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Leben & Werk

Er findet seine Themen vor der Haustür. Die ganz normale und doch so schreckliche Welt des amerikanischen Vorstadt-Teenagers, seine Demütigungen in der Schule, durch die Freunde und vor allem in der Familie, interessieren den in Newark, New Jersey, geborenen Regisseur Todd Solondz, seit er mit elf Jahren angefangen hat, Gedichte, Theaterstücke und Kurzgeschichten zu schreiben.

Solondz wuchs als Vorstadtkind heran, studierte an der New York University Film School und drehte drei preisgekrönte Kurzfilme. Ein weiterer Kurzfilm für die „Saturday Night Live“-Show brachte ihm einen Deal mit Polygram ein, die 1989 seinen ersten weitgehend unbekannten Spielfilm „Fear, Anxiety and Depression“ finanzierten, nach Solondz‘ Angaben eine einzige Enttäuschung.

Mit privatem Geld entstand 1994 sein eigentliches Entrée. „Willkommen im Tollhaus„, in Sundance 1996 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, erzählt von der elfjährigen Dawn Wiener (Wienerdog genannt), der als „Brillenschlange“ das Leben zur Hölle gemacht wird. Ihre Bemühungen, endlich beachtet zu werden, verpuffen. Der künstlerische und kommerzielle Erfolg des mit der vierzehnjährigen Heather Matarazzo sensationell besetzten Films ermöglichte Solondz, ein älteres Skript zu verfilmen: „Happiness“. 1998 in Cannes Gewinner des Internationalen Kritikerpreises und für das beste Drehbuch bei den Golden Globes 1999 nominiert, seziert „Happiness“ erbarmungslos das Leben einer Familie in einem Vorort von New Jersey. Drei Schwestern treffen sich regelmäßig und erzählen von ihren Verzweiflungen. Die Studie über Verdrängung, Verletzungen und verquere unüberwindbare Verhaltensweisen zeigte – wie Solondz‘ Erstling – neben dem psychologischen Realismus großen Sinn für skurrilen Humor.

Erneut dem Leben weißer Teenager gewidmet war der in zwei Segmente geteilte Film „Storytelling„: In „Fiction“ wird eine weiße Schülerin von ihrem schwarzen Lehrer zum Sex gezwungen und der Stereotypie und weißer Schuldgefühle bezichtigt, als sie versucht, die Geschehnisse in einer Kurzgeschichte zu verarbeiten. In „Nonfiction“ versucht ein junger Nachwuchsregisseur, den Durchbruch mit einer Dokumentation über einen apathischen weißen Schüler und seine Spießbürger-Familie zu schaffen.

Für „Palindromes„, die Geschichte einer 13-Jährigen, die bewusst versucht, schwanger zu werden, und vor ihren Eltern davonläuft, ließ Solondz die Hauptfigur Avivia von acht verschiedenen Darstellern verkörpern, darunter Ellen Barkin ebenso wie ein zwölfjähriger Junge und ein sechsjähriges Mädchen. Dadurch wollte er auf den gleich bleibenden Charakterkern der Figur aufmerksam machen, der trotz der (äußerlichen) Veränderungen bestehen bleibe. Laut Solondz ist „Palindromes“ letztendlich eine Liebesgeschichte, so wie es alle seine Filme vorher gewesen seien: „Geschichten von unerwiderter Liebe, von verbotener Liebe, von Selbstliebe. Denn es gibt keine erzählenswerte Geschichte, die nicht eine Liebesgeschichte ist.“

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