Erste "Illuminati"-Szenen überraschen

Ehemalige BEM-Accounts |

Stellan Skarsgård Poster

Er sieht aus wie ein ganz normaler amerikanischer Tourist. Als Ron Howard mit lässiger Jacke und blauer Kappe in der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) vor die aus aller Welt versammelten Journalisten tritt, warten diese gespannt auf die ersten „Illuminati“-Einblicke. Der Regisseur macht allerdings erstmal Fotos fürs Familienalbum.

Robert Langdon und die Frauen - Tom Hanks kommt Ayelet Zurer in "Illuminati" gerne etwas näher Bild: Sony Pictures

Nach einer kurzen Einführung an dem Ort, von dem in „Illuminati“ die erste Bedrohung ausgeht, verdunkelt sich der Raum und auf der Leinwand sucht ein kleines Mädchen verzweifelt seine Puppe, die sie im Handgemenge auf dem Petersplatz verloren hat. Auf dem Boden entdeckt sie eine Blutspur und als sie dieser mit ihren Blicken folgt, sieht sie einen schwer verwundeten Kardinal. Mit einem markerschütternden Schrei läutet sie den Beginn rasant geschnittener Filmszenen ein.

Ron Howard

Die Brutalität der Morde wird auch im Film nicht abgeschwächt und so wird dem Kardinal Feuer unterm Hintern gemacht Bild: Sony Pictures

Religion? Nein, danke!

Bilderstrecke starten(85 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Stellan Skarsgård

Im Vatikan warten Ewan McGregor und Stellan Skarsgard auf Hanks. Der eine ist der Camerlengo, der Vertraute des Papstes, der erst einmal Langdons Gottesglauben prüft. Der andere ist ein Schweizer Gardist namens Richter, der dem Symbol-Fachmann seine jüngsten Entdeckungen in „Sakrileg“ übel nimmt. Bei Skarsgards Figur wich Ron Howard unerwarteterweise erneut von der Vorlage ab:

Denn Richter erinnert in seiner Funktion und seinem Auftreten als Kommandant der Schweizer Garde stark an den im Roman angelegten Oberst Olivetti. Diesen Namen gab Howard aber der Rolle des italienischen Filmstars und Hollywood-Newcomers Pierfrancesco Favino, der als Gendarmerist eine Vermittlerfunktion zwischen Vatikan und Langdon einnimmt und im Roman so nicht vorkommt. Besonders bei den erfahrenen McGregor und Skarsgard bewies Howard ein glückliches Händchen, denn beide Schauspieler überzeugen trotz ihrer persönlichen Aversion gegenüber dem Thema Religion als kirchentreue Gefolgsleute.

Kernphysik mal sexy und abenteuerlustig

Erklärungen zur Antimaterie werden kurz gehalten, damit der Zuschauer vor allem die Action genießen kann Bild: Sony Pictures

Zur Männerriege stößt die Newcomerin Ayelet Zurer, die wachsamen Zuschauern aus Steven SpielbergsMünchen“ im Gedächtnis geblieben ist. Die gebürtige Israelin klärt die versammelten Herren als Kernforscherin Vittoria Vetra über das Phänomen Antimaterie auf. Nie zuvor war eine solche Menge entwickelt worden und der aus CERN gestohlene Behälter droht, bei einer Explosion den gesamten Vatikan zu zerstören.

Doch Ron Howard verspricht, dass Vorträge dieser Art in „Illuminati“ kurz gehalten werden. Ihm ist es wichtiger, dass die Grundbedrohung für jeden verständlich übermittelt wird. Ob die Kinobesucher allerdings auch auf einen weniger belehrenden Robert Langdon hoffen können - ein Punkt, der bei „Sakrileg“ als großer Störfaktor galt - konnte den ersten Szenen noch nicht entnommen werden.

Privat kein religiöser Mensch, in "Illuminati" ist Ewan McGregor das undurchsichtige Zentrum des Vatikans Bild: Sony Pictures

Dan Brown will Veränderung

Dennoch wird trotz der nur kurzen Einblicke offensichtlich, dass sich Ron Howard beim Dreh von „Illuminati“ befreiter gefühlt hat und sich deshalb auch mehr Freiheiten in der Umsetzung genommen hat. „Dan Brown hat mich dazu sogar ermutigt. Das Tempo im Film ist extrem hoch, immerhin haben wir die Bedrohung durch eine tickende Zeitbombe“, erklärt der Regisseur. „Im Gegensatz zu ‚Sakrileg‘ ist ‚Illuminati‘ ein viel modernerer Film, was man ihm auch ansieht.“

Eine Zeitbombe, ungeschönt brutale Morde, eine rasante Schnitzeljagd durch Rom und meterhohe Explosionen versprechen einen unterhaltsamen Thriller, der aus den Fehlern seines Vorgängers gelernt zu haben scheint. Am Ende bleibt abzuwarten, ob die Spannung und Action den gesamten Film über aufrecht erhalten werden können oder ob sich Tom Hanks doch nur wieder in zahlreichen, lehrreichen Monologen auf dem von den Illuminati gelegten Pfad der Erleuchtung verliert. Ab dem 13. Mai wissen wir mehr.

Zu den Kommentaren

News und Stories

Kommentare

  1. Startseite
  2. News
  3. Star-News
  4. Stellan Skarsgård
  5. Erste "Illuminati"-Szenen überraschen