Takeshi Kitano

Schauspieler • Producer • Sprecher • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter
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Leben & Werk

In Japan ist er ungeheuer populär und vielbeschäftigt. Der Regisseur, Autor, Kolumnist, Poet, Stand-Up-Comedian, Entertainer, Maler und Schauspieler Takeshi Kitano wurde im Westen erst 1996 mit einer Retrospektive seiner Filme in Paris und 1997 mit dem Film „Hana-Bi – Feuerblume“ bekannt, der in Venedig den „Goldenen Löwen“ als bester Film gewann.

Kitano, geboren 1948 in Tokio als Sohn eines Anstreichers, der Verbindungen zur Yakuza hatte, wuchs zwischen Armut und Aggression auf. 1965 begann er ein Ingenieurstudium, brach es nach zwei Jahren wieder ab und wurde Fahrstuhlführer in einem Striplokal, wo zwischen den Shows Komiker auftraten und Kitano 1973 als Partner von Kaneko Kyoshi als Stand-Up-Comedian auf der Bühne debütierte. Aus dieser Zeit des sich „Two Beats“ nennenden Duos behält er den Beinamen „Beat“ Takeshi. Als sich Kyoshi von ihm trennte, weil ihm Kitanos Humor zu aggressiv war, begann Kitanos Erfolg: Er trat in bis zu acht verschiedenen, teilweise von ihm selbst inszenierten TV-Unterhaltungssendungen auf, deren populärste und über Japan hinaus bekannte die Game-Show „Takeshi’s Castle“ wurde, in der ein sich zu Tode langweilender Fürst (Takeshi) durch Spiele und Geschicklichkeitssportarten unterhalten werden muss.

Takeshi tritt in einer Radio-Talk-Show auf, verfasst Kolumnen für Zeitungen und Magazine, ist bis heute beliebter Interviewpartner über Japans sozialpolitische Entwicklung, schreibt Romane und eine Autobiografie, die 1995 vom Fernsehen als Vierteiler adaptiert wurde, und zeichnet satirische Cartoons. Er trat in zahlreichen Werbefilmen und in Spielfilmen als Darsteller auf, so u.a. als Lagerkommandant in Nagisa Oshimas Kriegsfilm „Merry Christmas, Mr. Lawrence“ (1983) und als Hauptmann der Samurai in dessen „Taboo“ (1999) sowie in dem Cyberspace-Thriller „Johnny Mnemonic“ (1995).

Kitanos Regiekarriere begann, als er 1989 die Regie für den erkrankten Fukasaku Kinji bei „Violent Cop“ übernahm, dem ersten Teil einer Yakuza-Trilogie, zu der „Boiling Point“ (1990) und „Sonatine“ (1993) gehören. Takeshi erneuerte das Genre, indem er unorthodox die Nähe der Gewalt zur Komik betont und seine wortkargen, teils an Melville erinnernden Helden, die er oft selbst spielte, zwischen Härte, Humor und Hoffnungslosigkeit pendeln lässt. Sie sind egozentrisch und handeln unehrenhaft, was dem Regelkanon der älteren Yakuza-Filme widerspricht. Sie sind keine Helden mehr, weil Kitano kritisch hinterfragt, was sich hinter ihren Fassaden verbirgt, und sie enden im Tod.

Kitanos Filmsprache besteht aus so klaren, wahrhaftigen wie ambivalenten Bildern. Seine ungewöhnlichen rituellen Gangstergeschichten fanden ihren Höhepunkt in „Hana-Bi“ (1997), in dem er als verschuldeter Cop, der sich für den Tod zweier Kollegen verantwortlich fühlt, mit einer sterbenskranken Frau lebt und seine Schuld zu begleichen sucht, was ihn mit den Yakuza zusammenbringt. „Kikujiros Sommer“ (1999) war eine gelungene Paraphrase auf Chaplins „The Kid“, in der Kitano als Kleinganove mit einem Achtjährigen durch Japan reist. Mit dem in den USA gedrehten „Brother“ (2000) kehrte Kitano zu den Stilisierungen seiner über Liebe, Tod, Kälte, Isolation, Leere, Gewalt und Einsamkeit reflektierenden knallharten Gangsterfilme zurück. Wenngleich er seinem Themenkomplex Liebe, Unglück und Trauer auch in „Dolls“ (2002) treu blieb, entfernte er sich hier erneut vom Gangsterfilm, um in einer explosiven Farbsymphonie über die grundlegende Einsamkeit des Menschen zu meditieren. Einen erneuten Richtungswechsel vollzog er mit „Zatoichi“, einem Schwertkämpferepos, das an die gleichnamige Genrefilmreihe aus den 60er bis 80er Jahren anknüpft und für das Kitano 2003 in Venedig den Regiepreis erhielt.

1994 hatte Kitano einen schweren Motorradunfall, der sein Gesicht zeichnete. Er gilt als der bedeutendste japanische Regisseur der 90er Jahre.

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