Leben & Werk

Amerikanischer Regisseur, Produzent, Oscar-Preisträger und Darsteller. Als Produzent landete er einen Megaerfolg mit „Der Clou“ und gewann den Oscar, als Regisseur förderte er Jungstars wie Matt Dillon, Tim Robbins, James Franco und Jodie Foster. Als Darsteller stand er anfangs als jugendlicher Held, später als verlässlicher Zuspieler vor der Kamera („Shampoo“, „Frau mit Hund sucht Mann mit Herz„). Tony Bill gehörte anfangs zu den New-Hollywood-Produzenten (Martin Scorseses „Taxi Driver“) und verlegte sich in den 80er- und 90er-Jahren auf TV-Filme und -Serien. Der Erfolg der Arbeiterballade „North Country“ (2005, mit Charlize Theron) ermöglichte ihm die Realisierung seines Lieblingsprojekts über amerikanische Kampfflieger im Ersten Weltkrieg, die „Flyboys - Helden der Lüfte“ (2007) der Lafayette Escadrille.

Gerard Anthony Bill wurde 1940 in San Diego, Kalifornien, geboren und schloss 1962 die University of Notre Dame in den Fächern Englisch und Kunst ab. Seine erste Filmrolle in der Neil-Simon-Komödie „Wenn mein Schlafzimmer sprechen könnte“ (1963) brachte ihm die Freundschaft von Hauptdarsteller Frank Sinatra ein, der ihn in „Der Lohn der Mutigen“ und „Dreimal nach Mexiko“ (beide 1965) besetzte und seine Businesskontakte förderte. Als Bill, der unter anderem in dem „Solo für O.N.K.E.L.“-Film „Wie stehl ich die Welt?“ (1968) dabei war, merkte, dass seine Karriere ziellos verlief, sattelte er 1971 um, tat sich mit dem Paar Michael und Julia Philips zusammen und produzierte trendige Stoffe wie „Deadhead Miles“ (1972, Regiedebüt von Terrence Malick) und die Vietnam-Satire „Steelyard Blues“ (1973, mit Jane Fonda und Donald Sutherland). Zum Welterfolg für das Team wurde „The Sting - Der Clou“ (1973), der 1974 sieben Oscars, darunter den für den besten Film, gewann. Nach dem Erfolg von „Der Clou“ trennte sich Bill von den Philips und produzierte im Alleingang die Dramödie „Im Herz des Wilden Westens“ (1975, mit Jeff Bridges) und „Going in Style - Die Rentnergang“ (1979).

Im Folgejahr debütierte Bill als Regisseur des Teenage-Angst-Dramas „Die Schulhofratten von Chicago“ (mit Matt Dillon) und nahm mit dem Psychothriller „Pinguine in der Bronx“ (1987), in dem Jodie Foster von einem Psychopathen (John Turturro) verfolgt wird, Motive des Serienkillergenres der 90er-Jahre vorweg. Zu Bills meist unabhängig von den Studios entstandenen Regiearbeiten zählen die Komödie „Crazy People“ (1990), in dem Dudley Moore als PR-Mann in der Anstalt landet, das Drama „Real Love“ (1992), in dem Christian Slater Marisa Tomei vor einem Vergewaltiger rettet, und mehrere TV-Movies („Urteil ohne Gerechtigkeit“ 1996, mit Sissy Spacek und eine für Disney Productions inszenierte „Oliver Twist“-Version, 1997, mit Elijah Wood als Dodger). Bill war außerdem als Regisseur und/oder Produzent an den Serien „Chicago Hope“, „Felicity“, Keen Eddy“ und „Monk“ beteiligt.

Tony Bill lebt mit seiner Frau Helen Bartlett, Partnerin seiner Firma Barnstorm Films, und zwei Töchtern sowie zahlreichen Haustieren im ältesten Haus von Venice Beach, Kalifornien. Dort betrieb er direkt gegenüber seiner Firma mit dem Komiker Dudley Moore („10 - Die Traumfrau“) von 1984 bis zu dessen Tod im Jahr 2000 das Restaurant Venice California.

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