Lange Zeit hielt man ihn für ein Phantom…

Tappt als Killer-Jäger bald im Dunkeln: Casey Affleck sucht den "Würger von Boston" Bild: Kurt Krieger

Die Kollegen vom CSI wären stolz: Erst letztes Jahr klärte eine DNA-Analyse eine der spektakulärsten Mordserien endgültig auf - die des „Würgers von Boston“, der zwischen Juni 1962 und Januar 1964 dreizehn Frauen vergewaltigt und mit Kleidungsstücken erdrosselt hat.

Für die Taten verurteilt wurde Albert Henry De Salvo, ein mit einer deutschen Frau Verheirateter Ex-GI, der zuvor mehrfach wegen sexueller Belästigung auffällig geworden war und wegen Diebstahls zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Ein Psychiater stufte ihn zudem als Soziopathen ein.

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Das Problem dabei: Die Frauenmorde konnten De Salvo nicht direkt nachgewiesen werden, seine Verurteilung geschah unter großem politischem Druck auf die Ermittler und lediglich aufgrund von Indizien - unter anderem weil De Salvo schlicht für keinen der Mordzeitpunkte ein Alibi vorweisen konnte.

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Daher glaubte die amerikanische Öffentlichkeit lange, dass „Der Würger von Boston“ nur eine Erfindung sei, und die Morde in Wirklichkeit nicht alle von De Salvo, sondern von verschiedenen Tätern begangen wurden.

Nun wird der Fall im Kino neu aufgerollt, mit Casey Affleck als Ermittler, der damals unbedingt De Salvo überführen sollte, und der diesem schließlich auch ein Geständnis abringen konnte - obwohl er selbst nicht von dessen Schuld überzeugt war.

Der Verdacht stimmte doch!

Seit Juli letzten Jahres ist aber klar, dass die Gewissensbisse des Detective damals unnötig waren: Eine DNA-Analyse ergab eine genetische Ähnlichkeit zwischen Spuren am letzten Opfer Mary Sullivan und einem Neffen De Salvos. Daraufhin wurde Albert De Salvo exhumiert und DNA-Übereinstimmungen zwischen ihm und konservierten Spuren an allen 13 Opfern festgestellt.

Doch davon wusste der eifrige Cop damals nichts und so wird Casey Affleck im Kinofilm erneut zwischen dem Druck seiner Vorgesetzten und den mageren Ergebnissen seiner Ermittlungen abwägen müssen.

Dabei tritt der jüngere Bruder von Ben Affleck, der in „American Pie„, den „Ocean’s„-Filmen und zuletzt als „Aushilfsgangster“ zu sehen war, in große Fußstapfen: In der halbdokumentarischen Verfilmung des Falls von 1968 unter dem Titel „Der Frauenmörder von Boston“ spielte Henry Fonda den ermittelnden Detective, Tony Curtis mimte Albert De Salvo.

2008 gab es eine weitere ambitionierte Verfilmung unter dem Titel „Boston Strangler: The Untold Story“ - mit dem ehemaligen Bud Bundy-Darsteller David Faustino aus „Eine schrecklich nette Familie“ als Killer! Der Film schaffte es allerdings nicht in die deutschen Kinos und ist daher hierzulande nur als DVD erhältlich.

Regie bei der Neuverfilmung führt nun Mark Romanek, der sich seit „One Hour Photo“ bestens mit Soziopathen auskennt. Für Casey Affleck, der schon für seine Auftritte in „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ und Ben Afflecks Regiedebüt „Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel“ großes Kritikerlob erhielt, könnte „The Boston Strangler“ endlich auch der große kommerzielle Durchbruch werden…

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