Drei Jahre lang glaubte man, den Glauben an die Academy Awards zurückgewinnen zu können…

Heißer Oscar-Kandidat: Kythryn Bigelows "Zero Dark Thirty" um die Jagd auf Osama Bin Laden Bild: Universal

Als „No Country for Old Men„, „Slumdog Millionär“ und „The Hurt Locker“ jeweils als bester Film ausgezeichnet wurden. Edge war in, kantige, unbequeme Filme, die das Risiko nicht scheuten und nicht so aufgeblasen und gefallsüchtig daherkamen, wie man es über Jahre von Oscarabräumern gewohnt war.

Allerdings ist das auch schon wieder Vergangenheit. War Oscars plötzliche Zuneigung für künstlerisch tatsächlich furiose Filme doch nur Ausdruck des schlechten Gewissens, dass man 2006 „L.A. Crash“ den Vorzug vor „Brokeback Mountain“ gegeben hatte?

Von der Aufbruchsstimmung ist jedenfalls nichts geblieben. Nostalgie und gestärkte Hemdenkragen gaben den Ton an: Nun sind „The King’s Speech“ und „The Artist„, die Abräumer 2011 und 2012, keine schlechten Filme. Im Gegenteil. Aber sie sind eben auch beste Beispiele für die konventionellen Dramen, die man gemeinhin mit den Oscar assoziiert: Die überalterte Academy of Motion Picture Arts and Sciences gibt im Zweifelsfall dem Gewohnten den Vorzug, wenn man denn nur emotional gerührt wird.

Es ist also spannend, in welche Richtung das Pendel bei der Academy-Award-Verleihung am 24. Februar 2013 schwingen wird. Nachdem das Feld vor den ersten Kritikerpreisen noch weit offen erschien, „The Master„, „Silver Linings“ und „Argo“ kurz mal als heiße Kandidaten gehandelt wurden, dann aber wieder abtauchten, ist nun zumindest klar, dass die US-Kritiker eine klare Vorstellung davon haben, welches der beste Film des Jahres ist: Kathryn Bigelows Thriller „Zero Dark Thirty“ ist übermächtig, wie vor zwei Jahren „The Social Network„.

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Aber seine Favoritenrolle ist mit Vorsicht zu betrachten. David Finchers Facebook-Film kam auf der Zielgeraden ins Stottern und wurde von „The King’s Speech“ überholt.

Also richten sich die Augen auf „Les Misérables„, Tom Hoopers durchgesungenes Musical, das alles besitzt, um Herzen und Verstand der Academy im Sturm zu erobern: Prächtiges Old-School-Entertainment, das ein bisschen knattert, aber den richtigen emotionalen Punch hat.

Ein bisschen was von beidem besitzt Steven SpielbergsLincoln„, ein Historiendrama, aber eben auch ein höchst moderner Diskurs über das dreckige Geschäft Politik.

Zwischen diesen drei Filmen wird er wohl ausgemacht, der Oscar 2013 – wenn nicht noch „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ oder gar Michael HanekesLiebe“ dazwischengrätschen.

Die Academy kann eigentlich ganz entspannt ihre Auswahl treffen: Für Respektlosigkeit und Risiko ist bereits gesorgt. Wer „Ted“ gesehen hat, weiß, dass Oscar-Host Seth MacFarlane keine Angst haben wird, ein paar heilige Kühe zu schlachten. Bei den Preisen kann man sich dann ja wieder beruhigen. Und auf Nummer sicher gehen.

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