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Leben & Werk

Mit über 90 Filmen seit seinem Kinodebüt 1972 gehört der 1952 in Boulogne-Billancourt geborene Thierry Lhermitte zu den meistbeschäftigten französischen Schauspielern. Lhermitte gründete 1975 mit seinen Freunden aus dem Gymnasium, zu denen Anémone und Michel Blanc gehörten, in Paris das „Café-Théatre Le Splendid“. Dessen boulevardeske Erfolgskomödien wurden fast alle mit geringem Budget verfilmt, sodass die Truppe über zusätzliche Einnahmen verfügte. Ähnlich dem italienischen Kino jener Jahre handelte es sich oft um komisch-groteske, mit Slapstick-Einlagen versehene Liebesfarcen mit chaotischer Handlung. Zu den bekanntesten Filmen der Reihe gehören „Die Strandflitzer - Sonne, Sex und Strandgeflüster“ und „Sonne, Ski und Schneegeflüster“, die beide von Patrice Leconte („Ridicule„) inszeniert wurden. Lhermitte spielte in diesen Filmen den Part des unwiderstehlichen und dabei ziemlich lächerlichen Playboys. Nach seinen Rollen als jugendlicher Held mit strahlend blauen Augen und stets korrekter Kleidung, der auch noch in den turbulentesten Situationen mit smartem Pokerface Haltung zu bewahren versucht, verließ er die Truppe und spielte Hauptrollen im dramatischen Genre und in Kriminalfilmen, wo er hinter sparsamer Mimik sein eigentliches Können verbarg.

Berühmt wurde Lhermitte mit der schwarzen Krimikomödie „Les Ripoux - Die Bestechlichen“ (1984) an der Seite von Philippe Noiret, in der die beiden zwei sympathisch korrupte Polizisten in Montmartre verkörpern. Bald folgte der Komödie eine Fortsetzung: „Gauner gegen Gauner“. Die meisten der seit den 80er-Jahren von Lhermitte gespielten Filme wurden nur in Frankreich gezeigt, da sie wie z.B. „Le mariage du siecle“, Le prof“, „Sac de Noeuds“ oder „Comme des rois“ meist typisch französiche Stoffe behandelten. Größere Publikumserfolge feierte er u.a. mit „Little Indian - Ein Indianer in Paris“ (1994), in dem er durch die Begegnung mit einen kleinen Indio-Jungen vom Karriere-Yuppie wieder „zum Menschen wird“, sowie „Dinner für Spinner“, in dem er sich mit einem Kollegen einen Jux erlauben will und dabei in sein eigenes Grab fällt. Beide Filme waren mehrfach für den César nominiert. Zu den Filmen Lhermittes, von denen später US-Remakes produziert wurden, gehört neben „Little Indian“ auch „La Totale“ (1991), in dem er ein Doppelleben als bescheidener Angestellter und Superspion führt. Unter dem Titel „True Lies“ wurde der Film von James Cameron mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle neu inszeniert.

Lhermitte zählt zu den Schauspielern, die in Frankreich einen Film als Hauptdarsteller tragen können, aber ebenso in Ensemblefilmen auftreten, wie beispielsweise in dem mit über fünf Millionen Zuschauern sensationell erfolgreichen „Ein Mann sieht rosa„: Als Werbechef einer Firma heckt er hier einen intriganten Plan aus, der Gérard Depardieu und Daniel Auteuil als kleine Angestellte mächtig in die Bredouille bringt. Zu den internationalen Koproduktionen, in denen Lhermitte in Nebenrollen zu sehen war, zählen Claude Lelouchs „And Now … Ladies and Gentlemen“ sowie James Ivorys romantische Komödie „Eine Affäre in Paris„. In der französischen Komödie „Der kleine Scheißer„, im Heimatland ein Hit, spielte er den Chef eines Bauunternehmens, der in Schwierigkeiten gerät, als ein ihm feindlich gesinnter Architekt im Körper seines Babys wiedergeboren wird.

Lhermitte arbeitet gelegentlich als Drehbuchautor und Produzent, so in beiden Funktionen für „Le Prince du Pacifique“ (2000) von Alain Courneau, in dem er auch die Hauptrolle übernahm.

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