Die Retrospektive der 56. Internationalen Filmfestspiele Berlin steht ganz im Zeichen der Kinoheldinnen der Fünfziger.

Audrey Hepburn verkörperte in den 50ern einen neuen Typ Frau Bild: Paramount

Unter dem Titel „Traumfrauen. Stars im Film der fünfziger Jahre“ werden 30 Schauspielerinnen aus den USA, Europa und Japan in insgesamt 45 Filmen gezeigt. Im Fokus der Retrospektive: die Inszenierung von Weiblichkeit im internationalen Kino der Nachkriegszeit, das sowohl das restaurative Klima des Kalten Kriegs widerspiegelt als auch überkommene Rollenmodelle infrage stellt.

Retrospektive-Leiter Hans Helmut Prinzler: „Viele Schauspielerinnen spielen selbstbewusste, durch existenzielle Erfahrungen geprägte Charaktere, die sich in einer Männerwelt behaupten wollen. Das knüpft unmittelbar unsere erste Retrospektive an, mit der wir 1977 Marlene Dietrich geehrt haben.“ Denn die Retrospektive der Berlinale, die von Beginn an von der Stiftung Deutsche Kinemathek - Filmmuseum Berlin verantwortet wird, feiert im Februar ihr 30. Jubiläum.

Frauen, die Filmgeschichte geschrieben haben

Ein Wiedersehen gibt es nicht nur mit Stars wie Audrey Hepburn, Brigitte Bardot, Grace Kelly, Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor oder Melina Mercouri. Die Retro widmet sich auch Europäerinnen, die in der Nachkriegszeit ihr Glück in Hollywood versuchten, wie Hildegard Knef, Jean Simmons oder Anna Magnani, und präsentiert heute weniger bekannte ehemalige Publikumslieblinge, wie Setsuko Hara (Japan), Harriet Andersson (Schweden), Mari Töröcsik (Ungarn) und Tatjana Samoilowa (UdSSR).

„Auf der einen Seite Aufbruch und Fortschritt, auf der anderen Nostalgie und Prüderie. Auch die Frauenbilder, die durch die großen weiblichen Stars dieser Zeit geprägt wurden, reflektieren dieses spannungsgeladene Jahrzehnt“, kommentiert Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Zur Retrospektive veranstaltet das Filmmuseum Berlin begleitende Vorträge und Diskussionen. Einer der „Traumfrauen“ ist dort auch eine Ausstellung gewidmet: „Hildegard Knef. Eine Künstlerin aus Deutschland“ wird vom 24. November 2005 bis zum 17. April 2006 gezeigt.

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