Thilo Graf Rothkirch

Producer • Regisseur • Drehbuchautor • Filmausstatter
Thilo Graf Rothkirch Poster

Leben & Werk

Deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er schrieb seit 1999 eine Erfolgsgeschichte eigener Art: Die des deutschen Animationsfilms in überwiegend handgemachtem 2D, der sich mit sympathischen Charakteren, Wärme, Witz und ansprechenden Zeichnungen speziell an ein ganz junges Publikum richtet. Mit „Tobias Totz und sein Löwe“ (1999), „Der kleine Eisbär“ (2001), „Lauras Stern“ (2004), „Der kleine Eisbär 2 – Die geheimnisvolle Insel“ (2005) und „Kleiner Dodo“ (2008) gelangen Thilo Graf Rothkirch im Zwei-Jahres-Rhythmus allesamt riesige Publikumserfolge, der größte war „Der kleine Eisbär“ mit 2,7 Mio. Kinobesuchern. Die Kinofilme entstanden teils nach bekannten Kinderbüchern von Hans de Beer („Eisbär“, „Dodo“) und Klaus Baumgart („Laura“), teils als eigene Erfindungen („Tobias Totz“). Wegen der starken amerikanischen Konkurrenz von Filmen mit CGI-Animation tat sich Rothkirch mit dem Verleih Warner Brothers zusammen. Leitspruch: „Wir legen all unsere Seele und Liebe in unsere Projekte. Das spüren auch unsere Zuschauer.“

Thilo Graf Rothkirch wurde 1948 im ostwestfälischen Brakel geboren und widmete sein gesamtes Leben der Zeichentrick-Kunst. Nach dem Grafik-Studium an der GKH Kassel arbeitete er 1974-1979 als Grafikdesigner, Phasenzeichner, Storyboardzeichner, Hintergrundmaler, Cartoonist und Regisseur in London, wo er auf seinen Europareisen Künstler traf, die außerhalb des von Disney beherrschten Marktes arbeiteten und ihn, wie Peter Godfrey, förderten. Von 1975-78 lehrte er in Kassel und an der Fachhochschule für Design in Dortmund. Die ersten Aufträge erhielt Rothkirch von der Bundeswehr (Trickfilme mit Panzern), vom Bundespresseamt in Bonn und vom Staat Kuwait.

Seit 1980 arbeitete Rothkirch für den WDR und andere Dritte Programme. So entstanden die ersten Arbeiten um den kauzigen Löwenwärter Tobias Totz als dreiminütige Bildergeschichten für den Hessischen und Norddeutschen Rundfunk (1988), bevor sie 1994-96 als Serie in Südwestfunk und RTV gesendet wurden. Daneben produzierte Rothkirch mit seiner 1976 gegründeten und in Berlin-Kreuzberg ansässigen Firma Cartoon-Film, die sich vom Ein-Mann-Betrieb zum Studio mit 80 Mitarbeitern entwickelte, die TV-Serien „Otto, der Straßenhund“ (1989), „Lisa und Paul“ (1993), „Beastly Behaviour“, „Lena und Paul“, „Feodor“ und die Serienversion des kleinen grünen Ungeheuers „Tobi“ (nach Klaus Baumgart). Einige Geschichten um den knuddeligen kleinen Eisbären Lars liefen vorher als Beiprogramm zur WDR-„Sendung mit der Maus“; weitere Abenteuer folgten als Video/DVD-Premieren („Der kleine Eisbär – Neue Abenteuer – Neue Freunde“, 2002; Der kleine Eisbär – Nanoouks Rettung“, 2003). Die Geschichten um den Orang-Utan-Jungen „Dodo“ liefen ebenfalls vorher als TV-Serie, der Kinofilm erzählt die Vorgeschichte. Für „Lauras Stern“ und „Der kleine Eisbär 2“ konnte Rothkirch Oscar-Preisträger Hans Zimmer als Komponist gewinnen. Den Titelsong zu „Der kleine Eisbär“ sang die Gruppe „No Angels“.

Für die Serie „Der kleine Eisbär“ wurde Rothkirch 2003 für den Emmy Award nominiert. Für „Lauras Stern“ wurde er 2005 mit dem Deutschen Filmpreis „Lola“ für den Besten Kinder- und Jugendfilm ausgezeichnet.

Rothkirch war mit Cartoon-Film Berlin-Botschafter.

Filme und Serien

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