Als Nick Tschiller wollte Til Schweiger eigentlich den „Tatort“ revolutionieren und dem Aushängeschild der sonntäglichen Krimi-Unterhaltung einen Action-Mantel anziehen, doch das Publikum macht nicht richtig mit. Auch im Kino sorgte „Tschiller: Off Duty“ nicht für die erhofften vollen Säle und die alten Leinwandausflüge seines Kollegen Horst Schimanski bleiben unerreicht. Jetzt droht neuer Ärger.

In den 1980er-Jahren strömten die Massen in die Kinos und feierten den ruppigen Duisburger Kommissar Schimanski in „Zahn um Zahn“ und „Zabou“. Diesen Erfolg wollte  Til Schweiger eigentlich mit „Tschiller: Off Duty“ wiederholen, doch die Krimi-Fans blieben zu Hause. Auch die TV-Episoden, die den Kino-Ausflug des Hamburger Ermittlers vorbereiten sollten, konnten zunehmend keine berauschenden Quoten einfahren und so bleibt das Münsteraner Team unangefochten an der Spitze der sonntäglichen Beliebtheits-Skala. Dabei hat sich der NDR die Hamburger Action-Parade einiges kosten lassen, was jetzt wie ein Boomerang auf die Verantwortlichen zurückfällt.

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Zu teuer: Til Schweigers „Tatort“ wird gerügt

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Der Rechnungshof der Freien und Hansestadt Hamburg hat einen üppigen Bericht vorgelegt und darin die hohen Kosten einzelner „Tatort“-Episoden gerügt. Eigentlich sollte eine Folge des beliebten Krimis nicht mehr als 1,5 Millionen Euro kosten, doch im hohen Norden wird in der Regel für durchschnittlich 200 000 Euro mehr produziert. Davon betroffen sind neben Herrn Schweiger auch die Ermittler Lindholm, Borowski und Falke. Dennoch ragt die Episode „Tatort: Der große Schmerz“ mit Kosten von über zwei Millionen Euro deutlich heraus und die ist nun einmal mit Til Schweiger in der Hauptrolle prominent besetzt. Auch die eher durchschnittliche Quote von 8,24 Millionen Zuschauern rechtfertigt die Kosten leider nicht. Nach der Rüge des Rechnungshofes ist davon auszugehen, dass der NDR reagiert und die Kosten zurückfährt.

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Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir wollen keinesfalls in ein Til-Schweiger-Bashing verfallen. Der Mann versteht sein Handwerk für populäre Kino-Unterhaltung im Stile von „Honig im Kopf“ und Millionen Kino-Zuschauer bekommen regelmäßig das, was sie wollen. Nur am Sonntagabend, da würden viele Krimi-Fans gern beim „Tatort“ auf Mördersuche gehen und keinen Rache-Thriller serviert bekommen, den es anderswo besser gibt.

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