Wenn eine deutsche Rolle besetzt werden soll, klopfen Hollywoods Produzenten bei Til Schweiger an. Allerdings sind die Deutschen in amerikanischen Filmen entweder richtige Losertypen oder hinterhältige Bösewichte.

Til Schweiger: Ist Hollywood eine Nummer zu groß für ihn? Bild: Kurt Krieger

In dem Sequel „Deuce Bigalow: European Gigolo“ spielt Til Schweiger einen deutschen Callboy: Als eingebildeter Heinz Hummer nimmt er am 73. Gigolo Wettbewerb teil. Auf der Bühne stehen und immer schön lächeln hört sich nach einer leichten Aufgabe an, doch das Leben des Callboys ist in ernsthafter Gefahr. Til Schweiger stößt erst nachträglich zu den Dreharbeiten, die bereits seit zwei Wochen laufen.

Die Hauptrollen gingen an Rob Schneider und Eddie Griffin, die schon in „Deuce Bigalow: Man Gigolo“ im Mittelpunkt standen. Damals verkörperte Rob einen Reinigungsmann von Fischteichen, der aus Geldnot zum Callboy wird. Eddie schlüpfte in die Rolle des schleimigen Zuhälters T.J.

In "King Arthur" lehrt Til Schweiger die Ritter der Tafelrunde das Fürchten Bild: Buena Vista

Immer wieder Nebensächlichkeiten

Til Schweiger spielt also wieder nur die zweite Geige. Seinen ersten kurzen Auftritt in einer US-Produktion hatte der Schauspieler aus Freiburg 1998 als sympathischer Psycho in James MerendinosPunk!„. 2001 raste er in „Driven“ als „Beau Brandenburg“ mit Burt Reynolds und Sylvester Stallone um die Wette. Der Erfolg des Actiondramas hielt sich allerdings in Grenzen.

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13 Hollywood-Stars und ihre dunklen Geheimnisse

In „Lara Croft Tomb Raider - Die Wiege des Lebens“ stand Til Schweiger mit Oscarpreisträgerin Angelina Jolie vor der Kamera. Er spielte Sean, den Handlanger von Schurke Jonathan Reiss. Jetzt kommt er als kahlköpfiger Sachse in dem Epos „King Arthur“ in die Kinos und macht dem König die britannische Küste streitig.

Beim Seitensprung erwischt in "Der bewegte Mann" Bild: Constantin

Trautes Heim

Nach den ersten Angeboten aus Hollywood war Til Schweiger mit seiner amerikanischen Frau nach Hollywood gezogen. Damals sagte der deutsche Schauspieler: „Ich weiß nicht, ob ich in den USA groß rauskommen werde. Die Chancen für einen Ausländer sind gering. Aber ich habe keine Angst, es zu versuchen.“

Jetzt ist der 41-Jährige nach Deutschland zurückgekehrt. Til Schweiger kommentiert den Umzug mit folgenden Worten: „Ich tausche den Swimmingpool gegen einen Kamin ein.“

Ende Juli haben Herr und Frau Schweiger zusammen mit ihren vier Kindern eine Villa in Niendorf bezogen. Familienmensch Til gab seine beruflichen Verpflichtungen in Deutschland als Grund für den Umzug an. Während Ehefrau Dana dabei ist, den Inhalt von über 100 Umzugskisten und die Beute eines Großeinkaufs bei Ikea auf 600 Quadratmeter zu verteilen, dreht ihr Gatte in Köln den Kinofilm „Barfuss„.

"Knockin' on Heaven's Door": Banküberfall mit Folgen Bild: Buena Vista

Selbst ist der Mann

Als Koautor, Produzent und Regisseur setzt sich Til Schweiger in der romantischen Komödie selbst in Szene. Er spielt den Lebensküstler Nick, dem die depressive Psychiatriepatientin Leila über den Weg läuft. Wie sein Überraschungshit „Knockin‘ on Heaven’s Door“ soll der Film ernste und witzige Szenen beinhalten.

In Deutschland begann die Karriere des Tilman Valentin Schweiger als Jo Zenker in der beliebten TV-Serie „Lindenstraße„. Sein Kinodebüt hatte er 1991 als Laberbacke Bertie in der Ruhrpottkomödie „Manta Manta„. Für seinen Boxer Ruby in „Ebbies Bluff“ erhielt Til ein Jahr später den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller. In der Rolle des untreuen Axel in „Der bewegte Mann“ wurde er in Deutschland zum Star.

Taxifahrer Rock mit seinen süßen Fahrgästen in "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" Bild: Constantin

Lücki Lück auf Abwegen

Mit seiner Produktionsfirma Mr. Brown Entertainment drehte er „Knockin‘ on Heaven’s Door“, die Killerkomödie „Der Eisbär“ und den Rentnerspaß „Jetzt oder nie - Zeit ist Geld„.

Zusammengenommen genügend Gründe, sich in Deutschland häuslich niederzulassen und an den früheren Erfolg anzuknüpfen. Der Zeitpunkt ist günstig, jetzt ist Til als cooler Taxifahrer Rock in dem Kassenschlager „(T)Raumschiff Surprise - Periode 1“ in aller Munde.

Übrigens kommt Til Schweiger demnächst in Frankreich als Westernheld in Die Daltons Vs. Lucky Luke ins Kino. Im Gegensatz zu den Stories in den Comic-Heften, steht in der Komödie nicht der Cowboy im Mittelpunkt, sondern die berüchtigten Daltons.

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