Leben & Werk

Seine Horrorfilme prägten seit 1957 den Stil der legendären Londoner Hammer-Film-Studios. Die Filme über Dracula, Frankenstein, die Mumie, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, das Phantom der Oper, den Werwolf und den Hund von Baskerville waren zwar Remakes, aber von unverwechselbarer Eigenart - die Rechte an den Stoffen hatten die Hammer Studios von Universal en bloc gekauft. Regisseur Terence Fisher (1904 - 1980) arbeitete in den Jahren zwischen 1957 bis 1973 fast immer mit einem gleichbleibenden Stab von Mitarbeitern, die sich wie er selbst auf die Anforderungen des Genres konzentrierten. Darunter waren die Kameramänner Jack Asher und Arthur Grant, Maskenbildner Roy Ashton, die Drehbuchautoren Jimmy Sangster, der später selbst Regisseur wurde, und Anthony Hinds, sowie die Darsteller Christopher Lee (Dracula) und Peter Cushing (Frankenstein). Vor allem vier Dracula- und vier Frankenstein-Filme zeigen Fisher, dessen Werk erst in Frankreich gewürdigt wurde, als Bildschöpfer, der einen neuen Stil entwickelte: Im uralten Kampf zwischen Gut und Böse sind die Monster ungemein attraktiv, leiden an ihrem Wesen und präsentieren sich eher als Exzentriker und Erotomanen. Fishers Herkunft aus der englischen Tradition eines Sir Arthur Conan Doyle („Der Hund von Baskerville“) und Lewis Carroll („Alice im Wunderland“) ist dabei ausschlaggebender als amerikanische oder deutsche Traditionen. Bei ihm gibt es kaum Schattenreiche, keine körperlichen Deformationen, sondern glanzvolle, lüsterne und elegante Böse in einer geschmackvollen und transparenten, mögliche metaphysische Themen andeutenden, ausgefeilten Fotografie. Insofern treten neben den klassischen Hauptfiguren häufig dekadente Adelige, kraftvolle Prostituierte oder intrigierende Frauen als wichtige Nebenfiguren auf. Oliver Reed als Werwolf oder Christopher Lee als Jekyll und Hyde sind teils kraftstrotzende Naturen, teils elegante Dandys. Cushing als Frankenstein und Sherlock Holmes ist rationaler Wissenschaftler, Christopher Lee als Dracula verführerischer Prinz der Nacht. Zu Fishers weniger bekannten Filmen gehören „Die Würger von Bombay“ (1959), der Probleme mit der Zensur bekam und in Deutschland nur gekürzt lief, und „Die brennenden Augen von Schloss Bartimore“ (1964), eine Version des antiken Gorgo-Mythos. Fishers Einfluss auf italienische Horrorfilmer wie Mario Bava und Dario Argento ist in deren ersten Arbeiten unverkennbar.

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