Schauspielerin Vanessa Redgrave verheiratet: Ihre Töchter Joely und Natasha Richardson sind auch Schauspielerinnen.

Filme und Serien

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