Thomas Vinterberg

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Sein Lieblingsfilm ist Ingmar Bergmans „Fanny & Alexander“, gefolgt von „Der Pate“. Familienbande, -treffen, -feste und -geheimnisse fesseln den dänischen Regisseur Thomas Vinterberg, der selbst mit einem Familienfilm der ungewöhnlichen Art bekannt wurde: „Das Fest“ wurde 1998 in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet und war das erste Beispiel der Bewegung um das „Dogma ’95“-Programm. Vinterberg gehörte zu den Unterzeichnern des 1995 von Lars von Trier initiierten Manifests, das bestimmten Tendenzen im modernen Kino entgegenwirken wollte, einen „Schwur der Keuschheit“ forderte sowie zehn Regeln aufstellte, darunter: Originalschauplätze, Handkamera, Naturlicht, Verzicht auf oberflächliche Action und Verbot zeitlicher und geografischer Verfremdungen.

Obwohl Lars von Trier der erste war, der sich nach „Idioten“ mit „Dancer in the Dark“ vom Dogma abwandte und Sören Kragh-Jacobsen mit „Mifune“ elegante Zwischenlösungen fand, war das Dogma ’95 für kurze Zeit wirksam genug, das kreative Potenzial von Regisseuren zu beflügeln. Vinterbergs „Das Fest“ seziert eine idyllische Familienfeier, als anlässlich des 60. Geburtstags eines Hoteliers dessen ältester Sohn den Vater öffentlich beschuldigt, seine Zwillingsschwester in den Selbstmord getrieben und die Geschwister in der Kindheit sexuell missbraucht zu haben. Die Entthronung des Patriarchen und die gnadenlose Aufdeckung der wahren Persönlichkeiten sind Thema und Ziel des Films.

Vinterberg, 1969 in Kopenhagen geboren, beendete 1993 sein Studium an der Filmhochschule in Kopenhagen, inszenierte TV-Filme, Kurzfilme und 1996 sein Spielfilmdebüt „The Greatest Heroes“. „Das Fest“ wurde im Rahmen des Europäischen Filmpreises 1998 mit dem Fassbinder-Preis als Europäische Entdeckung des Jahres ausgezeichnet.

Vier Jahre nach „Das Fest“ überraschte Vinterberg 2002 mit „It’s All About Love„, einer Mischung aus Romanze, Melodram, Thriller und Weltkritik in eleganten Cinemascope-Bildern. Der im Jahr 2021 angesiedelte Film zeigt plakativ eine Welt, in der emotionale Eiszeit herrscht, kann aber seine Handlung nicht befriedigend auflösen. Trotz durchaus nahmhafter internationaler Darsteller wie Joaquin Phoenix, Claire Danes und Sean Penn stieß das Werk auf wenig Gegenliebe beim Kinopublikum.

2013 feiert der dänische Filmemacher ein spannendes Comeback in den deutschen Kinos. In „Die Jagd“ befasst er sich wieder mit dem fragilen Gebilde Gemeinschaft. Wie in „Das Fest“ bricht das dünne Eis der Zivilisation. Wo kurz zuvor Freundschaft und Zusammenhalt das soziale Miteinander bestimmten eskaliert in „Jagd“ im nächsten Moment Aggression. Hauptdarsteller Mads Mikkelsen erhielt für sein eindrückliches Spiel beim Festival de Cannes 2012 den Darstellerpreis, Vinterberg wurde mit dem europäischen Filmpreis 2012 prämiert.

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